Ihr Wahlprogramm will die Partei mit den Bürgern diskutieren
Grüne für autofreie Quartiere

Bielefeld (WB). Aus Autoparkplätzen sollen Fahrradabstellflächen werden, das Altstadt-Hufeisen weitestgehend autofrei und die Stadtbahn weiter entwickelt werden. Die Grünen gestatten schon mal einen Einblick in ihr Kommunalwahlprogramm und wollen die Bürger mitreden lassen. Der Programmentwurf ist bereits online.

Donnerstag, 16.01.2020, 10:00 Uhr
Die Grünen wollen dem Radverkehr in der Stadt mehr Raum bieten. Die Verkehrswende ist einer der Schwerpunkte des Kommunalwahlprogramms, das die Partei jetzt mit den Bürgern diskutieren und dann verabschieden möchte. Foto: Thomas F. Starke
Die Grünen wollen dem Radverkehr in der Stadt mehr Raum bieten. Die Verkehrswende ist einer der Schwerpunkte des Kommunalwahlprogramms, das die Partei jetzt mit den Bürgern diskutieren und dann verabschieden möchte. Foto: Thomas F. Starke

Breite und geschützte Radwege auch für Velomobile, Lastenräder und Kinderanhänger finden sich darin genauso wie die Forderung, geeignete Schnittstellenangebote für Car Sharing, Radverkehr und den ÖPNV an Bahnhöfen und wichtigen Knotenpunkten einzurichten.

Stadt soll für Radler attraktiver werden

Fahrradstraßen, in denen Durchgangs-Kfz-Verkehr ausgeschlossen ist, und Einbahnstraßen, die in beiden Richtungen für den Radverkehr freigegeben sind, sollen die Stadt für Radler attraktiver machen. Das alles sei Teil der Verkehrswende und diene auch dem Klimaschutz.

Der Vorschlag, eine feste Anzahl oder einen bestimmten Prozentsatz Autoparkplätze in Quartieren kurzfristig zu Fahrradabstellplätzen umzuwandeln, dürfte für Zündstoff sorgen. Das Straßenbahnnetz in Bielefeld müsse weiter ausgebaut werden, fordern die Grünen außerdem.

Dazu rechnen sie nicht nur die Verlängerung der Linie 1 nach Sennestadt, sondern auch Verlängerungen von Stadtbahnlinien nach Jöllenbeck, Hillegossen oder Ubbedissen. In den Außenbezirken und im Umland wollen die Grünen mehr Park-and-Ride-Plätze an den Haltestellen schaffen.

Mehr Busverkehr auch in den Stadtteilen

Das Busnetz in der Stadt und in der Region müsse ausgebaut und optimiert werden. Busvorrangspuren sollen dazu beitragen. Das Liniennetz und die Takte müssten verdichtet werden, insbesondere in Stadtteilen wie Senne oder Vilsendorf, aber auch in Umlandgemeinden, die bisher nicht per Zug oder Stadtbahn erschlossen seien. Die Betriebszeiten, insbesondere in den Abendstunden und an den Wochenenden, sollten ausgeweitet werden,

In der Innenstadt könnte zum Ziel erhoben werden, einzelne Quartiere autofrei zu gestalten, mindestens den Durchgangsverkehr aus den Quartieren herauszuhalten. Autoparkplätze im „Hufeisen“ könnten künftig nur zum Be- und Entladen, als Parkplatz für vor Ort tätige Handwerker, für Velomobile und Lastenfahrräder dienen – dies dann aber kostenfrei.

Beitragsfreie Kita, aber nicht für alle

Auch im Wohnungsbau wollen die Grünen neue Wege gehen. Im Programmentwurf wird vorgeschlagen, analog zu Gewerbegebieten könnten auch interkommunale Wohngebiete geplant werden, um Flächenversiegelung und Pendlerströme zu vermindern.

Für Familien mit einem Einkommen von bis zu 30.000 Euro netto (zurzeit 24.000) im Jahr könnte die Kita vom ersten Jahr an beitragsfrei werden. Für alle anderen stiege der Beitrag linear, so dass die Zahlungen fair verteilt seien.

Gründung von Quartiersschulen

Zu den Programmideen gehört auch die Gründung von Quartiersschulen. Schulen in einem Viertel sollen gemeinsam den Übergang von der Grund- in weiterführende Schulen sowie am Ende den Anschluss in eine Berufsausbildung durch feste Kooperationsstrukturen regeln. Dies solle vor allem in Quartieren mit schwieriger Sozialstruktur greifen.

Seit Oktober haben die Grünen in Arbeitsgruppen über ihr Kommunalwahlprogramm diskutiert. Am Freitag von 17 bis 20 Uhr bitten sie um eine Rückmeldung bei einer Veranstaltung in der Bürgerwache am Siegfriedplatz. Alle Punkte gibt es hier .

 

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