Do., 30.01.2020

Aus Sicht von Wald und Holz war keine Genehmigung für das Abholzen in Sennestadt notwendig – Umweltamt hält aber an Kritik fest Kahlschlag hat für den Investor keine Folgen

Die Waldfläche zwischen Altmühl-, Verler und Sender Straße wurde in diesen Tagen abgeholzt.

Die Waldfläche zwischen Altmühl-, Verler und Sender Straße wurde in diesen Tagen abgeholzt. Foto: Peter Bollig

Von Peter Bollig

Bielefeld (WB). Für die Fällung des Waldstücks an der südlichen Donauallee in Sennestadt bedurfte es keiner Genehmigung des Landesbetriebs Wald und Holz. Das erklärt Umweltamtsleiter Martin Wörmann nach Rücksprache mit dem Landesbetrieb.

Wie berichtet, hatten vier Bielefelder Naturschutzverbände den Kahlschlag auf der 4,5 Hektar großen Fläche an der Altmühlstraße beklagt , auf der eine Wohnbebauung geplant ist, für die aber noch kein Bebauungsplan verabschiedet wurde. Die Verbände hatten angenommen, dass ein mehr als zwei Hektar großer Wald gerodet wurde, wodurch eine Genehmigung des Landesbetriebes notwendig geworden wäre.

Die gerodete Fläche sei aber kleiner als zwei Hektar, so Wörmann. Denn auf dem Gelände befänden sich auch ehemalige Baumschulflächen, „die rechtlich kein Wald sind“, erklärt der Umweltamtsleiter. Die Flächen sind im Gebietsentwicklungsplan und im Flächennutzungsplan für Wohnbebauung vorgesehen, im Landschaftsplan sei folgerichtig nur ein vorübergehender Erhalt der Waldflächen bis zur Bebauung festgelegt.

Kritikwürdig bleibe aber, sagt Martin Wörmann, dass das Waldstück zu einem frühen Zeitpunkt im Bebauungsplanverfahren entfernt wurde „und damit Gestaltungsspielräume abhandengekommen sind“. Auch das hatten die Naturschutzverbände beklagt. Sie hätten gerne einzelne wertvolle Bäume oder einen kleinen Waldstreifen erhalten und entsprechende Regelungen in den Bebauungsplan aufnehmen lassen. Das ist jetzt nicht mehr möglich.

Rechtliche Konsequenzen muss der Investor wohl nicht fürchten. Aus dem aktuellen Verfahren zur Aufstellung des Bebauungsplans lassen sich nach Angaben des Bauamtes „keine rechtlichen Folgerungen wegen der Fällung der Bäume ableiten“.

Unklar ist bislang der Grund, warum der öffentlich nicht bekannte Investor so vorgegangen ist. Bezirksamtsleiter Eberhard Grabe rechnet damit, dass der Bebauungsplan in wenigen Monaten verabschiedet werden könnte. Weil Rodungen aus Naturschutzgründen zwischen März und September nur eingeschränkt erlaubt sind, hätte ein Aufschieben des Kahlschlags möglicherweise den anvisierten Baubeginn verzögert.

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