OWL-Plattform wird Projekt der Regionale 2022 – eine Million Förderung
Direkt zur Kultur

Bielefeld/Detmold (WB). Normalerweise müsste es so etwas längst geben. Es gibt sie aber bisher nicht: eine OWL-Kultur-Plattform, die einen Überblick über alle Ausstellungen, Konzerte, Theateraufführungen und andere Veranstaltungen in ganz Ostwestfalen-Lippe liefert und viel mehr als bloß ein Terminkalender ist.

Mittwoch, 08.01.2020, 05:15 Uhr aktualisiert: 08.01.2020, 05:30 Uhr
Start für das Regionale-2022-Projekt OWL-Kultur-Plattform im Stadttheater Bielefeld (von links): Prof. Dr. René Fahr (Universität Paderborn), Ariane Schmitt-Chandon (OWL-Kulturbüro), Natascha Ersch (Axon GmbH Paderborn), Elias Koutsonas (Axon GmbH Paderborn), Jana Duda (Leiterin OWL-Kulturbüro), Prof. Dr. Daniel Beverungen (Universität Paderborn), Regierungspräsidentin Judith Pirscher, Dr. Simon Oberthür (Universität Paderborn, Software Innovation Campus Paderborn), Regionale-Managerin Annette Nothnagel und OWL-GmbH-Geschäftsführer Herbert Weber. Foto: Andreas Schnadwinkel
Start für das Regionale-2022-Projekt OWL-Kultur-Plattform im Stadttheater Bielefeld (von links): Prof. Dr. René Fahr (Universität Paderborn), Ariane Schmitt-Chandon (OWL-Kulturbüro), Natascha Ersch (Axon GmbH Paderborn), Elias Koutsonas (Axon GmbH Paderborn), Jana Duda (Leiterin OWL-Kulturbüro), Prof. Dr. Daniel Beverungen (Universität Paderborn), Regierungspräsidentin Judith Pirscher, Dr. Simon Oberthür (Universität Paderborn, Software Innovation Campus Paderborn), Regionale-Managerin Annette Nothnagel und OWL-GmbH-Geschäftsführer Herbert Weber. Foto: Andreas Schnadwinkel

Offizielles Projekt der Regionale 2022

Das soll sich ändern. Die OWL-Kultur-Plattform ist ein offizielles Projekt der Regionale 2022. Regierungspräsidentin Judith Pirscher hat am Dienstag im Stadttheater Bielefeld die Förderbescheide in Höhe von insgesamt 1,059 Millionen Euro an die Projektträger übergeben.

Eine „Blaupause für NRW“

„Wir sind eine reichhaltige Kulturregion und wollen das noch mehr darstellen. OWL wird mit diesem Projekt nach innen weiter gestärkt und auch über die regionalen Grenzen hinaus sichtbarer gemacht. Das Projekt ist eine Blaupause für Nordrhein-Westfalen. Und das ist Sinn und Zweck der Regionale“, sagt Pirscher.

Regionalen sind Strukturentwicklungsprogramme des Landes NRW, mit denen zukunftsorientierte Entwicklungen angestoßen werden sollen. OWL richtet die Regionale 2022 unter dem Motto „Das neue UrbanLand“ aus und orientiert sich dabei an dem Ziel, gleichwertige Lebensverhältnisse zu schaffen.

Ziel: Digitale Transformation voranbringen

Das Besondere an diesem Projekt: Technologie und Kultur werden gleichermaßen unterstützt. Und der Zukunftsaspekt liegt in der Anwendung Künstlicher Intelligenz. Damit der Aufwand für den Nutzer gering sein wird, ist der Aufwand für die Macher im Vorfeld entsprechend groß. Das Ziel klingt im Ansatz so einfach und ist eben doch nicht so leicht umzusetzen: die Kulturangebote in der Region digital sichtbar zu bündeln und zugänglich zu machen. Ob stationär am Rechner oder mobil über die App: Die Plattform soll nicht nur Kulturinteressierte informieren, sondern Kulturveranstaltern als Netzwerk und als Kontakt zu Verwaltungen dienen.

„Mit dem Projekt wollen wir die digitale Transformation im Bereich Kultur in OWL voranbringen“, sagt Prof. Daniel Beverungen, Inhaber des Lehrstuhls für Wirtschaftsinformatik an der Universität Paderborn. „Außerhalb Deutschlands gibt es Regionen, die solche Kulturportale erfolgreich aufgebaut haben. Vorbild ist der belgische Landesteil Flandern“, sagt Dr. Simon Oberthür vom Software Innovation Campus Paderborn (SICP).

Fördergeld aus Europäischem Fonds

Aber natürlich geht OWL seinen eigenen Weg. Dafür bekommen die OWL GmbH, die Universität Paderborn und die Paderborner Axon GmbH Fördergeld aus dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung und aus dem NRW-Landesministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie. Von den insgesamt 1,059 Millionen Euro kommen 750.000 Euro aus Europa und 310.000 Euro vom Land.

Die Zuwendungen verteilen sich wie folgt: 540.694 Euro OWL GmbH, 282.824 Euro Universität Paderborn und 276.023 Euro Axon GmbH. Die Gesamtausgaben inklusive Eigenmitteln: 675.868 Euro OWL GmbH, 269.805 Euro Universität Paderborn und 552.047 Euro Axon GmbH. Die Zuwendungen gelten für die Projektlaufzeit vom 1. Januar 2020 bis zum 31. Dezember 2022.

Kleine Museen und Ehrenamtliche stärken

Die Plattform soll keine zusätzliche Bühne für große Häuser wie Kunsthalle Bielefeld und Marta Herford sein, sondern kleine Museen bekannter machen und ehrenamtlichen Akteuren in der Stadt und auf dem Land helfen, mehr Publikum zu finden. Zentrales Element ist ein personalisierter Veranstaltungskalender. Ähnlich wie bei Streamingdiensten (Netflix, Amazon Prime Video) erstellt das System Vorschläge nach Vorlieben des Nutzers und bietet Filteroptionen wie Fahrtzeit und Kosten. Viel versprechen sich die Beteiligten von einer Funktion, die passende ÖPNV-Verbindungen zu Veranstaltungsorten finden soll. Jana Duda, Leiterin des OWL-Kulturbüros, verspricht sich eine „übersichtliche Gesamtdarstellung des facettenreiches Kulturangebots in OWL“.

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