Mi., 04.12.2019

Schwurgericht verurteilt Bielefelder (27) nach Angriff auf Ex-Freundin in Stieghorst Sechs Jahre Haft für Messerstecher

Das Landgericht in Bielefeld.

Das Landgericht in Bielefeld. Foto: Friso Gentsch/dpa

Von Jens Heinze

Bielefeld (WB). Sieben Monate nach dem blutigen Messerangriff auf eine Studentin (26) in Stieghorst ist der Bielefelder Ex-Freund der Frau am Dienstag zu sechs Jahren Haft verurteilt worden. Außerdem ordnete das Schwurgericht (10. Große Strafkammer des Landgerichtes) die Unterbringung des alkohol- und kokainsüchtigen Angeklagten im geschlossenen Entzug in der Fachklinik Schloß Haldem an. Zuvor muss der wegen Gewalttaten an Frauen bereits einschlägig vorbestrafte Bielefelder (27) ein Jahr Haft verbüßen.

Gericht spricht dem Opfer 15.000 Euro Schmerzensgeld zu

Dem Opfer sprach die Strafkammer 15.000 Euro Schmerzensgeld zu, das der Täter zu zahlen hat. Die Studentin wäre bei der Messerattacke des ungelernten Gelegenheitsarbeiters beinahe gestorben, sagte Staatsanwalt Veit Walter in seinem Plädoyer. Ein zwölf Zentimeter langer Stich in die linke Flanke der 26-Jährigen endete ganz knapp vor der Hauptschlagader ihres Beckens. Der Angreifer hatte die Tatwaffe mit enormer Wucht eingesetzt – die Klinge seines Messers war nur halb so lang wie der Stichkanal. „Es ist reiner Zufall, dass das Opfer überlebt hat“, sprach Vorsitzender Richter Christoph Meiring von einer „Gewaltexplosion“ des Angeklagten .

Die Messerattacke vom 4. Mai dieses Jahres gegen 8.35 Uhr an der Straße Löllmannshof war der blutige Höhepunkt eines seit Monaten schwelenden Trennungsstreits zwischen dem Täter und dem Opfer (diese Zeitung berichtete mehrfach). Die beiden Bielefelder waren drei Jahre lang von 2015 bis 2018 ein Paar. Dann beendete die Studentin die problematische Beziehung, in deren Verlauf sie unter anderem körperliche Gewalt erlitten hatte.

Ex-Freundin hatte Näherungsverbot gegen den Angeklagten erwirkt

„Diese Zurückweisung konnten Sie nicht verkraften“, sagte Vorsitzender Richter Meiring bei der Urteilsverkündung zum Angeklagten. Der 27-Jährige bedrohte, beleidigte und belästigte seine Ex-Freundin und deren Familie so lange, bis die junge Frau am 6. Dezember vergangenen Jahres vor Gericht ein Näherungsverbot nach dem Gewaltschutzgesetz erwirkte. Das nutzte nichts – bereits einen Tag später wollte der Bielefelder wieder einmal ins Elternhaus der 26-Jährigen einbrechen.

Verurteilt wurde der Angeklagte unter anderem wegen versuchten Totschlags an seiner Ex-Freundin. Das Gericht erkannte auf verminderte Schuldfähigkeit – der Mann hatte zur Tatzeit 1,9 Promille Alkohol im Blut und eine große Menge Kokain konsumiert. Mit einbezogen in die Strafe wurden weitere vom 27-Jährigen begangene Delikte wie Körperverletzung, Beleidigung, Bedrohung und Angriff auf Polizisten.

Kommentare

Mit * markierte Felder sind Pflichtfelder

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Mehr zum Thema

Anzeige


https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7110075?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198387%2F2513179%2F