Di., 29.10.2019

Jöllenbecker Jung-Unternehmer starten Internetportal »ShopMyCity« Online stöbern, Offline einkaufen

Henrik Schmidt (links) und Jannik Koletzko wollen kleineren Geschäften zu mehr Präsenz im Internet verhelfen.

Henrik Schmidt (links) und Jannik Koletzko wollen kleineren Geschäften zu mehr Präsenz im Internet verhelfen. Foto: Uffmann

Von Hendrik Uffmann

Bielefeld (WB). Pakete, die hin und her geschickt werden und Lieferfahrzeuge, die die Straßen verstopfen – während es anderseits kleine Geschäfte in den Städten oft immer schwerer haben, sich gegen die Konkurrenz im Internet durchzusetzen. Dem wollen Henrik Schmidt und Jannik Koletzko etwas entgegen setzen mit ihrer Online-Plattform »ShopmyCity« .

Auf dieser wollen sie Einzelhändlern in den Innenstädten, die noch nicht im Internet präsent sind und weder die Zeit noch manchmal das Know how haben, sich darum zu kümmern, eine Möglichkeit bieten, dennoch online auf sich aufmerksam zu machen. »Unsere Vision ist es, den Einzelhandel gegenüber dem Onlineshopping zu stärken und so gerade auch die jüngere Generation in puncto Qualität und Nachhaltigkeit zu sensibilisieren«, erklären die beiden jungen Unternehmer aus Jöllenbeck.

Kleine Geschäfte stärken

Die Idee zu der Onlineplattform hatten Schmidt (20) und Koletzko (19) im vergangenen Jahr. Auslöser dafür seien auch die Nachrichten gewesen, dass Millionen von Retouren, die beim Onlineshopping anfallen, nach der Rücksendung einfach vernichtet werden. »Und außerdem wollen wir die kleineren Geschäfte stärken, die ja auch das Besondere einer Stadt ausmachen«, erklärt Koletzko.

So machten sie in ihrem Büro, das sie sich im heimischen Keller in Jöllenbeck eingerichtet haben, an die Arbeit. Während Henrik Schmidt das Programmieren der Website mit dem Titel »ShopmyCity« und der Handy-App übernahm, die ebenfalls verfügbar ist, kümmerte sich Jannik Koletzko um die Gestaltung von Flyern und Plakaten und das Marketing.

Und dann machten sich die beiden Jöllenbecker ganz »offline« auf den Weg und besuchten Geschäfte und Gastronomiebetriebe in der Bielefelder Innenstadt, um ihr Projekt vorzustellen. Und stießen durchaus auf Resonanz.

Bislang positive Resonanz

»Bislang haben wir 16 Geschäfte, die auf unserer Seite vertreten sind, und von 20 weiteren die mündliche Zusage, demnächst mitzumachen«, sagt Henrik Schmidt. Von vornherein gesagt, dass sie keinerlei Interesse haben, hätten nur die wenigsten.

Seit Mitte August ist ihre Seite nun scharf geschaltet und die App aktiv. Die Einzelhändler und Gastronomen, die mitmachen, können nun darauf auf besondere Aktionen, das Eintreffen einer neuen Kollektion oder das neueste Tagesmenü aufmerksam machen – pflegen und mit neuen Nachrichten bestücken sollen sie die einfach zu bedienende Seite selbst. »Wir sind kein Online-Shop, die Geschäfte sollen nicht ihre gesamte Produktpalette veröffentlichen«, betont Henrik Schmidt. »Die Verbraucher sollen durch die Seite auf das vielfältige Angebot, das es in der Stadt gibt, aufmerksam werden, gekauft wird dann offline direkt im Geschäft.«

Für die Geschäftsinhaber und Gastronomen bieten die Jungunternehmer aus Jöllenbeck bis Ende Februar ein kostenloses Schnupperangebot, um ihre Seite kennen zu lernen und zu testen. Danach wollen sie dann verschiedene kostenpflichtige Abo-Modelle für die Händler anbieten. »Das Profil, dass unsere Kunden für ihr Geschäft anlegen können, wird aber dauerhaft kostenfrei bleiben«, erklärt Schmidt.

Plakate und Flyer

Damit auch die Endverbraucher auf die Seite »ShopmyCity« aufmerksam werden, sind Jannik Koletzko und Henrik Schmidt nun wieder ganz »offline« in der Stadt unterwegs und verteilen Poster, Plakate und Flyer, die in den Geschäften ausliegen und über das neue Angebot informieren. Hendrik Schmidt: »Und wir sind in den Social Media-Kanälen unterwegs, um gerade die jüngeren Leute zu erreichen.«

Mit ihrem Angebot hoffen sie auch, den Nerv der Zeit zu treffen. Denn weniger Online-Shopping und Retouren bedeute auch, CO2 einzusparen und den lokalen Einzelhandel gegenüber den großen Ketten zu stärken. Henrik Schmidt: »Und wir möchten, dass die Leute entdecken, wie vielfältig das Angebot direkt in ihrer Stadt ist.«

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