Fr., 14.02.2020

Millionen vom Bund für den städtischen Umweltbetrieb Müllabfuhr wird „elektrisch“

Zum „Geld abholen“ in der Bundeshauptstadt: (von links) Staatssekretär Steffen Bilger, Hans-Jürgen Rubel, kaufmännischer Leiter des Umweltbetriebes, Fuhrparkleiter Sebastian Jütte und Moderatorin Christiane Stein.

Zum „Geld abholen“ in der Bundeshauptstadt: (von links) Staatssekretär Steffen Bilger, Hans-Jürgen Rubel, kaufmännischer Leiter des Umweltbetriebes, Fuhrparkleiter Sebastian Jütte und Moderatorin Christiane Stein.

Von Burgit Hörttrich

Bielefeld  (WB). Das ist im Betriebsausschuss Umwelt wohl noch nie passiert: Es gab Beifall für die Verwaltung – genauer: für Hans-Jürgen Rubel, kaufmännischer Leiter des Umweltbetriebes, der gemeinsam mit Fuhrparkleiter Sebastian Jütte in Berlin war, um dort einen Scheck über 2,34 Millionen Euro abzuholen. Das Geld aus dem „Sofortprogramm saubere Luft“, das vom Bundesministerium für Verkehr und Infrastruktur kommt, fließt in die Förderung der E-Mobilität.

Der Umweltbetrieb will in den kommenden Jahren bis zu 40 Elektro-Fahrzeuge anschaffen. Möglich macht das nicht allein die Millionen-Spritze aus Berlin, sondern auch das Landesförderprogramm „Progress.nrw“ mit 278.000 Euro. beantragt worden seien zudem noch Mittel aus dem Projekt „Emissionsfreie Innenstadt“ für den Kauf von zehn Elektro-Autos und 30 Pedelecs.

Der Umweltbetrieb will aber auch elektrisch betriebene Müllfahrzeuge, Kehrmaschinen und Lkw-Fahrgestelle anschaffen. Außerdem, so Hans-Jürgen Rubel, soll die Anzahl der Ladesäulen zur Versorgung der „Stromer“ aufgestockt werden.

Im „Sofortprogramm saubere Luft“ werden 168 Projekte bundesweit mit insgesamt 90 Millionen Euro gefördert. Bereits 2018 gab es für den Umweltbetrieb eine Elektromobil-Förderung vom Bund über 340.000 Euro.

17 E-Autos sollen kommen

Der Umweltbetrieb der Stadt Bielefeld hatte sich bereits 2016 dazu verpflichtet, mindestens ein E-Fahrzeug pro Jahr zu kaufen und in den Fuhrpark einzugliedern. Noch in diesem Monat sollen 17 E-Autos als Ersatz für konventionell betriebene Kraftwagen „in Dienst genommen“ werden. Die Beschaffung von weiteren 19 Autos sei bereits beschlossen.

In der Fortschreibung des Luftreinhalteplans mit seinem 21 Seiten umfassenden Maßnahmenpaket werden auch weitere Anstrengungen des Umweltbetriebes für saubere Luft aufgeführt. Der Maßnahmenkatalog wurde auch dem Oberverwaltungsgericht in Münster vorgelegt, der die Klage der Deutschen Umwelthilfe (DUH) gegen das Land verhandelt hat. Die Stadt Bielefeld war Beigeladene und hofft auf einen Vergleich und damit eine Abwendung eines Dieselfahrverbots. Wie das Gericht entscheidet, will es am 28. Februar bekannt geben.

Im Fuhrpark des Umweltbetriebes erfüllten nur noch sechs Prozent der Fahrzeuge die Abgasnorm Euro 4 oder schlechter. Diese Fahrzeuge allerdings würden nur noch im Winterdienst eingesetzt und ihre Laufleistung betrage im Durchschnitt weniger als 5000 Kilometer pro Jahr. Die Hälfte der Müllwagen erreiche die Abgasnorm Euro 6. Die Fahrzeuge, die das nicht tun, sollen in den kommenden zwei Jahren ersetzt oder nachgerüstet werden.

Allein 2020 wird ein Viertel der Fahrzeug-Flotte des Umweltbetriebes durch Neuwagen ersetzt. Als Modellprojekt getestet werden soll die Nutzung von Wasserstoff als Antriebsenergie in Abfallsammelfahrzeugen. Projektteilnehmer sind Bielefeld und die Kreise Minden-Lübbecke und Lippe.

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