Di., 03.12.2019

Ein kleines Kinderfahrrad steht seit Monaten an einer Straßenkreuzung Alles überdauert

Seit Monaten trotzt dieses Kinderfahrrad in der Ravensberger Straße der Großbaustelle und den Jahreszeiten.

Seit Monaten trotzt dieses Kinderfahrrad in der Ravensberger Straße der Großbaustelle und den Jahreszeiten. Foto: Heinz Stelte

Bielefeld (WB/St). Es hat überdauert: die Jahreszeiten, Wind und Regen, die Hitze und Sonne, besonders aber – Bagger und Teermaschinen, schwere Lastwagen und breite Walzen, Schotter und Kies, Steine und Presslufthammer.

Seit Monaten steht ein rot-gelb-blaues Kinderfahrrad an der Kreuzung Ravensberger Straße / August-Bebel-Straße, dort, wo seit gut ebenso langer Zeit reges Baustellentreiben herrscht, ordentlich abgestellt an einem Straßenschild und vorschriftsmäßig mit einem Schloss gegen Diebstahl gesichert. Dort, wo neue Schienen für die Stadtbahnlinie 3 verlegt werden, die Straße einen neuen Belag erhält, wo neue Abwasserrohre eingelassen werden und neue Bürgersteige entstehen. Die Welt rings um das kleine Rad, sie wurde ordentlich umgekrempelt. Kein Stein bliebt auf dem anderen, nur das Straßenschild und das kleine Rad, sie blieben unberührt.

Zumindest weitestgehend. Mal stand das Rädchen angelehnt am Schild, dann hing es halb in der Luft, mal lag es fast am Boden. Doch es verschwand nicht. Keine Frage, das Kinderfahrrad muss so manchem Bauarbeiter im Wege gewesen sein bei seiner Tätigkeit. Doch in all den Monaten, in denen es an seinem Straßenschild lehnte, blieb es unbeschädigt. Kein dicker Lkw-Reifen touchierte, keine schwere Baggerkette überrollte es.

Kommt eines Tages der Besitzer?

Es muss ganz zu Beginn der dortigen Bauarbeiten gewesen sein, dass seine Besitzerin oder sein Besitzer, das Rad ist durchaus geschlechterneutral, das kleine Zweirad dort abgestellt hat. Ganz Gewiss in Begleitung eines Erziehungsberechtigten, denn die Größe des Rades lässt darauf schließen, das der Fahrer bzw. die Fahrerin nicht allein unterwegs gewesen sein kann.

Dann wurde es vergessen. Sollte es später abgeholt werden, und der Schlüssel für das Schloss ging verloren? Oder hat der kleine Besitzer den Spaß am Radeln verloren, und niemand macht sich mehr die Mühe, es abzuholen? Der Gründe mag es viele geben.

Und fraglich bleibt auch, wie lange es wohl dort noch überdauert. Kommt eines Tages doch noch der rechtmäßige Besitzer? Und wenn ja, wer mag es sein? Oder verschwindet es einfach irgendwann auf nimmer wiedersehen?

Ende der Woche werden die Bauarbeiter abziehen. Für das kleine Rad beginnt ein neuer Lebensabschnitt an der Ecke August-Bebel-/Ravensberger Straße.

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