Do., 31.10.2019

Verhandlung am OVG Münster über Herde im Teuto Entscheidung über Abschuss der Mufflons

Mufflons stammen ursprünglich von Sardinien und Korsika. Im Teutoburger Wald lebt eine Herde seit den 60er Jahren. Mit ihren Hörnern und durch Verbiss beschädigen sie Bäumen.

Mufflons stammen ursprünglich von Sardinien und Korsika. Im Teutoburger Wald lebt eine Herde seit den 60er Jahren. Mit ihren Hörnern und durch Verbiss beschädigen sie Bäumen. Foto: dpa

Von Hendrik Uffmann

Bielefeld (WB). In dem seit Jahren schwelenden Streit um die Muffelwildherde im Teutoburger Wald in Dornberg könnte es bald eine Entscheidung geben. Am Freitag kommender Woche verhandelt das Oberverwaltungsgericht in Münster in dem Fall, in dem Waldbesitzer gegen die Stadt Bielefeld geklagt haben, weil die Mufflons Schäden an den Bäumen anrichten.

»Es ist durchaus möglich, dass der 16. Senat noch an dem Verhandlungstag eine Entscheidung verkündet«, sagt Dirk Rauschenberg, Richter und Pressesprecher am Münsteraner Oberverwaltungsgericht (OVG).

Damit könnte dann endlich Klarheit darüber herrschen, ob die Mufflonherde, die seit dem 1960er Jahren im Teutoburger Wald  rund um den Bereich zwischen Fernsehturm Hünenburg und Peter auf dem Berge lebt, umgesiedelt oder sogar abgeschossen werden muss.

Waldbesitzer fordert Totalabschuss

Gegenüber stehen sich in dem Fall die Stadt Bielefeld und die Klasingsche Familienstiftung, die im Teutoburger Wald 133 Hektar Wirtschaftswald betreibt.

Bereits 2013 hatte das Verwaltungsgericht in Minden den Fall bearbeitet, nachdem die Klasingsche Familienstiftung bei der Stadt zum wiederholten Mal den Totalabschuss der Mufflons beantragt hatte, da die Tiere große Schäden an den Bäume anrichten – vor allem im Frühjahr schälen sie mit ihren Hörnern die Baumrinden ab. Schließlich hatte die Stiftung gegen den Abschussplan der Stadt geklagt hatte, da dieser zwar eine Kontrolle des Bestandes auf maximal zwölf Tiere vorsah, nicht aber den von der Stiftung geforderten Abschuss aller Mufflons.

Damals hatte das Mindener Gericht die Stadt verpflichtet, den Abschussplan aufzuheben und den Antrag auf Totalabschuss des Muffelwildes neu zu entscheiden, wobei die Rechtsauffassung der Mindener Richter berücksichtigt werden müsse. Diese hatten bemängelt, dass die Eigentumsbeeinträchtigungen durch gravierende Wildschäden bei der Abwägung nicht hinreichend gewichtet worden seien.

Nach viereinhalb Jahren Verhandlung vor dem OVG

Die Stadt wiederum hatte ernstliche Zweifel an der Richtigkeit des damaligen Urteils geäußert. Unter anderem hatte Bielefelds Umweltdezernentin Anja Ritschel bemängelt, dass der Urteilsspruch in Minden ohne mündliche Anhörung der Fachleute erfolgt war. Auch in der Politik, unter anderem in der Bezirksvertretung Dornberg, hatte sich bereits seit 2011 Widerstand gegen den Abschuss der Muffelherde formiert.

Die Stadt hatte schließlich die Berufung des Verfahrens beim Oberverwaltungsgericht in Münster beantragt. Nachdem die Klasingsche Familienstiftung im März 2014 erneut geklagt hatte, ließ das Oberverwaltungsgericht Münster (OVG) im Januar 2015 die Berufung der Stadt wegen besonderer rechtlicher und tatsächlicher Schwierigkeiten zu.

Nach nun mehr als viereinhalb Jahren kommt es am Freitag kommender Woche zur mündlichen Verhandlung vor dem Oberverwaltungsgericht.

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