Schauspiel-Ensemble und Chor proben Thomas Vinterbergs Filmstoff „Die Jagd“
Herausforderung auf Dänisch

Bielefeld  (WB). Es ist nach „Das Fest“ und „Die Kommune“ das dritte Werk des dänischen Filmregisseurs Thomas Vinterberg, das Intendant Michael Heicks für das Theater Bielefeld inszeniert: „Die Jagd“ erlebt ihre deutschsprachige Uraufführung am 31. Januar im Stadttheater. Deutschsprachig? Fast. Denn mindestens ein Lied, das die „Dorfgemeinschaft“ singt, erklingt auf Dänisch. Zum Erntedankfest.

Mittwoch, 15.01.2020, 03:00 Uhr aktualisiert: 15.01.2020, 05:01 Uhr
Einsingen des Chores „One Voice“ mit dessen Gründerin und Leiterin Kerstin Tölle: Der Chor wirkt mit in der Inszenierung von „Die Jagd“, singt auch in dänischer Sprache. Foto: Bernhard Pierel
Einsingen des Chores „One Voice“ mit dessen Gründerin und Leiterin Kerstin Tölle: Der Chor wirkt mit in der Inszenierung von „Die Jagd“, singt auch in dänischer Sprache. Foto: Bernhard Pierel

Schauspiel- und Chorprobe für das Theaterstück „Die Jagd“

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Die „Dorfgemeinschaft“, das ist der Chor „One Voice“, den Kerstin Tölle, eigentlich Projektleiterin des Tanztheaters, vor fünf Jahren gegründet hat und der inzwischen 65 Mitglieder zählt; 50 wirken bei „Die Jagd“ mit. Eine der Sängerinnen ist gebürtige Dänin: Jytte Andersen-Warning hat zum einen den Liedtext auf Band speziell für die Schauspieler, die natürlich auch der Dorfgemeinschaft angehören, eingesprochen, und achten zum anderen darauf, dass ihre Mitsänger die dänischen Wörter verständlich singen.

„One Voice“-Sängerin Maggy Büscher sagt, Dänisch sei in der Tat eine schwierige Sprache und ergänzt: „Ich betrachte es als Herausforderung, möglichst korrekt zu singen.“ Auch Jytte Andersen-Warning räumt ein, besonders die Intonierung sei für Nicht-Dänen kompliziert. Vor allem die Eigennamen würden so anders ausgesprochen als das Schriftbild es vermuten lasse.

Die vierte Probenwoche läuft

Die Proben gehen in die vierte Woche, der Chor wird zur Zeit an den Samstagen mit eingebunden. Ein weiteres Lied, das während der „Christmette“ erklingt, wird auf Englisch gesungen. Michael Heicks plant aber noch zum Stückende hin ein Jägerlied – am liebsten auch auf Dänisch.

Die Probenbühne ist fast schon zu eng für all’ die Mitwirkenden. Neben „One Voice“ sind das die Schauspieler (Doreen Nixdorf, Thomas Wehling, Cornelius Gebert, Christina Huckle, Oliver Baierl, Stefan Imholz, Jan Hille, Lutz Laible, Ben Elian Latussek, Christian Pavel, Ayahn Turan und Lena Paetsch), als Kinder (im Wechsel) Martha Heller, Greta Achinger, Martin Gerecke und Knud Strehlke und Lotti, der Hund des Intendanten.

Michael Heicks sagt, er habe „Die Jagd“ schon seit mehreren Jahren in Bielefeld auf die Bühne bringen wollen, das Burgtheater Wien aber habe den Zuschlag bekommen, das Stück dann aber doch nicht aufgeführt. Deshalb sei die Uraufführung 2019 in London zu sehen gewesen, in Bielefeld nunmehr als deutschsprachige Erstaufführung. Die Theaterfassung von David Farr sei „gut geschrieben“, den Texten könne man vertrauen, aber sie sei anders als der Film von 2012 mit Mads Mikkelsen in der Hauptrolle. Heicks: „Es ist ein durchkomponiertes Stück.“ Die Musik (Vivan Bhatti) sei für ihn unverzichtbar – auch für die Stimmung im Gemeinwesen.

Es gebe kleine, kammerspielartige Szenen und solche, in denen 62 Akteure auf der Bühne stünden. Und bei der Weihnachtsmette rieselt der Schnee...

Darum geht es

Die Handlung: Im Dorf kennt jeder jeden. Man(n) geht gemeinsam jagen und trinkt zusammen. Lucas, frisch getrennt, Vater eines Sohnes, der zu ihm ziehen soll, gehört dazu. Lucas ist Erzieher in der Vorschule. Die Kinder mögen ihn, besonders Clara, die Tochter seines besten Freundes Theo. Eines Tages erzählt Clara seltsame Dinge. Von Lucas, der entblößt vor ihr gestanden habe. Die Vorschulleiterin hält es für ihre Pflicht, die Elternschaft zu informieren. Die Jagd beginnt. Die Gemeinschaft grenzt den vermeintlichen Kinderschänder aus, Freundschaften zerbrechen, Hass macht sich breit. Lucas kann nichts nachgewiesen werden. Und Clara beteuert schließlich seine Unschuld. „Eine Art von Missverständnis, das die Bilderbuch-Dorf-Gemeinschaft fast zerbrechen lässt“, sagt Heicks.

Noch liegen drei Probenwochen vor den Chorsängern, dem Ensemble und dem Regieteam.

Die „One Voice“-Mitglieder dürfen sich an vielen Abenden, zunächst bis Ende April, nichts vornehmen: Mehr als ein Dutzend Aufführungen im Stadttheater sind bereits fest terminiert. Wie „Die Jagd“ in der Endfassung wird – Jytte Andersen-Warning und Maggy Büscher haben noch keine konkrete Vorstellung: „Wir lassen und überraschen. Die Arbeit bedeutet Herausforderung auf allen Ebenen.“

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