Mi., 20.11.2019

Karte der Netzagentur zeigt: vor allem Lippe und der Süden betroffen – Mit Fotostrecke Funklöcher in OWL

So stellt sich die Mobilfunkabdeckung in OWL unter Berücksichtigung der drei Netzbetreiber dar. Die Karte der Bundesnetzagentur entsteht auf der Basis von Messungen von Handynutzern mit der App »Breitbandmessung«. Quelle: Bundesnetzagentur/Montage: Oliver Horst

So stellt sich die Mobilfunkabdeckung in OWL unter Berücksichtigung der drei Netzbetreiber dar. Die Karte der Bundesnetzagentur entsteht auf der Basis von Messungen von Handynutzern mit der App »Breitbandmessung«. Quelle: Bundesnetzagentur/Montage: Oliver Horst

Von Bernhard Hertlein 

Bonn/Bielefeld (WB). Die Bundesnetzagentur hat eine Karte online gestellt, auf der man interaktiv die größten Funklöcher in Deutschland ausfindig machen kann. Basis sind Daten von Nutzern der Breitbandmessung-App, besser bekannt als »Funkloch-App«.

Gefühlt geht es vielen wie dem Bielefelder Unternehmer Eduard Dörrenberg: »Wenn ich mit dem Auto von Bielefeld zum Flughafen nach Münster, Paderborn oder Hannover fahre, gibt es seit Jahren die gleichen Funklöcher«, erklärte er vor sechs Monaten im Gespräch mit dieser Zeitung. Tatsächlich geht der Ausbau der Mobilfunknetze in der Region nach wie vor sehr schleppend voran.

160 Millionen Messpunkte als Basis

Wie langsam, auch das zeigt die Karte der Bundesnetzagentur, lässt sie sich doch auf unterschiedliche Zeiträume zwischen drei Monaten und zwei Jahren einstellen.

Basis sind bisher knapp 160 Millionen Messpunkte. Viele befinden sich naturgemäß entlang von Straßen, auf der die Nutzer der App unterwegs waren.

Einzelkarten für die verschiedenen Anbieter

Es gibt zusätzlich zur Gesamtkarte auch einzelne für die Mobilfunkanbieter Deutsche Telekom (D1-Netz), Telefonica (E-Netz) und Vodafone (D2-Netz). Zudem ist die Verfügbarkeit von 2G (GSM) sowie der schnelleren Standards 3G (UMTS) und 4G (LTE) abrufbar.

Schon ein kurzer Blick auf die Karte von Ostwestfalen-Lippe zeigt, wo die meisten und größten Funklöcher und Schwachstellen sind. Einer der Schwerpunkte ist das Gebiet zwischen Altenbeken und Brakel. An der Bundesstraße 252 reihen sich die Funklöcher zwischen Brakel und Nieheim insbesondere auf dem südlichen Teilstück bis Erwitzen. Hinzu kommen Altenbeken selbst sowie Teile von Bad Driburg und Willebadessen. Südlich von Beverungen lässt sich ebenfalls schwer ohne Störung telefonieren und surfen, vor allem rund um Dalhausen.

Täler in Lippe und Gebiete im Kreis Minden-Lübbecke oft betroffen

Oft abgeschnitten sind weiterhin einige Täler in Lippe, vor allem Extertal und Kalletal. Im Kreis Minden-Lübbecke gibt es größere Funklochgebiete etwa nördlich von Heisterholz bei Petershagen, westlich von Espelkamp, östlich von Rahden sowie an der Bundesstraße 239 südlich von Lübbecke.

Besser ist die Situation im Stadtgebiet von Bielefeld und in den Kreisen Herford und Gütersloh. Ausnahmen sind vor allem zwischen Halle, Borgholzhausen und Werther auf den Höhen des Teutoburger Waldes sowie rund um Versmold.

Karte soll zur besseren Einschätzung dienen

Die Bundesnetzagentur hält sich mit einer eigenen Bewertung der Ergebnisse der Funkloch-App zurück. »Die Karte dient dazu, dass Betroffene eine Situation vor Ort besser einschätzen können«, sagte ein Sprecher der Bundesnetzagentur in Bonn. Allerdings, so gibt der Sprecher auch zu bedenken, seien die Messungen nur bedingt aussagekräftig, um etwa die Gesamtleistungsfähigkeit einer Mobilfunkzelle beurteilen zu können. Der Grund liege darin, dass nicht jeder Smartphone-Nutzer über einen Handyvertrag verfügt, der beispielsweise auch den Standard 4G umfasst. Die Funkloch-App beziehungsweise die Karte werde weiter mit Daten von Nutzern ergänzt. »Wir pflegen die Daten wöchentlich ein.«

Bitkom: Ausbau mit eigener interaktiven Karte beschleunigen

Der Digitalverband Bitkom will den Ausbau des Mobilfunknetzes derweil mit einer eigenen interaktiven Karte beschleunigen. Am Dienstag wurde sie online gestellt. Auf der Karte sind mehr als 1200 Problemstandorte vermerkt. Einer ist laut Bitkom das Benhauser Feld bei Paderborn. Auch nach 15 Monaten könne dort noch keine Sendestation errichtet werden, weil behördliche Zustimmungen fehlten, heißt es. Ein anderes Beispiel betrifft den Bielefelder Stadtteil Altenhagen. Dort wird laut Bitkom nun schon seit drei Jahren und acht Monaten vergebens ein Grundstückseigentümer gesucht, der bereit ist, für einen Mobilfunkmasten zu vermieten.

Sollte jemand Interesse an einem Vertragsabschluss haben, soll er dies der Bitkom mitteilen, die das Angebot weiterreicht. Mehr Infos hier und hier.

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