Mi., 06.11.2019

Mobiel schränkt Bus- und Stadtbahnverkehr in Bielefeld massiv ein Demos am Samstag: Hier geht gar nichts

Demos im November 2018

Demos im November 2018

Von Hans-Heinrich Sellmann

Bielefeld (WB). Am kommenden Samstag brauchen alle Verkehrsteilnehmer mit dem Ziel Innenstadt sehr gute Nerven. Wegen der Neonazi-Demo und der Gegenveranstaltungen werden Straßen gesperrt. Und deshalb fahren etliche Busse und Bahnen nur eingeschränkt, muss ein Teil des Stadtbahnverkehrs sogar komplett eingestellt werden.

Zwischen 11 und voraussichtlich 20 Uhr müssen Fahrgäste mit noch größeren Beeinträchtigungen rechnen als vor einem Jahr aus dem gleichen Anlass. »Dieses Mal kommt erschwerend hinzu, dass auch Abfahrten des Ostwestfalendamms von Sperrungen betroffen sind«, sagt Kai-Uwe Steinbrecher, Geschäftsbereichsleiter Technik bei den Verkehrsbetrieben Mobiel. »Der OWD fällt damit als Ausweichstrecke aus«, ergänzt Mobiel-Bezirksverkehrsmeister Ulrich Hollmann.

Busse und Bahnen dürfen ebenso wie der übrige motorisierte Verkehr ein Sperrgebiet zwischen Hauptbahnhof und Landgericht nicht befahren (zu sehen auf der Karte rechts). So sind die Stadtbahnen der Linie 1 (ab Schildesche), der 2 (ab Altenhagen) und der 3 (ab Babenhausen Süd) nur bis zum Jahnplatz und zurück unterwegs. Die Linie 3 fährt ab Lohmannshof bis zum Hauptbahnhof und zurück. Die wegen der Hochbahnsteigarbeiten am Klinikum zurzeit ohnehin eingeschränkte Linie 3 pendelt zwischen Stieghorst und Oststraße, wird danach wie gewohnt von einem Schienenersatzverkehr abgelöst, aber Samstag nur bis zum Kesselbrink.

»Es geht um Demonstrationsfreiheit, öffentliche Sicherheit und Ordnung«

Auf allen anderen Strecken geht gar nichts. Das hat unter anderem damit zu tun, dass am Landgericht auf der Detmolder Straße der Strom auf den Oberleitungen abgeschaltet werden muss. »Das hat die Polizei für den Fall vorgeschrieben, dass sie Wasserwerfer einsetzen muss«, sagt Steinbrecher.

Überhaupt gebe die Polizei am Samstag den Rahmen vor. »Es geht um Demonstrationsfreiheit, öffentliche Sicherheit und Ordnung. Verkehre spielen dabei keine Rolle«, sagt Mobiel-Geschäftsführer Martin Uekmann. »Unsere Aufgabe ist es, die Erreichbarkeit in Bielefeld sicherzustellen. Das versuchen wir, soweit es geht, wird aber nicht vollständig gelingen.« Er rechnet damit, dass die Fahrpläne während der etwa neun Stunden faktisch außer Kraft sind. Auch weil zahlreiche Staus wohl nicht zu verhindern sind. »Ich kann nur appellieren, das Auto an dem Tag stehen zu lassen. Damit geht’s nicht besser und der ÖPNV wird noch mal erschwert.« Wer nicht komplett verzichten möchte, könne beispielsweise die Uni-Parkhäuser nutzen und dort in die Linie 4 Richtung Innenstadt umsteigen.

Auf zwölf Linien kommt es zu Einschränkungen

Mobiel stellt zwar keine Buslinie komplett ein, auf zwölf Linien werde es aber zu Einschränkungen kommen: 21, 22, 23, 24, 25, 26, 27, 28, 29, 87, 95, 369 und beim Schienenersatzverkehr der Linie 3. Auch hier ist am Rand des Sperrgebietes Schluss. Auf den Linien 22, 24, 29, 87 und 95 können einzelne Äste gar nicht befahren werden. Um die Stadtbahnlinie 1 zu ersetzen, wird die Linie 135 bis zum Brackweder Bahnhof verlängert. Wer zum Hauptbahnhof möchte, kann von dort (auch mit Mobiel-Ticket) bis zum Hauptbahnhof weiter fahren. Nur eingeschränkt unterwegs sind auch Busse der BVO: die Linien 48, 59, 62, 88, 350 und 351.

Bei den betroffenen Abfahrten des Ostwestfalendamms handelt es sich nach Auskunft von Polizei-Sprecher Knut Packmohr um die komplett gesperrte Anschlussstelle Jöllenbecker Straße (Neues Bahnhofsviertel) sowie Stapenhorststraße und Johannistal. An der Stapenhorststraße geht es vom OWD nur Richtung Dornberg/Werther, aus dem Johannistal nur Richtung Brackwede.

Infos über Mobiel-Hotline

Auch wenn’s schwer wird: Damit Fahrgäste halbwegs den Überblick behalten können, haben die Verkehrsbetriebe das Personal erheblich aufgestockt. An zahlreichen (nicht an allen) Endhaltestellen werden Service-Mitarbeiter eingesetzt. Aus technischen Gründen könne die Mobiel-App, die Monitore und die Fahrkartenautomaten an den Haltestellen nicht für einen Tag auf die besondere Situation umgerüstet werden.

Deshalb gebe es eine Internetseite, auf der über alle Änderungen informiert und die im Laufe des Tages permanent aktualisiert werde. Denn sollte sich das Demonstrationsgeschehen auf andere als die vorgesehenen Routen und Orte verlagern, könnten weitere Linien betroffen sein. Mobiel ist zudem unter Telefon 0521/514545 und über Facebook erreichbar. Mehr infos gibt es hier .

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Mehr zum Thema

Anzeige


https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7045329?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198387%2F2513179%2F