Bezirksbürgermeister nimmt Stellung zur Debatte um Standort in Bielefeld-Schildesche
Bürgerinfo zu Plänen für Laurentiusheim

Bielefeld (WB). Die Pläne für einen Neubau des Laurentius-Seniorenheims an der Weihestraße sorgen für eine immer intensivere Debatte um den Standort. Während sich, wie berichtet, Kritiker der Initiative „Unser Gellershagenpark“, der Bund für Umwelt- und Naturschutz und auch die Vertreter der Linken in der Schildescher Bezirksvertretung gegen den Standort am Rande des Gellershagenparks aussprechen, gibt es auf der anderen Seite Unterstützer, die sich für das Projekt an dieser Stelle aussprechen.

Donnerstag, 16.01.2020, 14:00 Uhr aktualisiert: 16.01.2020, 15:00 Uhr
Auf dem Gelände an der Weihestraße, das als Standort für den Neubau des Seniorenheims vorgesehen ist, müssten etwa 35 Bäume gefällt werden. Foto: Uffmann/Archiv
Auf dem Gelände an der Weihestraße, das als Standort für den Neubau des Seniorenheims vorgesehen ist, müssten etwa 35 Bäume gefällt werden. Foto: Uffmann/Archiv

Nun meldet sich auch Schildesches Bezirksbürgermeister Martin Sauer (Grüne) zu Wort. Die Bezirksvertretung in dem Stadtbezirk hatte sich trotz Bedenken in ihrer Sitzung Ende November mehrheitlich für den Bau des Heims mit 80 Plätzen an dem Standort ausgesprochen, lediglich Inge Bernert und Hartwig Hawerkamp von den Linken hatte dagegen gestimmt.

„Auch die meisten Mitglieder der Bezirksvertretung sind nicht glücklich über dieses Bauvorhaben. Aber bisher fehlt – trotz intensiver Bemühungen – ein geeignetes anderes Grundstück im Bereich Gellershagen“, schreibt nun Martin Sauer in einer Stellungnahme.

„Alternativen sind vorhanden“

Das vorgesehene Baugrundstück an der Weihestraße gehöre optisch zum Gellershagen-Park. „Im Bebauungsplan ist es aber als Baugrundstück ausgewiesen, sodass die Stadt – formal völlig zu Recht – schon vor über zehn Jahren dem Altenheim-Träger dieses Grundstück als Alternativstand-ort zum Kauf angeboten hat“, erklärt der Bezirksbürgermeister.

In der Frage, ob es in der Nähe einen anderen Standort für das Seniorenheim gebe, schreibt Sauer: „Die Initiativgruppe ‚Unser Gellershagen-Park‘ behauptet auf ihrem Anschlagbrett am Parkeingang, ‚Alternativen sind vorhanden‘. Auf meine Rückfrage hin konnte sie allerdings keinen Alternativstandort vorschlagen.“

Bei der Grünfläche an der Jöllenbecker Straße/Ecke Lakemannstraße, die genannt worden sei, handele es sich um ein im Flächennutzungsplan als Grünfläche festgelegtes Grundstück, auf dem kein Baurecht bestehe und auch nicht problemlos herstellbar wäre. Sauer: „Darüber hinaus ist der Standort für ein Pflegeheim völlig ungeeignet.“

Die Behauptung, bei dem vorgesehenen Grundstück an der Weihestraße würde eine Frischluftschneise zugebaut, sei nur teilweise zutreffend. „Grünflächen sorgen generell für einen bodennahen Kaltluftstrom, der durch den Neubau eingeschränkt würde. Das Grundstück liegt aber nicht in einer Luftleitbahn“, erklärt der Bezirksbürgermeister.

Vermutlich einige Auflagen zum Artenschutz

Zu der Kritik, dass die Bürger in das Verfahren nicht ausreichend einbezogen würden und es durch das beschleunigte Verfahren zur Änderung des Bebauungsplans keine Prüfung der Umweltschutzaspekte gebe, schreibt Sauer: „Obwohl der Gesetzgeber das nicht vorschreibt, wird es eine frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit geben – wie wir es in Schildesche grundsätzlich immer machen.“ Diese solle voraussichtlich Anfang Februar stattfinden.

Und auch, wenn für derartige „Bebauungspläne der Innenentwicklung“ keine umfangreiche Umweltprüfung erforderlich sei, müssten die Belange des Umwelt- und Artenschutzes berücksichtigt werden. Dazu sei ein Gutachterbüro beauftragt worden, das etwa ein Jahr lang Flora und Fauna beobachte und Mitte dieses Jahres sein Gutachten vorlegen werde. „In einem Zwischenbericht hat der Gutachter mitgeteilt, dass es bisher keine Anhaltspunkte dafür gibt, dass die geplante Baumaßnahme aus artenschutzrechtlichen Belangen nicht möglich ist“, so der Bezirksbürgermeister. Es werde aber vermutlich einige Auflagen zum Artenschutz geben, die dann Bestandteil des Bebauungsplanes würden.

„Dass trotzdem etwa 35 jüngere Bäume gefällt werden müssen, ist bitter.“

Zu der Gefahr, die Kritiker für die alten Bäume in der Nähe des geplanten Standorts sehen, erklärt Sauer, dass nach mehreren Vorort-Terminen mit Bauamt, Umweltamt, den Stadtgärtnern und dem Architekten die Baupläne so abgeändert worden seien, dass die alten Hofeichen-Gruppen nicht gefällt werden müssten und die notwendigen Abstände zur Pflege der Bäume eingehalten würden. „Dass trotzdem etwa 35 jüngere Bäume gefällt werden müssen, ist bitter.“

Dafür würden jedoch im Park Ersatzpflanzungen vorgenommen. Martin Sauer: „Dabei ist unbestritten, dass die neugepflanzten Bäume für einige Jahre weniger CO2 binden werden als die alten Bäume es taten.“

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7195934?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198387%2F2513179%2F
Wieder von Paderborn nach Mallorca
Aus Sicht von Geschäftsführer Marc Cezanne ist die Wiederbelebung der Eurowings-Flüge nach Paderborn ein wichtiges Signal. Foto: Hannemann
Nachrichten-Ticker