Immobilienspezialist sieht bei Neuverträgen eine Trendwende
Mieten gehen in Teilen von OWL zurück

Bielefeld/Paderborn (WB). Viele Jahre kannten die Mieten nur eine Richtung: aufwärts. Jetzt zeichnet sich eine Trendwende ab. Zum Jahresende 2019 sind in mehreren Städten in Ostwestfalen-Lippe die Neuvertragsmieten leicht zurückgegangen.

Dienstag, 21.01.2020, 02:56 Uhr aktualisiert: 21.01.2020, 05:02 Uhr
Neue Verträge könnten günstiger ausfallen. Foto:
Neue Verträge könnten günstiger ausfallen.

Das geht aus Zahlen des Hamburger Immobilienspezialisten F+B hervor. Auch in anderen Städten in Deutschland sei die Durchschnittsmiete bei neu abgeschlossenen Verträgen im vierten Quartal 2019 im Vergleich zum Vorjahresquartal nur leicht gestiegen, teilte F+B am Montag mit.

500 untersuchte Kommune

Die Berechnungen von F+B basierten auf realen Angeboten, die zum Zwecke der Vergleichbarkeit auf eine Wohnung von 75 Quadratmetern mit mittlerer Ausstattung umgerechnet (indexiert) sind. F+B berät Kommunen bei der Aufstellung von Mietspiegeln.

Der Studie zufolge liegen die Neuvertragsmieten in Herford, Schloß Holte-Stukenbrock, Rietberg, Detmold und Lage für eine 75-Quadratmeter-Wohnung zwischen 1,50 Euro und rund 34 Euro pro Monat niedriger als noch vor einem Jahr. Anders sieht es in den beiden größten Städten der Region aus: In Bielefeld stieg die Miete bei Neuverträgen innerhalb eines Jahres um drei Cent je Quadratmeter von 7,08 auf 7,11 Euro – das sind bei 75 Quadratmetern 2,25 Euro pro Monat. Deutlicher fällt das Plus derweil in Paderborn aus. Dort kletterte die Miete von 6,83 auf 7,00 Euro – und liegt damit 12,75 Euro im Monat höher als noch Ende 2018. Im Fünf-Jahresvergleich stiegen die Neuvertragsmieten in Paderborn um sechs Prozent, so F+B.

Unter den rund 500 untersuchten Kommunen liege Paderborn damit im Mittelfeld. Auffällig ist indes: Im gleichen Fünf-Jahreszeitraum sind die Immobilien um rund 25 Prozent auf 2400 Euro je Quadratmeter geklettert. Damit sind die Neubaupreise deutlich stärker gestiegen als die Mieten.

Ergebnisse im Gegensatz zur öffentlichen Debatte

Auch in anderen Regionen seien die Neuvertragsmieten binnen Jahresfrist gefallen, darunter in Deutschlands teuerster Metropole München (-0,6 Prozent). In Berlin ging die Miete 1,2 Prozent zurück. „Der Trend zu stagnierenden Neuvertragsmieten verfestigt sich“, sagte F+B-Geschäftsführer Bernd Leutner. Das Institut, das sich bei seinen Analysen auf Angebotsdaten von gut 30 Millionen Objekten in Deutschland stützt, hatte schon im Verlauf des vergangenen Jahres stagnierende bis leicht sinkende Neuvertragsmieten errechnet. Die Ergebnisse stehen im Gegensatz zur öffentlichen Debatte, in der angesichts der Wohnungsnot vielfach auch radikale Regulierungen wie Mietpreisdeckel diskutiert werden.

Die Kaufpreise für Immobilien schossen derweil weiter ungebremst in die Höhe. Gerade deutsche Käufer drängten trotz der kräftig steigenden Preise in den Markt.

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