Mo., 14.10.2019

Nobelpreisträgerin als Besucherin, #Bielefeld-Million und Wilsberg-Folge: Stadt ist bundesweit medial präsent – mit Video Bielefeld hat einen Lauf

Auch der Besuch der Literaturnobelpreisträgerin Olga Togarczuk stieß auf riesiges Medieninteresse.

Auch der Besuch der Literaturnobelpreisträgerin Olga Togarczuk stieß auf riesiges Medieninteresse. Foto: Bernhard Pierel

Bielefeld (WB). Der Empfang der Nobelpreisträgerin, die Kampagne »#Bielefeld-Million« und die Bielefelder Wilsberg-Folgen: Die Stadt Bielefeld ist derzeit bundesweit oft medial präsent. »Bielefeld hat einen Lauf«, schreibt WESTFALEN-BLATT-Redakteur Stefan Biestmann in seinem Kommentar. Ein Marketingcoup dürfe aber nicht über die echten Probleme der Stadt hinwegtäuschen.

Egal ob es weise Vorhersehung war oder nicht: Die Stadtbi­bliothek hat einen Coup damit gelandet, die Lesung mit Olga Tokarczuk ausgerechnet auf den Tag der Bekanntgabe der Gewinner des Literaturnobelpreises zu legen. Dank des gewaltigen Medienrummels rund um den Empfang der Schriftstellerin war Bielefeld am Donnerstag bundesweit und sogar im Ausland präsent. Mal wieder, denn die Stadt hat derzeit offenbar einen Lauf, was die Medienpräsenz angeht.

Schon die »#Bielefeldmillion«-Kampagne führte zu einem weltweiten Medienecho. Dass die Stadt mit der Aktion auch eine gehörige Portion Selbstironie bewies, kam besonders gut an. Glaubt man der Umfrage des In­stituts Kantar, hat die Kampagne zur Bielefeld-Verschwörung 30 Millionen Deutsche erreicht. Was will man mehr?

Bielefelder Sehenswürdigkeiten im Samstagabendprogramm

Und vermutlich sitzen am 2. November mehr als sieben Millionen Zuschauer vor den Fernsehschirmen, wenn die erste in Bielefeld gedrehte Wilsberg-Folge im ZDF läuft. Wer bis dahin mit Bielefeld immer noch nichts anfangen kann, bekommt in der Krimi-Episode reihenweise Bielefelder Sehenswürdigkeiten präsentiert. Auch da wird sich Bielefeld Marketing die Hände reiben.

Es bleibt der Stadt zu wünschen, dass die schönen Ansichten von der Sparrenburg oder dem Bürgerpark hängenbleiben und den ein oder anderen zusätzlichen Touristen nach Bielefeld ziehen. Große Aufmerksamkeit erzeugen die Bilder zur besten Sendezeit in jedem Fall. Dazu passt, dass mit Arminia d e r Imageträger der Stadt derzeit ausschließlich positive Schlagzeilen produziert. Die Zweitligafußballer werden nach dem famosen Saisonstart schon als Aufstiegskandidat gehandelt.

Natürlich sind das alles nur weiche Faktoren. Und natürlich darf kein Marketing-Coup über die echten Probleme in der Stadt hinwegtäuschen. Denn davon gibt es weiter zu viele – von der Wohnungsnot über Verkehrspro­bleme bis hin zum Mangel an Gewerbeflächen. Bielefeld hat jetzt zumindest auf andere Art Ausrufezeichen gesetzt – und das Image gestärkt. Verschwörungstheoretiker haben es jetzt noch schwerer.

 

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