So., 10.11.2019

Leonardo da Vinci und seine »Bewegenden Erfindungen« Der Künstler als Ingenieur

Am Drehkran nach Leonardos Plänen: (von links) Thomas Filipiak (Kommunikations-Designer) führt Projektkoordinatorin Christiana Weiser, Andreas Wollensak (technischer Kurator) und Museumsdirektor Dr. Wilhelm Stratmann die Funktion vor.

Am Drehkran nach Leonardos Plänen: (von links) Thomas Filipiak (Kommunikations-Designer) führt Projektkoordinatorin Christiana Weiser, Andreas Wollensak (technischer Kurator) und Museumsdirektor Dr. Wilhelm Stratmann die Funktion vor. Foto: Bernhard Pierel

Von Burgit Hörttrich

Bielefeld (WB). Auf diese Ausstellung hat die Mona Lisa ein wachsames Auge: Das Historische Museum im Ravensberger Park zeigt buchstäblich bewegende Erfindungen von Leonardo da Vinci.

500 Jahre nach dem Tod des Künstlers, Ingenieurs und Gelehrten haben Studierende des Fachbereiches Ingenieurwissenschaften und Mathematik der Fachhochschule Bielefeld weitere Modelle nach Skizzen Leonardos gebaut.

Das Historische Museum, so dessen Direktor Dr. Wilhelm Stratmann, habe eine erste Leonardo-Schau 2012/13 gezeigt, inzwischen sei die Anzahl der Exponate auf 110 angewachsen. Basis, so Andreas Wollensak als technischer Kurator, seien immer die Skizzen Leonardo da Vincis (1452-1519). Das erste Modell vor inzwischen 15 Jahren sei ein Flaschenzug gewesen. Man bediene mit den Exponaten inzwischen Museen europaweit. Die Modelle würden technische Prinzipien nachvollziehbar machen und zum Experimentieren einladen.

Die Ausstellung im Historischen Museum sei ein Streifzug durch die Gedankenwelt Leonardos. Die Exponate zeigen Maschinenelemente wie etwa Sperrklinke oder Steinzangen, die Weiterentwicklung der Druckerpresse, Kornmühle, Spinnmaschine oder Nockenhammer.

Kriegstechnik sei ein großes Thema gewesen. Mit Entwicklungen für solche Konflikte verdiente sich Leonardo auch seinen Lebensunterhalt. So ist ein mit Kanonen bestückter Panzer zu sehen und Brücken, die schnell auf- und abgebaut und transportiert werden können.

Der Hub- und Fördertechnik galt sein Interesse ebenso wie Musik und Theater: Er entwickelte Musikinstrumente, einen Trommelautomaten und ein Kabinett, in dem das eigene Spiegelbild bis ins Unendliche vervielfältigt werden kann.

Erfindungen dürfen nicht fehlen

Natürlich dürfen seine Erfindungen aus dem Bereich des »Flugwesens« nicht fehlen: Luftschraube, Fallschirm, Gleitflügel.

In Zukunft, so Andreas Wollensak, werde die Ausstellung um virtuelle Modelle erweitert, die zum Beispiel im 3-D-Drucker fassbar würden. Er ist überzeugt: »Würde Leonardo heute leben, würde er die vorhandenen Techniken allesamt nutzen.«

Im Historischen Museum darf nicht nur buchstäblich bewegt werden, die technischen Exponaten wurden ergänzt eben durch Mona Lisa- und Abendmahl-Abbildung. Und auch das berühmte Altersselbstbildnis Leonardos fehlt nicht.

Die Ausstellung wird an diesem Sonntag um 11.30 Uhr eröffnet. Im Anschluss an die Grußworte stellen Andreas Wollensak als technischer Kurator und Prof. Dr. Hiram Kümper (Universität Mannheim) Projekt und Schau vor. Ebenfalls um 11.30 Uhr haben Kinder zwischen drei und fünf Jahren die Gelegenheit, selbst entworfene Musikinstrumente Leonardos kennenzulernen. Zur Ausstellung gibt es ein ausführliches Begleitprogramm. Alle Bielefelder Grundschulen können die Veranstaltungen dieses Begleitprogramms kostenfrei buchen.

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