Mo., 30.09.2019

Regisseurin Lucrecia Martel mit dem Murnau-Filmpreis geehrt Lucrecia Martel erhält Murnau-Filmpreis

Regisseurin und Drehbuchautorin Lucrecia Martel wurde mit dem Friedrich Wilhelm Murnau-Filmpreis geehrt.

Regisseurin und Drehbuchautorin Lucrecia Martel wurde mit dem Friedrich Wilhelm Murnau-Filmpreis geehrt. Foto: Thomas F. Starke

Von Burgit Hörttrich

Bielefeld (WB). Hierzulande sind ihre Filme alles andere als Mainstream, in ihrer Heimat Argentinien (und im Kreis der Filmschaffenden) ist sie ein Star: Die Filmregisseurin und Drehbuchautorin Lucrecia Martel (52) wurde in Bielefeld mit dem Friedrich-Wilhelm-Murnau-Filmpreis ausgezeichnet. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert und wird im Zwei-Jahres-Rhythmus vergeben.

Preisträger sind unter anderem Wim Wenders, Eric Rohmer, Werner Herzog und Aki Kaurismäki.

Lucrecia Martel, die zuletzt Juryvorsitzende der 76. Filmfestspiele von Venedig war, dreht Kurzfilme, Musikvideos (unter anderem für Björk) und Dokumentationen und arbeitet für das argentinische Fernsehen. Schwerpunkt ihrer Arbeit sind Spielfilme. Aus Anlass der Preisverleihung wurde »Zama« gezeigt, der für den »Oscar« in der Kategorie »Bester fremdsprachiger Film« nominiert war. Im Gewand eines Historienfilms greift »Zama« aktuelle Probleme auf.

Laudator Prof. Matthias Müller, selbst Filmemacher, sprach von der Experimentierfreude der Regisseurin, ihrer außergewöhnlichen Tongestaltung und ihrer Lust an der Erweiterung der formalen und erzählerischen Möglichkeiten des Mediums Film. Darin sei Lucrecia Martel dem in Bielefeld geborenen Filmpionier und Namensgeber des Preises, Friedrich Wilhelm Murnau (1888-1931), ähnlich. Lucrecia Martel betonte, sie selbst sei beeinflusst von Murnaus Horrormovie »Nosferatu«, der ohne Effekthascherei Spannung erzeuge. Überhaupt: »Es gibt wohl keinen Regisseur auf der Welt, der Murnau nicht irgendwo im Hinterkopf hat.«

Das Votum der Jury zu Gunsten von Lucrecia Martel als Preisträgerin sei einstimmig ausgefallen, erklärte Christiane Heuwinkel, die Vorsitzende der Murnau-Gesellschaft. Die vergebe erstmals den Preis an eine Filmschaffende, die nicht aus Europa stammt: »Ein wichtiger Schritt für die Murnau-Gesellschaft, der den Blick öffnet und den Horizont erweitert.«

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