Einheitstarif 29 Euro – Mit Beförderungsanspruch sind zwölf Euro monatlich fällig
Im August kommt die Schülercard

Bielefeld (WB).Vom 1. August an soll es in Bielefeld ein einheitliches Schülerticket für Bus und Bahn zum Preis von 29 Euro monatlich geben. Im Februar muss der Rat noch seine Zustimmung geben.

Freitag, 17.01.2020, 10:00 Uhr
Schülerinnen und Schüler können ab August Bus und Bahn preisgünstig mit einem neuen Ticket nutzen. Foto: dpa
Schülerinnen und Schüler können ab August Bus und Bahn preisgünstig mit einem neuen Ticket nutzen. Foto: dpa

Profitieren werden vor allem diejenigen Kinder und Jugendlichen, die bisher nicht in den Genuss des kostenlosen Schulwegtickets gekommen sind. Das sind 34.000 der 44.000 Bielefelder Schülerinnen und Schüler. Das Ticket soll an sieben Tagen die Woche rund um die Uhr gelten, schließt auch die Nachtbusse mit ein. Die bisher schon anspruchsberechtigten Kinder und Jugendlichen werden künftig zwölf Euro pro Monat zahlen müssen. Dafür können sie Bus und Bahn aber auch an allen Tagen und zu allen Zeiten nutzen. Bisher dürfen sie das Ticket nur für den Weg von und zur Schule einsetzen.

„Die Festsetzung des Eigenanteils halten wir für angemessen“, sagt Georgia Schönemann, Leiterin des städtischen Amtes für Schule. Einen Anspruch auf kostenlose Beförderung nur zur und von der Schule werde es nicht mehr geben.

Die Verwaltung spricht von einem Solidarmodell

Auch, weil eine Staffelung eingeführt werde. Für das zweite Kind sinkt der Eigenanteil bereits auf monatlich sechs Euro, jedes weitere Kind erhält das Ticket kostenlos. Auch Grundschulkinder müssen nichts zahlen. Familien mit geringem Einkommen, die Anspruch auf eine Bielefeld Card für sozial Schwache haben, können ihre Kinder ebenfalls kostenlos fahren lassen.

Die Verwaltung spricht von einem Solidarmodell, durch das möglichst viele junge Leute in den Genuss eines günstigen Tickets kämen. Denn bisher müssen Eltern, deren Kinder keinen Anspruch auf kostenlose Schülerbeförderung haben, 57 Euro im Monat für das ÖPNV-Ticket ihrer Sprösslinge zahlen. Dieser Anspruch besteht nur, wenn – je nach Alter – die nächst gelegene Schule mehr als zwei, 3,5 oder fünf Kilometer vom Wohnort entfernt liegt. Auch die Zahl der Eltern-Taxis vor den Schulen soll eingedämmt werden.

Jdes Jahr 4,3 Millionen Euro für die Schülerbeförderung

Bisher wendet die Stadt jedes Jahr 4,3 Millionen Euro für die Schülerbeförderung auf. Dieser Betrag wird auch künftig genutzt, um die Tickets der Kinder und Jugendlichen mit Beförderungsanspruch mit zu finanzieren.

Die Schülercard kann künftig über das Amt für Schule beansprucht werden. Die Verkehrsbetriebe Mobiel übernehmen die Ausgabe der Tickets und die Einziehung des Eigenanteils.

Ursprünglich angestoßen hatte die Idee, eine Schülercard einzuführen, die FDP, die dies während eines Parteitages im vergangenen Jahr beschlossen hatte. Die SPD hatte mit ihrem Vorschlag für ein „Bildungsticket“ nachgezogen.

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