Fr., 17.01.2020

Massolle-Straße: Unterschiedliche Nutzungen bergen Konfliktstoff Fernbusse am Hauptbahnhof: Bahn will Ansagen übernehmen

Dort, wo die Ersatzbusse während der Brückenbauarbeiten abfuhren, sollen Fernbusse ihre Station haben.

Dort, wo die Ersatzbusse während der Brückenbauarbeiten abfuhren, sollen Fernbusse ihre Station haben. Foto: Bernhard Pierel/Archiv

Von Burgit Hörttrich

 

Bielefeld (WB). Die letzten politischen Entscheidungen für die Verlegung des Fernbusbahnhofes von Brackwede in die Joseph-Massolle-Straße (Neues Bahnhofsviertel) stehen noch aus. Der Grund: Bislang gibt es noch Vorbehalte gegen die Planung der Straße mit Rad- und Fußweg, Bushaltebuchten und Einrichtungsfahrbahn.

In der Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses am Dienstag, 28. Januar, legt die Verwaltung einen Vorschlag vor, den die Bezirksvertretung Brackwede bereits im November abgesegnet hatte. Im Bezirk Mitte war aber darüber nicht abgestimmt worden.

Deutsche Bahn will Fernbusdurchsagen übernehmen

Die Deutsche Bahn unterstützt das Vorhaben, den Fernbusbahnhof ins Zentrum zu verlegen, vorbehaltlos. Nicht nur wegen der unmittelbaren Umstiegsmöglichkeiten zwischen Zug und Fernbus. Es gebe auch ein weiteres Signal, sagt der zuständige Beigeordnete Gregor Moss. Die Deutsche Bahn könne sich vorstellen, die Fernbusansagen mit in ihre Hauptbahnhofsansagen aufzunehmen. Das heißt: nicht nur durchzusagen, wann der nächste ICE Richtung Berlin oder die nächste Regionalbahn nach Herford abfährt – sondern auch eine Durchsage zu machen, wann der nächste Fernbus nach Paris oder Kopenhagen fährt.

Für möglich halte es die Deutsche Bahn auch, den eigenen Fahrplan und den der Haupt-Fernbus-Linien aufeinander abzustimmen, sagt Moss.

Der Beigeordnete sieht das Hauptproblem beim Fernbusbahnhof-Standort Joseph-Massolle-Straße in deren Funktion als wichtige Fahrradroute aus dem Bielefelder Westen. Konfliktpotenzial mit Radfahrern bieten würden wartende Busse, und Abhol- und Bringverkehr. Dazu käme die geplante „Filiale“ des Fahrradparkhauses mit 500 Stellplätzen. Der genaue Standort dafür sei noch nicht geklärt.

40 bis 50 Fernbusse halten täglich in Bielefeld

Die Verlegung des Fernbusbahnhofes von Brackwede zum Hauptbahnhof mache aber eine Einbahnstraßenregelung auf der Massolle-Straße in Fahrtrichtung des „Isha­ra“-Kreisels zwingend erforderlich, teilt das Amt für Verkehr mit. Die Fahrbahnbreite werde von jetzt 6,50 auf 3,50 Meter Breite reduziert Zwischen 40 und 50 Fernbusse täglich machen in Bielefeld Halt, 70 Konzessionen seien vergeben. Das Fahrgastaufkommen allein im Nahverkehr liege am Hauptbahnhof fast zehn Mal höher als am Bahnhof Brackwede: Rund 28.000 Ein- und Aussteiger gibt es in Nahverkehrszügen montags bis freitags am Hauptbahnhof, 3000 am Bahnhof Brackwede.

Nach einer Verlegung des Fernbusbahnhofes könnte der Bahnhof Brackwede zur „Mobilitätsstation“ aufgewertet werden, schlägt das Amt für Verkehr vor: durch Taxi-Stellplätze, Carsharing-Station, Ladesäulen für Elektroautos, Fahrrad­abstellanlagen und den Verleih von Elektro-Rollern. Zudem könne man, so Gregor Moss, am Bahnhof Brackwede „die An- und Abfahrten nicht lizenzierter Busse“ abwickeln.

Fahrradparkhaus mit mindestens 1500 Stellplätzen

Ergänzt werden soll das „kleine“ Fahrradparkhaus im Bereich Joseph-Massolle-Straße durch eines am alten Standort neben dem Hauptbahnhof-Empfangsgebäude oder in dessen unmittelbarer Nachbarschaft. Vorgesehen seien mindestens 1500 Stellplätze. Wenn die Stadt ein solches Fahrradparkhaus aus eigenen Mitteln baue, sollte das aber auf eigenem Grund und Boden passieren, berichtet Moss.

Die Alternative: Man könnte bauen lassen und die Immobilie mieten. Die Bahn aber wolle das Grundstück der vor einem Jahr abgerissenen Radstation nur verpachten. Das komme seiner Ansicht nach nicht in Frage. Moss: „Ich stehe für einfache Lösungen.“

Die Chancen, dass der Stadtentwicklungsausschuss einer Verlegung des Fernbusbahnhofes zustimmt, stehen jedenfalls gut. Es liegen Anträge sowohl der CDU wie der Kooperation aus SPD, Grünen, Bürgernähe/Piraten/Lokaldemokraten vor, die darauf hindeuten. Zudem wollen alle schnell eine Radstation und ein Konzept für den Bring- und Holverkehr („Kiss & Ride“). Der Antrag der Linkspartei dagegen fordert verschiedene Varianten für den Fernbusbahnhof. Die soll die Verwaltung darstellen.

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