Mi., 20.11.2019

Dezernent Gregor Moss weist Kritik zurück Früheres Telekom-Hochhaus: Sanierung mit »Zeitdruck«

Die neue Gestaltung des Telekom-Hochhauses sorgt für Kritik.

Die neue Gestaltung des Telekom-Hochhauses sorgt für Kritik.

Bielefeld (WB/bp). In einem Schreiben, das lediglich mit »Eine Bielefelder Politikerin« unterzeichnet ist, muss sich Dezernent Gregor Moss anonym vorwerfen lassen, er habe »eigenmächtig« die Genehmigung für die Neugestaltung des Telekom-Hochhauses erteilt.

Der Politik sei diese Entscheidung erst »im Nachhinein« mitgeteilt worden. Dabei hätte es doch von Seiten des Beirates für Stadtgestaltung Kritik daran gegeben, dass die Verkleidung der Nordfassade und des Sockels geschwungen und nicht rechteckig ausgebildet werden solle.

Gregor Moss betont, dass der Eigentümer des Telekom-Hochhauses, das Unternehmen Goldbeck Bau, »auf alle anderen Kritikpunkte des Beirates eingegangen« sei. Ausnahme sei die Fassade im Erdgeschoss. Dort, so sei ihm von Unternehmenseite her versichert worden, stände man unter Zeitdruck, weil die Fassaden-Elemente eigens von der Firma Schüco entwickelt würden. Zudem wolle Goldbeck den Philip-Reis-Platz vor dem Hochhaus so schnell wie möglich ebenfalls umgestalten und dazu Städtebaufördermittel in Anspruch nehmen. Diese Zuschüsse aber müssen Ende 2020 verbaut sein. Deshalb sei Dringlichkeit angebracht gewesen.

»Entgegenkommen gegenüber dem Bauherren«

Außerdem, betont Moss, habe die Stadtverwaltung »keine rechtliche Handhabe«, gegen die Fassadengestaltung vorzugehen. Was jedoch auch – abgesehen von offenbar einzelnen Beiratsmitgliedern und/oder Politikern – auch niemand wolle oder sich dementsprechend geäußert habe.

Moss sagt, die Gremien – auch der Beirat für Stadtgestaltung – habe seit Sommer mehrfach getagt. Alle Ausschüsse seien über den Stand des Verfahrens und die Fassadengestaltung schriftlich informiert worden. Es habe keine Einwände gegeben. Er persönlich halte den Entwurf für die Neugestaltung des Hochhauses für gut.

Die anonyme Briefschreiberin spricht dagegen von »Entgegenkommen gegenüber dem Bauherren« und fragt, ob »normale Bürger« auch ein solches Entgegenkommen erwarten dürften.

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