In Brackwede wird weiter um Kompetenzen gestritten – Zwei Vorstände treten zurück
Heimatverein schweigt zur Notlage

Bielefeld (WB). Die Situation im Brackweder Heimatverein bleibt angespannt: Während einer weiteren Vorstandssitzung am Donnerstagabend, die den internen Streit um Zuständigkeiten, Kompetenzen und Arbeitsauffassungen eigentlich ausräumen sollte, haben zwei Vorstandsmitglieder ihre Posten niedergelegt. Welche Konsequenzen das für den Verein hat und ob der plötzliche Zwist unter den zumeist langjährigen Ehrenamtlichen damit beigelegt werden konnte, ist unklar.

Samstag, 25.01.2020, 17:00 Uhr aktualisiert: 26.01.2020, 14:24 Uhr
Hinter den altehrwürdigen Mauern des Brackweder Heimathauses herrscht Zwietracht. Foto: Markus Poch
Hinter den altehrwürdigen Mauern des Brackweder Heimathauses herrscht Zwietracht. Foto: Markus Poch

Vorstand schweigt

Vorsitzender Tobias Flöthmann sagte auf Anfrage am Freitag, der Vorstand wolle dazu derzeit keine Auskunft geben und verwies an Stadtheimatpfleger Hans-Heinrich Klußmann, der – wie berichtet – schon im Herbst als Mediator eingeschaltet worden war. „Es ist ein Weg gefunden worden, der zu einer friedlichen Lösung führen kann. Mehr wollen wir dazu im Augenblick nicht sagen“, bekräftigte Klußmann.

Nach WESTFALEN-BLATT-Informationen sind es zweite Vorsitzende Ulla Wittler und ihr Kollege Jürgen Thannhäuser, die künftig nicht mehr im Vorstand tätig sein wollen. „Nach fünf Monaten, in denen es nicht zu einer Klärung des Problems gekommen ist, habe ich am Donnerstag die Brocken hingeschmissen“, bestätigte Jürgen Thannhäuser dieser Zeitung. „Ich bin künftig nicht mehr dazu bereit, mich im Heimathaus und in der Archivgruppe zu engagieren.“ Ob er auch seine Mitgliedschaft kündige, stehe noch nicht fest.

Schwere Vorwürfe

Der frühere Mitarbeiter der Möllerwerke erhebt schwere Vorwürfe sowohl gegen den Vorsitzenden Tobias Flöthmann als auch gegen dessen Ehefrau Rosemary Flöthmann, die als Brackweder Heimatpflegerin ebenfalls im Vorstand sitzt. Da geht es um Vertrauensverlust, um einen zweifelhaften Führungsstil und die voreilige Entsorgung originaler Archivunterlagen. Thannhäuser: „Wenn ich keine Chance dazu bekomme, das alles vernünftig zu besprechen, dann muss ich irgendwann die Reißleine ziehen. Von den Möllerwerken bin ich Team- und Gruppenarbeit gewohnt. Nur leider geht das hier nicht.“

Mitgliedschaft gekündigt

In die gleichen Kerben wie das scheidende Vorstandsmitglied schlagen die beiden Brackweder Karl Beckmann und Klaus Wünscher. Buchautor und Heimatkenner Beckmann war 44 Jahre lang mit Elan und voller Überzeugung im Heimatverein. Seit einem Jahr ist er Ehrenmitglied und mit seinem Fachwissen eine der wichtigsten Stützen im Fundament des Vereins. Wie berichtet, hat der 83-Jährige seine Mitgliedschaft inzwischen gekündigt. Er wollte den Streit schlichten und geriet dabei selbst in die Schusslinie: „Dann ist man klüger und scheidet aus dem Ehrenamt aus“, schreibt er in einer Stellungnahme zur Auftaktberichterstattung „Zwietracht im Brackweder Heimathaus“.

„Auch ich habe meine Aktivitäten im Heimatmuseum eingestellt, nachdem ich und andere neue Mitglieder feststellen mussten, das eigene Ideen und Vorschläge nicht erwünscht sind“, schreibt Klaus Wünscher an die Redaktion. Sein Verständnis für eine partnerschaftliche Zusammenarbeit im Verein/Heimathaus sehe anders aus.

Mit größerem Abstand betrachtet Horst Bachmann die Entwicklung im Heimathaus. Er ist Vorsitzender der Tjaden-Sundermann-Stiftung, die den Heimatverein zu heimatkundlichen Zwecken regelmäßig finanziell unterstützt. „Der Streit dort hat keinen Einfluss auf unsere Spendenbereitschaft“, sagt er zur Entwarnung. „Die Förderung ist nicht von einzelnen Personen abhängig.“

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