Frühere Inhaberin eines Brautmodengeschäfts soll Handwerker nicht bezahlt haben
Verurteilte Betrügerin hat erneut Ärger

Lichtenau/Bielefeld (WB). Als Inhaberin des Agora-Brautmodengeschäfts in Bielefeld hat sie mehrere ­Frauen um ihr Geld gebracht. Jetzt hat die mehrfach verurteilte Betrügerin Ärger im Raum Lichtenau (Kreis Paderborn). Mehrere von ihr beauftragte Handwerker sollen auf nicht bezahlten Rechnungen sitzengeblieben sein.

Mittwoch, 16.10.2019, 05:43 Uhr aktualisiert: 16.10.2019, 06:01 Uhr
Der Fall der Brautmoden-Betrügerin, die im Sommer 2018 von einem Schöffengericht in Bielefeld zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt wurde, machte bundesweit Schlagzeilen. Foto: dpa
Der Fall der Brautmoden-Betrügerin, die im Sommer 2018 von einem Schöffengericht in Bielefeld zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt wurde, machte bundesweit Schlagzeilen. Foto: dpa

Der Fall der Brautmoden-Betrügerin, die im Sommer 2018 von einem Schöffengericht in Bielefeld zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt wurde, machte bundesweit Schlagzeilen. Sie soll Anzahlungen für Kleider kassiert, die Ware aber niemals geliefert haben.

Das Geschäft machte pleite und wurde zwangsgeräumt. Bereits zuvor hatte die heute 69-Jährige, die vielfach einschlägig vorbestraft ist und zum Teil langjährige Haftstrafen absaß, in einem anderen Fall als Serienbetrügerin für Schlag­zeilen gesorgt.

Mit Gutachten beauftragt

Nun hat die Frau, die ihren Namen leicht geändert hat und nicht im Gefängnis sitzt, weil sie Rechtsmittel gegen das Bielefelder Urteil eingelegt hat, neuen Ärger in Lichtenau. Der Paderborner Malermeister Dietmar Ahle sagt, er sei auf Rechnungen sitzengeblieben. Ahle, der auch öffentlich vereidigter Sachverständiger für sein Handwerk ist, lernte die Frau nach eigenen Angaben im Januar kennen.

Sie habe ihn mit einem Mängel-Gutachten über Malerarbeiten beauftragt, die ein Kollege in einem von ihr gemieteten Haus in Lichtenau-Asseln ausgeführt hatte, berichtet Ahle. Er habe das Gutachten und eine Rechnung über 1800 Euro erstellt. Doch hinter seinem Geld sei er monatelang hergelaufen.

Keine Reaktion

Seine Auftraggeberin habe nicht gezahlt, keine Reaktion gezeigt. Die Frau sei auch nicht zu erreichen gewesen. Angekündigte Überweisungen seien nicht vollzogen worden. Per SMS sei es schließlich zu mehreren Verabredungen gekommen, bei denen die Frau das Geld in bar hätte übergeben wollen. »Diese Termine hat sie reihenweise platzen lassen«, sagt Dietmar Ahle. Doch er habe nicht locker gelassen und Informationen über seine säumige Kundin gesammelt.

So stellte er fest, dass er es offenbar mit der Frau zu tun hatte, die als Bielefelder Brautmoden-Betrügerin zu einiger Berühmtheit gelangt war. Bei seinen Recherchen stieß Ahle auf zahlreiche Handwerkskollegen, die ebenfalls auf nicht bezahlten Rechnungen sitzengeblieben seien. Weil er hartnäckig geblieben sei, habe Ahle sein Geld inzwischen in bar erhalten. Ahle vermutet, dass letztlich die Tatsache, dass er Anzeige gegen sie erstattet hatte, dazu den Ausschlag gegeben habe.

Unbestätigt ist bisher das Gerücht, dass die Betrügerin in Lichtenau-Herbram ein kleines Lebensmittelgeschäft übernehmen wollte. Es ist zurzeit geschlossen und soll renoviert werden. Arbeiter seien dort aber schon seit längerer Zeit nicht mehr gesehen worden, sagen Dorfbewohner. Nach Auskunft des Lichtenauer Bürgermeisters liegt eine Gewerbe­anmeldung aktuell nicht vor.

Die 69-Jährige war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

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