Di., 19.11.2019

Überrollter 20-Jähriger: Polizei sucht dringend Zeugen, um Hergang zu klären Tödlicher Unfall bleibt rätselhaft

Tiefe Trauer um den getöteten 20-Jährigen: Die Gedenkstätte an der Unfallstelle wird von Tag zu Tag größer.

Tiefe Trauer um den getöteten 20-Jährigen: Die Gedenkstätte an der Unfallstelle wird von Tag zu Tag größer. Foto: Jens Heinze

Bielefeld (WB/hz). 48 Stunden nach dem tragischen Unfalltod eines auf der Vilsendorfer Straße von einem Bus überrollten 20-Jährigen sind die Hintergründe des Geschehens immer noch unklar.

Den Angaben des ermittelnden Staatsanwaltes Christopher York zufolge hätten sich die Hinweise verdichtet, dass der Mann am Samstag gegen 5.24 Uhr bereits auf Fahrbahn lag, als er vom zwölf Tonnen schweren Bus erfasst wurde. Dessen Fahrer war nach Schicht­ende auf der Nachtbuslinie N 8 (Jahnplatz-Spenge) mit dem leeren Fahrzeug auf dem Heimweg. In der lang gezogenen, von Laternen unbeleuchteten Linkskurve auf der stadteinwärts führenden Spur der Straße etwa auf der Hälfte zwischen Jöllenbeck und Vilsendorf wurde dann der 20-Jährige vom Zwölftonner erfasst.

Aufwendige Gutachten

Die Polizei und die Prüforganisation Dekra klären jetzt mit aufwendigen Gutachten, ob den Busfahrer eine Mitschuld am Unfall trifft und ob er im Dunkeln den auf dem Asphalt liegenden jungen Mann im Scheinwerferlicht hätte erkennen und rechtzeitig bremsen können. Zudem geht es um die Frage, ob der Fahrer auf der Vilsendorfer Straße die vorgeschriebene Geschwindigkeit einhielt.

Die Polizei habe auf der stundenlang vollgesperrten Straße mit einem 3-D-Laserscanner ein detailliertes Panorama von der Unfallstelle gefertigt, sagte York. Ein Dekra-Experte habe eigene Untersuchungen vorgenommen und bei Tageslicht unter anderem Luftaufnahmen mit einer Drohne von der Unfallstelle gemacht.

Was hat der 20-Jährige vor dem Unfall gemacht?

Weiterhin rätselhaft ist, was der 20-Jährige aus Vilsendorf unmittelbar vor dem Unfall gemacht hat. Staatsanwalt York sagte, der junge Mann habe in der Nacht zum Samstag erst in der »Bierbörse« im Neuen Bahnhofsviertel gefeiert. Am frühen Morgen habe er sich mit einem Taxi nach Hause bringen lassen.

Dann ging der Vilsendorfer offenbar in Richtung Jöllenbeck. Warum er das tat und was dann bis zum Unfallzeitpunkt geschehen ist, ist unbekannt. Die Polizei, Telefon 0521/5450, sucht zur Aufklärung dringend Zeugen.

Keine Hinweise auf weiteren Unfall

Die Leiche des Unfallopfers wurde am Montagnachmittag obduziert. Todesursächlich waren demnach die durch den Unfall mit dem Bus erlittenen Verletzungen.

Die durch die Sachverständigen getroffenen Feststellungen ergaben keine Hinweise auf eine vorherige Gewaltanwendung gegen den Verstorbenen, teilte die Polizei am Dienstagmorgen mit. Es haben sich darüber hinaus keine Hinweise ergeben, dass der Verstorbene vor dem Busunfall in einen weiteren Unfall verwickelt war.

 

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