Alexej Kobelew wurde in Afghanistan getötet – Freizeitzentrum und Umgebung als mögliche Erinnerungsorte
Soldaten-Gedenken im Baumheider Zentrum

Bielefeld (WB). Der vor mehr als acht Jahren in Afghanistan getötete Bielefelder Soldat Alexej Kobelew soll nach WESTFALEN-BLATT-Informationen im Freizeitzentrum Baumheide oder in der Umgebung gewürdigt werden. Dies soll einem Vorschlag zufolge in Form eines Gedenksteins im Außenbereich oder mit einer im Freizeitzentrum angebrachten Plakette geschehen.

Donnerstag, 16.01.2020, 08:00 Uhr
Das Freizeitzentrum Baumheide wird umfassend saniert. Das Gebäude oder die Umgebung kommen als Gedenkorte für den im Jahr 2011 in Afghanistan getöteten Soldaten Alexej Kobelew in Frage. Foto: Starke/Archiv
Das Freizeitzentrum Baumheide wird umfassend saniert. Das Gebäude oder die Umgebung kommen als Gedenkorte für den im Jahr 2011 in Afghanistan getöteten Soldaten Alexej Kobelew in Frage. Foto: Starke/Archiv
Alexej Kobelew

Alexej Kobelew Foto: dpa

Bei einem Meinungsbild der Bezirksvertretung Heepen in nicht-öffentlicher Sitzung sollen sich die Politiker mehrheitlich dafür ausgesprochen haben, Kobelew in Baumheide zu ehren, seinem früheren Wohnort. Jetzt muss sich die Bezirksvertretung nur noch auf den passenden Gedenkort einigen.

Der Heeper Bezirksbürgermeister Holm Sternbacher (SPD) wollte auf WESTFALEN-BLATT-Anfrage am Mittwoch nur so viel sagen. „Wir suchen eine einvernehmliche Lösung. Mein Ziel ist es, einen Erinnerungsort in Baumheide zu schaffen, da dort früher Alexej Kobelews Lebensmittelpunkt war.“ Der Soldat wuchs in Baumheide auf und ging dort zur Schule.

 Soldat der Augustdorfer Brigade »Lipperland«

Der Bielefelder Bürgerausschuss hatte 2018 einen Bürgerantrag befürwortet, Straßen oder Plätze nach den beiden in Afghanistan getöteten Bielefelder Soldaten Kobelew und Martin Augustyniak zu benennen, aber die Entscheidungen an die Bezirksvertretungen Heepen und Brackwede weitergereicht. Ein Gedenkplatz für Augustyniak in seinem Heimatort Quelle wurde bereits im Juni 2019 angelegt.

Alexej Kobelew war im Juni 2011 als erster Soldat der Augustdorfer Brigade »Lipperland« in Afghanistan getötet worden. Der 23-jährige Oberstabsgefreite war mit fünf weiteren Soldaten in eine Sprengstofffalle geraten. Kobelew starb, seine Kameraden wurden verletzt.

Gedenk-Ort frühestens im Jahr 2021 möglich

Soldaten des Panzergrenadierbataillons 212 in Augustdorf beantragten im Jahr 2018, den Lehrsaalkomplex auf dem Kasernengelände nach ihrem gestorbenen Kameraden Kobelew zu benennen.  Im November 2019 erfolgte die feierliche Umbenennung . Zusätzlich zum Schriftzug mit Kobelews Namen am Eingang gibt es im Eingangsflur des Gebäudes einen gläsernen Ausstellungskasten.

Neben einem Foto von Kobelew ist dort das Namensschild des Soldaten, der damalige Tagesbefehl des Verteidigungsministers und ein Originalteil des Schützenpanzers zu finden, der damals zerstört wurde. Hinzu kommen Infos über die Hintergründe des Sprengstoffanschlags in der afghanischen Provinz Bagh­lan.

Wenn es nach Bezirksbürgermeister Sternbacher geht, erhält der Soldat bald auch einen Gedenkort in Baumheide. Klar ist aber, dass aufgrund der umfassenden Sanierung des Freizeitzentrums eine Würdigung auf diesem Areal frühestens im Jahr 2021 in Frage kommt.

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