Fr., 14.02.2020

Bluttat von Baumheide aufgeklärt – Ex-Freund in U-Haft – Mit Video und Fotostrecke Mutter (49) mit mehr als zehn Stichen getötet

Hinter dieser Brücke über die Lutter wurde die Leiche der 49-Jährigen an der Wiesenstraße gefunden.

Hinter dieser Brücke über die Lutter wurde die Leiche der 49-Jährigen an der Wiesenstraße gefunden. Foto: Bernhard Pierel

Von Jens Heinze

Bielefeld (WB). Die Kripoermittler der Mordkommission „Wiesen“ haben das Gewaltverbrechen an der tot neben der Müllverbrennungsanlage gefundenen Frau innerhalb eines Tages gelöst. Die Leiche, die Spaziergänger am Mittwochmorgen am Rand eines Wäldchens an der Wiesenstraße in Baumheide entdeckt hatten, wurde als eine Mutter (49) aus Gellershagen identifiziert.

Gegen ihren 48-jährigen Ex-Freund, einen in Baumheide lebenden Mann von den Kapverdischen Inseln vor Afrika, erließ ein Ermittlungsrichter des Amtsgerichtes Bielefeld am Donnerstagnachmittag Haftbefehl wegen Mordes aus niedrigen Beweggründen. Der arbeitslose Baggerfahrer soll die Frau mit mehr als zehn Messerstichen getötet haben. Das Opfer verblutete innerlich, ergab die Obduktion der Rechtsmedizin. Der Ex-Freund sitzt im Bielefelder Gefängnis in Untersuchungshaft.

„Es war eine Beziehungstat“, sagte der ermittelnde Staatsanwalt Christoph Mackel. Die Frau soll bis zum vergangenen Jahr eine Affäre mit dem mutmaßlichen Täter gehabt haben. Im Juli stellte die gebürtige Deutsche Strafanzeige gegen den Afrikaner mit kapverdischer Staatsangehörigkeit.

Der Mann soll mehrfach in der Öffentlichkeit massiv gewalttätig gegen die Gellershagenerin geworden sein. Die 49-Jährige soll stark gewürgt und heftig verprügelt worden sein. „Der Beschuldigte lauerte der Frau auf oder zwang sie, ihn zu treffen“, sagte Staatsanwalt Mackel. Nächsten Mittwoch sollte ihm wegen der Straftaten vor dem Amtsgericht der Prozess gemacht werden.

Den schnellen Aufklärungserfolg der Bluttat verdanken die Ermittler unter anderem dem Lebensgefährten der Ermordeten. Dieser Mann hatte die Frau sofort als vermisst gemeldet, als sie am Dienstagabend nicht in die gemeinsame Wohnung zu ihm und ihrem Sohn (18) zurückkehrte. Zu diesem Zeitpunkt war die 49-Jährige vermutlich schon tot.

Beim Abgleich mit der Vermisstendatenbank wurde die zunächst unbekannte Leiche als die gesuchte Gellershagenerin identifiziert. Dann kamen die Mordermittler auf die Spur des wegen seiner Gewalttaten gegen die Frau bereits aktenkundigen Mannes. Er wurde am Mittwoch gegen 17.10 Uhr in seiner Wohnung in Baumheide von Polizisten festgenommen. Informationen dieser Zeitung zufolge wollte der 48-Jährige gerade das Acht-Parteien-Haus verlassen, um sich der Kripo zu stellen.

Im Polizeipräsidium habe der Mann ein Geständnis abgelegt, sagte Staatsanwalt Mackel. Der 48-Jährige sagte auch, wo er die Tatwaffe, ein längeres Fleischmesser, weggeworfen hatte. Polizisten fanden das Messer am Donnerstagvormittag im Wellbach nahe der Wohnung des mutmaßlichen Täters. In der Nähe war das Auto der Toten geparkt, mit dem der Beschuldigte noch am Dienstagnachmittag gefahren sein soll. Das Auto wurde abgeschleppt. Es soll auf Spuren untersucht werden, ob damit die Leiche transportiert wurde.

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