Sozialdezernent Ingo Nürnberger: Verkehrssicherheit unter dem Ostwestfalendamm nicht mehr gewährleistet
Stadt entfernt Obdachlosen-Lager

Bielefeld (WB). Das Obdachlosen-Lager unter dem Ostwestfalendamm an der Arndtstraße ist am Dienstag von Mitarbeitern des Umweltbetriebes entfernt worden. Dort hatte seit Jahren ein Mann gelebt und geschlafen.

Mittwoch, 02.10.2019, 06:00 Uhr aktualisiert: 02.10.2019, 18:15 Uhr
Am Dienstagmittag transportieren Mitarbeiter des Umweltbetriebs die Habseligkeiten des Obdachlosen ab. Foto: Hans-Heinrich Sellmann
Am Dienstagmittag transportieren Mitarbeiter des Umweltbetriebs die Habseligkeiten des Obdachlosen ab. Foto: Hans-Heinrich Sellmann

Sozialdezernent Ingo Nürnberger, der die Maßnahme verantwortet, sagte auf Anfrage: »Wir konnten nicht anders. Am Ende war das Verkehrsrisiko einfach zu hoch.« Der Mann habe sein Lager in Länge und Breite zuletzt dermaßen ausgedehnt, dass sich Fußgänger, Rad- und E-Scooter-Fahrer immer wieder in die Quere gekommen seien, zum Radweg nur noch etwa ein halber Meter Platz gewesen sei. Als es unlängst beinahe zu einer Kollision eines Radfahrers mit einer ihren Kinderwagen schiebenden Mutter gekommen wäre, sei die Stadt zum Handeln gezwungen gewesen.

»Schon vorher haben Sozialarbeiter den Mann mehrfach darauf hingewiesen, dass er sich mindestens deutlich verkleinern soll«, sagte Nürnberger. Er sei aber uneinsichtig gewesen, habe auch andere Hilfen wie den Umzug in eine Obdachlosenunterkunft abgelehnt. Nürnberger legt Wert auf die Botschaft, dass die Maßnahme kein Signal sei, Obdachlose generell aus dem Stadtbild verdrängen zu wollen.

In den vergangenen Tagen sei der Mann vorgewarnt worden, ehe dann am Dienstagmorgen neben den Mitarbeitern des Umweltbetriebes auch Sozialarbeiter der Stadt anrückten. Die haben den Mann in die Wohnungslosen­unterkunft an der Ernst-Rein-Straße begleitet und ihm dort ein Zimmer angeboten. »Ich hoffe, dass er das akzeptieren kann«, sagte Nürnberger.

Das Hab und Gut des Mannes, unzählige Plastiktüten sowie jede Menge Bücher, ist in der Mittagszeit mit einem Laster abtransportiert worden und wird nun beim Umweltbetrieb eingelagert. Zuvor habe sich der Mann ausgesucht, was er in die Unterkunft mitnehmen möchte. Weggeworfen würde allenfalls das, was hygienisch nicht mehr vertretbar sei.

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