Sa., 15.02.2020

Motiv und Tatort sind unklar – Beschuldigter schweigt vor Haftrichter Bluttat in Baumheide: Ermittlungen gehen weiter

Hinter der MVA war die Leiche gefunden worden.

Hinter der MVA war die Leiche gefunden worden. Foto: Bernhard Pierel

Von Jens Heinze

Der Mann soll vor der Mordkommission ein erstes Geständnis abgelegt haben. Doch der Fall der mit mehr als zehn Messerstichen getöteten Mutter aus Gellershagen ist für die Kripoermittler damit noch längst nicht abgeschlossen.

„Das genaue Tatmotiv und der Tatort sind noch nicht klar“, sagte Polizeisprecher Knut Packmohr. Es müssen weitere Zeugen befragt und die in der Wohnung des Beschuldigten umfangreich gesicherten Spuren ausgewertet werden. Kurz nachdem der Ex-Freund des Opfers am Mittwochnachmittag in seiner Wohnung am Schlehenweg in Baumheide von Polizisten festgenommen wurde, wurden die Räumlichkeiten des 48-Jährigen akribisch durchsucht.

Auto zum Leichentransport genutzt?

Das Gleiche gilt für das Auto der Ermordeten. Es soll unweit der Wohnung des Beschuldigten im Bereich Schlehenweg/Am Großen Wiel geparkt gewesen sein und wurde von der Polizei zur Spurensicherung beschlagnahmt. Der von den kapverdischen Inseln stammende Beschuldigte soll das Fahrzeug der 49-Jährigen am Dienstagnachmittag benutzt haben. Eine Nachbarin will gesehen haben, wie der Mann damit weg fuhr. Ob die Leiche des zu diesem Zeitpunkt vermutlich schon toten Opfers im Auto zum Fundort der Ermordeten an der abgelegenen Wiesenstraße transportiert wurde, ist ein wichtiger Bestandteil der Ermittlungen.

Die Details zur Tat weiß alleine der im Bielefelder Gefängnis in ­­U-Haft sitzende 48-Jährige. Doch der Mann – er hat inzwischen einen Verteidiger – schweigt mittlerweile. Machte er nach seiner Festnahme am Mittwoch gegenüber Kripoermittlern noch Angaben, sagte der Mann bei der Verkündung des Haftbefehls am Donnerstagnachmittag vor dem Ermittlungsrichter kein Wort mehr zu den Vorwürfen. Das sagte der für das Kapitalverbrechen zuständige Staatsanwalt Christoph Mackel. So ziemlich das Letzte, was der 48-Jährige bei der Polizei ausgesagt haben soll, war der Ort, wo er die Tatwaffe entsorgt hatte. Das längere Fleischmesser fanden Polizisten am Donnerstagvormittag im Baumheider Wellbach unweit der Wohnung des Afrikaners.

Inzwischen steht fest, dass die Wohnung des Beschuldigten am Schlehenweg nicht der Ort gewesen sein soll, wo das Opfer erstochen wurde. “Dort ist es definitiv nicht passiert”, sagte der ermittelnde Staatsanwalt Christoph Mackel am Freitag. “Vielleicht werden wir nie erfahren, wo der Tatort war.” Die Untersuchungen, ob das Auto der Ermordeten zum Leichentransport genutzt wurde, seien noch nicht abgeschlossen.

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