IG Metall wartet auf Reaktion der Gestamp-Zentrale
Keine Antwort aus Madrid

Bielefeld (WB/peb). Zwischen der Geschäftsführung und dem Betriebsrat des Autozulieferers Gestamp gibt es noch keine Einigung über den geplanten Abbau von 201 Arbeitsplätzen im Brackweder Werk des spanischen Konzerns. Eine Betriebsversammlung am Mittwoch war aus diesem Grund vorzeitig abgebrochen worden, sagt die Erste Bevollmächtigte der Gewerkschaft IG Metall in Bielefeld, Ute Herkströter. Man habe der Geschäftsleitung jetzt eine Frist von einer Woche gesetzt, sich zu einem Angebot der Arbeitnehmerseite zu äußern.

Sonntag, 08.12.2019, 10:00 Uhr
Bei Gestamp gibt es noch keine Entscheidung zum geplanten Jobabbau. Foto: Peter Bollig
Bei Gestamp gibt es noch keine Entscheidung zum geplanten Jobabbau. Foto: Peter Bollig

Die Geschäftsleitung hatte die Gewerkschaft und den Betriebsrat gebeten, den 2015 ausgehandelten Zukunftstarifvertrag zu ändern. Mit Blick auf die rückläufige Auftragslage in der Branche will Gestamp 201 Stellen abbauen und dafür auch Kündigungen aussprechen. Der Tarifvertrag verbietet allerdings betriebsbedingte Entlassungen bis 2021. Der spanische Inhaber verpflichtete sich zudem, innerhalb von fünf Jahren 90 Millionen Euro in das Werk zu investieren. Im Gegenzug leisten die Mitarbeiter einen Beitrag vor allem in Form zeitlich befristeter, unbezahlter Mehrarbeit.

Herkströter zufolge seien Betriebsrat und Gewerkschaft bereit, dem Stellenabbau zuzustimmen, zudem insgesamt 127 Millionen Euro an Einsparungen durch Personalabbau und weitere Maßnahmen beizusteuern, um die Wettbewerbsfähigkeit des Standortes zu erhalten. Im Gegenzug erwarten die Beschäftigten eine Beschäftigungssicherung, einen Investitionsplan und die Zusicherung über Aufträge, die vom Werk in Brackwede bearbeitet und nicht anderen Werken zugeschlagen werden.

Das Angebot hatten IG Metall und Betriebsrat bei Verhandlungen vor gut einer Woche gemacht, eine Antwort sollte es Ute Herkströter zufolge kurz darauf von der Konzernleitung in Madrid geben. Weil die bislang ausgeblieben ist, wurde sie bis kommenden Mittwoch eingefordert. Komme es zu keiner Verständigung, bleibe es beim Zukunftstarifvertrag, der noch bis 2021 gelte.

Der Stellenabbau ist nach Angaben von Gestamp geplant im so genannten indirekten Bereich, also unter anderem in der Verwaltung, nicht aber in der Produktion. Das Unternehmen entwickelt und fertigt Karosserie- und Fahrwerkskomponenten für verschiedene Automobil- und Nutzfahrzeughersteller.

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