So., 20.10.2019

Vor der ersten Badesaison ist das Umweltamt mit den Messwerten überaus zufrieden Quelle-See hat Trinkwasser-Qualität

Der Quelle-See gegen Ende der Vegetationsperiode: Zweimal pro Jahr, einmal im Frühjahr und einmal im Spätsommer, kommt der Gewässerökologe Dr. Hartmut Späh mit seinem Boot zum Hof Meyer zu Bentrup, um Wasserproben zu entnehmen.

Der Quelle-See gegen Ende der Vegetationsperiode: Zweimal pro Jahr, einmal im Frühjahr und einmal im Spätsommer, kommt der Gewässerökologe Dr. Hartmut Späh mit seinem Boot zum Hof Meyer zu Bentrup, um Wasserproben zu entnehmen. Foto: Markus Poch

Von Markus Poch

Bielefeld (WB). »Die Rahmenbedingungen in Quelle sind sehr günstig für einen Freizeitsee «, sagt Adam Marek, Geologe beim Umweltamt Bielefeld. Die Unterlagen, die seine These untermauern, kommen gerade von einem Labor in Lünen auf seinen Tisch. Es ist die Analyse aktueller Wasserproben aus dem noch jungen Quelle-See am Hof Meyer zu Bentrup, der – wie berichtet – im Mai 2020 zur ersten Badesaison geöffnet werden soll.

Lange bevor die Übernachtungsgäste des nahen Campingplatzes, der ebenfalls der Familie Meyer zu Bentrup gehört, im zweitgrößten See der Stadt ihre Bahnen ziehen dürfen, unterliegt das Gewässer regelmäßigen gesetzlichen Kontrollen. Dazu hat das Papenburger Abgrabungsunternehmen Bunte, das den See zwischen 2015 und 2019 anlegte, den Bielefelder Gewässerökologen Dr. Hartmut Späh beauftragt. Dessen Proben sollen sicherstellen, dass das Seewasser, vor allem aber auch das Grundwasser in der Umgebung des Sees den Anforderungen entspricht. Zur Früherkennung möglicher Verunreinigungen wurden rundherum fünf Messstellen eingerichtet.

Laut der beim Umweltamt angesiedelten Unteren Wasserbehörde, wo die Ergebnisse ausgewertet werden, könnten die Messergebnisse der chemischen Analyse kaum besser sein. Dabei komme es vor allem auf die Komponenten Phosphor, Nitrat und Sauerstoff an: »Die Phosphorwerte sind sehr niedrig. Sie liegen noch unter der Nachweisgrenze von 0,03 Milligramm pro Liter«, lobt Adam Marek. »Auch Nitrat haben wir nur 3,3 Milligramm pro Liter. Der Grenzwert der Trinkwasserverordnung liegt erst bei 50 Milligramm.« Mit den jüngst gemessenen zehn Milligramm Sauerstoff pro Liter liege die Sauerstoffsättigung bei erfreulichen 107 Prozent. Diese Werte in Kombination bescheinigten dem Quelle-See Trinkwasserqualität.

»Es ist aber nicht als Trinkwasser gedacht«

»Es ist aber nicht als Trinkwasser gedacht«, betont Marek. »Dazu müssten noch andere Parameter gemessen werden, zum Beispiel die Bakteriologie.« Das sei dieses Mal nicht Bestandteil des Auftrages gewesen. Trotzdem sagt er: »Ich würde das Wasser trinken. Ich habe auch schon mit den Füßen drin gestanden, und ich freue mich auf den fertigen See.«

Die niedrigen Messwerte im Bereich Phosphor und Nitrat sind für Marek ein Beleg dafür, dass das Umfeld des Sees – so wie es sein soll – weder gedüngt noch intensiv genutzt wird. Wegen der baumfreien Uferzone sei auch der Laubeintrag nicht erwähnenswert. Ebenso sei die Menge an Wasservogelkot zu vernachlässigen. Die beiden Faktoren Laub und Vogelkot könnten die Phosphorbildung und damit das Algenwachstum ankurbeln. Das gelte es laut Marek vor allem bei einem jungen Gewässern zu verhindern.

»Eine Überlastung des Seewassers durch Badegäste sehe ich nicht.«

Zur guten Wasserqualität soll später auch ein Gleichgewicht aus Fried- und Raubfischen beitragen. Derzeit sind 500 Schleien und ihr Nachwuchs die einzigen größeren Dauerbewohner des Sees – das WESTFALEN-BLATT berichtete. Damit diese nicht irgendwann sämtliche Wasserflöhe, Hüpferlinge und Rädertiere, die zur Filtration des Wassers erforderlich sind, weggefressen haben, sollen sie mittelfristig von Raubfischen wie Hecht, Zander oder Barsch in Schach gehalten werden.

Und dann kommen 2020 die Menschen hinzu, die ihrerseits Körperfette, Sonnenöl und andere Stoffe ins Wasser tragen. Auch diese werden sich in den Messwerten niederschlagen. »Aber«, sagt Adam Marek, »eine Überlastung des Seewassers durch Badegäste sehe ich nicht. Wir sind hier im Vergleich zu anderen Gewässern sehr gut aufgestellt.«

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