Jahnplatz: Zeitplan eng – bunte Dächer als Vorschlag
Mobiel will zusätzliche Haltestelle

Bielefeld (WB/MiS). 900 Busse fahren täglich den Jahnplatz an. Das wird auch nach dessen Umbau so sein. Doch mit den neu geplanten Bushaltestellen haben die Verkehrsbetriebe Mobiel Probleme.

Montag, 28.10.2019, 04:36 Uhr aktualisiert: 28.10.2019, 06:54 Uhr
Architekten-Vorschlag: Gewölbte, bunte Haltestellendächer statt der bisherigen Tristesse. Ideenskizze: Fritz Karl Wachtmann Foto:
Architekten-Vorschlag: Gewölbte, bunte Haltestellendächer statt der bisherigen Tristesse. Ideenskizze: Fritz Karl Wachtmann

Das bisher beschlossene Konzept sieht die Aufstellung von drei hintereinander stehenden Bussen am Oberntorwall vor Thalia und auf der Nordseite vor Sport-Scheck vor. Da die Busse jeweils vor der Abfahrt zum vorderen Einstiegspunkt vorfahren müssen, muss der letzte Bus stets auf die zwei vor ihm stehenden Busse warten. Eine eigene Busspur wie zurzeit wird es auf dem neuen Jahnplatz nicht geben.

Mobiel hat deshalb vorgeschlagen, die beiden Haltestellen-Standorte auf jeweils zwei Halteplätze zu begrenzen. Als Ausgleich könnte ein zusätzlicher Standort auf der Nordseite der Friedrich-Verleger-Straße entstehen. Das aber würde bedeuten, dass in der Straße, die bisher eine Einbahnstraße in Richtung Kesselbrink ist, eine zusätzliche gegenläufige Busspur eingerichtet werden müsste. Die Busse, die dort halten, müssten aber auch in die Herforder Straße und in den Jahnplatz einfahren können. Die Folge: eine zusätzliche Ampelphase in diesem eh schon stark belasteten Bereich wäre die Folge.

Auswirkungen simuliert

Aktuell wird in einer Simulation untersucht, welche Auswirkungen die Veränderungen bei den Bushaltestellen für den Verkehrsablauf auf dem Jahnplatz hätten. Ergebnisse sollen in dieser Woche vorliegen.

Weil die Stadt für den Umbau des Platzes auf befristet zur Verfügung stehende Zuschüsse in Höhe von 18 Millionen Euro angewiesen ist, ist der Zeitplan extrem eng getaktet. Damit im Juli 2020 mit dem Bau begonnen werden kann, muss der Entwurfsbeschluss mit der Detailplanung spätestens Anfang Dezember getroffen werden. Doch auf dem Weg dahin gibt es weitere Hürden. So ist parallel zum Platzumbau auch der Bau eines Fahrradparkhauses unter dem Jahnplatz geplant. Um dessen Erreichbarkeit zu verbessern, könnte es erforderlich sein, in Höhe der Alfred-Bozi-Straße doch wieder einen in beiden Richtungen befahrbaren Radweg anzulegen. Das sollte eigentlich vermieden werden.

Glasdächer wie vor dem Hamburger Rathaus

Auch ein Planungsauftrag für die neuen Haltestellendächer am Jahnplatz soll in Kürze erteilt werden. Die jetzigen Überdachungen waren von Anfang als zu trist kritisiert worden. Jetzt hat sich der Bielefelder Architekt und Künstler Fritz Karl Wachtmann zu Wort gemeldet. Er unterbreitet zwei Vorschläge, wie die Dächer künftig gestaltet werden könnten. Er betont, dass es sich um eine Idee handelt. »Mit meinen 81 Jahren bewerbe ich mich keinesfalls für eine diesbezügliche Architektentätigkeit.«

Statt der jetzigen Flachdächer könnten gewölbte Glasdächer ähnlich denen vor dem Hamburger Rathaus errichtet werden, so Wachtmann. Sie sollten farbig ansprechend gestaltet werden. Auch eine sparsamere Lösung sei aus seiner Sicht denkbar. Dabei würden die Flachdächer in Teilbereichen für farbig gestalteten Glaspyramiden geöffnet.

Kommentare

Anonym  schrieb: 28.10.2019 12:03
Der Jahnplatz sollte vom Individualverkehr befreit werden. Nur so kann der Platz wieder lebenswert werden. Nur noch ÖPNV, Radfahrer und Fußgänger, das würde einiges entspannen. Dann bräuchte man sich um die Ampelphasen keine Gedanken mehr machen. An sich sollte grundlegend überlegt werden, wo man in der Innenstadt noch den Individualverkehr haben möchte.
1 Kommentare
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