Mord an der Siegfriedstraße: Todesursache bei Obduktion zweifelsfrei geklärt
Mann (54) mit mehreren Schüssen getötet

Bielefeld (hz). Der tote Frührentner (54), der am frühen Mittwoch in einem Mehrfamilienhaus an der Siegfriedstraße/Ecke Schloßhofstraße gefunden wurde , ist erschossen worden. Das ergab die Obduktion der Leiche. Hinweise auf Täter gebe es bislang nicht, hieß es von Staatsanwaltschaft und Kripo. Bislang seien keine Zeugenhinweise eingegangen.

Freitag, 17.01.2020, 10:30 Uhr
In der Wohnung oben links wurde der Mieter (54) erschossen. Foto: Heinze
In der Wohnung oben links wurde der Mieter (54) erschossen. Foto: Heinze

Der Mord soll sich zwischen Samstagabend und Montagnacht ereignet haben. Am späten Samstag soll der 54-Jährige zuletzt lebend in seiner Wohnung gesehen worden sein. Dass in den folgenden 48 Stunden die Bluttat stattfand, stellten Rechtsmediziner bei der Obduktion anhand des Verwesungsgrades der Leiche fest.

Mann wurde regelrecht hingerichtet

Die wenigen Details zur Bluttat, die der zuständige Staatsanwalt Christopher York aus ermittlungstaktischen Gründen preis gab, deuten auf eine förmliche Hinrichtung des Opfers bei einem Gewaltexzess hin. So sei der Frührentner in seiner Wohnung von mehreren Kugeln getroffen worden. Jede dieser Schussverletzungen sei tödlich gewesen, sagte York. Ob und wie oft aus Handfeuer- oder Langwaffen gefeuert wurde, wollten die Ermittler der zwölfköpfigen Mordkommission „Siegfried“ nicht mitteilen. Das sei Täterwissen, hieß es.

Die am Tatort sichergestellten Projektile werden von der Polizei untersucht. So lässt sich nicht nur das Kaliber bestimmen, sondern auch heraus finden, ob Waffen bei anderen Taten eingesetzt wurden.

Die Nachbarn des Frührentners wollen von den Schüssen in seiner Wohnung im zweiten Obergeschoss des Sechs-Parteien-Hauses nichts mitbekommen haben. Möglich ist, dass der oder die Täter Schalldämpfer benutzten.

Noch offene Fragen zu einem früheren Überfall

Der Staatsanwalt bestätigte indirekt einen Überfall auf den 54-Jährigen in den vergangenen drei bis vier Jahren. Damals sollen maskierte Osteuropäer dem gefesselten und geknebelten Mann den Schädel zertrümmert haben. Anhand der Stahlplatte im Kopf, die dem Frührentner nach jener Tat eingesetzt wurde, sei der tote Bielefelder identifiziert worden, sagte York. Ob der Überfall und der Mord in einem Zusammenhang stehen, wollte der Staatsanwalt aber nicht sagen. York: „Wir müssen die ganze Vergangenheit des Mannes durchgehen und gucken überall, ob da Zusammenhänge bestehen.“

Der Ermittler bestätigte, dass in der Wohnung des Ermordeten Hinweise auf Drogenkonsum und, szenetypisch, mehrere Mobiltelefone gefunden wurden. Zu Berichten aus der Nachbarschaft, dass der 54-Jährige eine Handfeuerwaffe besessen haben soll, wollte der Staatsanwalt nichts sagen.

Die Mordkommission sucht Zeugen, die zur Tatzeit im Bereich Siegfried-/Schloßhofstraße Verdächtiges bemerkt haben. Hinweise unter Tel. 0521/5450.

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