Mi., 04.12.2019

Online-Portal hat bundesweit Tarife verglichen ÖPNV ist für Schüler in Bielefeld teuer

Symbolbild.

Symbolbild. Foto: Thomas F. Starke

Bielefeld (WB). Bus und Bahn sind in Bielefeld im Vergleich zu anderen deutschen Großstädten teuer. Zu diesem Ergebnis kommt eine Analyse des Online-Portals „testberichte.de“.

Danach landet Bielefeld bei 43 untersuchten deutschen Städten auf Rang 34. Betrachtet wurden die Preise (werktags 8 Uhr) für Einzelfahrscheine für Erwachsene, Kinder, Hunde und Fahrräder sowie die Abopreise von Monatskarten für Erwachsene und Schüler. Maßgeblich für die Auswertung war jeweils das gesamte Stadtgebiet. Nicht eingerechnet wurden Vorverkaufsrabatte, wie es sie auch in Bielefeld gibt.

Besonders teuer ist der Öffentliche Personennahverkehr in Bielefeld für junge Fahrgäste. Beim Schülermonatsticket (57 Euro) landet die Stadt auf dem vorletzten Platz, bei der Einzelfahrt für ein Kind (1,80 Euro) auf Platz 40. Auch beim Preis für die Kurzstrecke (1,90 Euro) und der einfachen Fahrt (3 Euro) liegt Bielefeld auf den letzten zehn Rängen. Lediglich die Preise für die Monats- (59,70) und die Tageskarte (6,80 Euro) reichen für einen Platz im Mittelfeld (jeweils Rang 20). Beim Gesamtergebnis ist Bielefeld bundesweit Absteiger des Jahres im Vergleich zu 2018 und fällt von Platz 12 auf Platz 34. Erhoben wurden die Daten vom 1. bis zum 21. November.

Der FDP-Vorsitzende Jan Maik Schlifter sieht sich bei dem Städtevergleich in seiner Forderung nach einem kostengünstigen Schulticket bestätigt: „Dass in Bielefeld ausgerechnet die Tickets für Kinder und Jugendliche nochmal besonders teuer sind, zeigt den dringenden Handlungsbedarf. Jahrelang wird von ÖPNV-Förderung gesprochen, doch da, wo man als erstes ansetzen müsste, hat die Koalition gepennt.“ Er verweist auf einen Ratsbeschluss vom September, in dem die Verwaltung beauftragt wurde, bis Ende des Jahres ein Konzept für ein Schulticket zu erstellen. Die von Rot-Grün angestrebten 30 Euro pro Monat und Kind sind für die FDP jedoch zu teuer. Schlifter: „Wir fordern maximal 20 Euro und eine Geschwisterkindregelung. Wer möchte, dass sich Schülerinnen und Schüler früh mit Bahn und Bus in der Stadt bewegen und Verkehr mit Elterntaxen reduzieren will, muss das Ticket attraktiv machen. So könnte Bielefeld ja auch mal Vorbild für andere Städte sein, aber Rot-Grün orientiert sich wie immer am Durchschnitt.“

„Wir sind da dran und prüfen das, da wird sich etwas tun,“ erklärt Stadtwerke-Sprecherin Birgit Jahnke. Das Ergebnis des Städtevergleichs sei ihrer Meinung nach verzerrt, denn die unterschiedlichen Tarife in den Städten seien nur bedingt vergleichbar. Außerdem sei Bielefeld eine Flächenstadt, eine Einzelfahrt könne bis zu 20, 30 Kilometer betragen. „Das wird bei der Untersuchung nicht berücksichtigt,“ so Jahnke. Außerdem sei das günstige Clip-Ticket von Mobiel, mit dem eine einfache Fahrt nur 1,35 Euro kostet, nicht eingerechnet. Etwa eine halbe Million Bus- und Bahnkunden hätten bereits von diesem Ticket Gebrauch gemacht.

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