Brackweder Karnevalverein begeistert 500 Jecken in der Aula des Gymnasiums – mit Video
Von Goldhöschen und Punk-Mariechen

Bielefeld (WB). Wenn Nonnen die Hüllen fallen lassen, die Prinzengarde sich im Marinekostüm im Wellentanz wiegt und elegante Elevinnen den Ballettrock gegen einen schwarzen Fledderlook tauschen, spätestens dann wissen die Fans der fünften Jahreszeit: Die Brackweder Jecken sind unterwegs. Der Seniorenkarneval bot am Wochenende zwei Mal dreieinhalb Stunden beste Unterhaltung.

Montag, 17.02.2020, 09:00 Uhr aktualisiert: 17.02.2020, 10:34 Uhr
Mit einem Pippi-Langstrum-Medley tanzen sich die kleinen „Wirbelwind“ in die Herzen der Zuschauer. Die Auftritte des Nachwuchses gehören fest zum Programm des Brackweder Karnevalvereins. 500 Menschen feierten am Wochenende mit den Jecken. Foto: Sewöster
Mit einem Pippi-Langstrum-Medley tanzen sich die kleinen „Wirbelwind“ in die Herzen der Zuschauer. Die Auftritte des Nachwuchses gehören fest zum Programm des Brackweder Karnevalvereins. 500 Menschen feierten am Wochenende mit den Jecken. Foto: Sewöster

Brackweder Jecken begeistern beim Seniorenkarneval

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Unter den 500 Zuschauer waren längst nicht nur Senioren, denn Nachwuchsprobleme kennt der Verein auch im 71. Jahr seines Bestehens nicht. Das gilt sowohl für die Zuschauer als auch für die aktiven Jecken.

Zum Beispiel die Tollen Tanten. Sie geben nach 15 Jahren auf der Bühne ihre Abschiedsvorstellung, und schon stehen die Neuen in den Startlöchern. „Die Muddis“ machen mobil, nehmen sich selbst auf die Schippe, frozzeln über Hüftspeck, beweisen sportliche Ambitionen und zeigen, was sie drauf haben beim Wasserballett. Doreen Beißel, Meike Schmidt, Birgit Engelke, Manja Stiller und Mechthild Pogatzki-Jaschewski sind als „Muddis“ würdige Nachfolgerinnen. Und die Tanten? Sieglinde Lübke, die älteste unter den Tanten, meint, dass es mit 74 Jahren Zeit wäre für andere Dinge – dem Brackweder Karnevalverein will sie aber treu bleiben.

Noch frisch bei den Jecken ist auch die Brackweder Boygroup. Erst ihren dritten Auftritt feiert sie am Wochenende, doch wenn die Jungs playback Tanzhits anstimmen und die in Gold gewandeten Hüften schwingen, bleibt das Publikum nicht auf den Stühlen. „Wir haben keine Goldkehlchen, sondern Goldhöschen“, meint Sitzungspräsident Gerhard Klocke trocken und erntet viele Lacher.

Es gibt auch feierliche Momente: Norbert Klocke erhält die Goldene Ehrennadel. Der 84-Jährige ist Vereinsmitglied der ersten Stunde und seit 70 Jahren dabei. Jedes Jahr reist er aus Hannover an, wenn sein Bruder zum Seniorenkarneval ruft. Sein Glück kaum glauben kann Mirco Diekmann, der in den Elferrat berufen wird und nun nicht nur die Narrenkappe tragen, sondern auch offiziell bei den „Kronjuwelen“ mitsingen darf. Bevor die den Schunkelklassiker „Karneval in Brackwede“ zum Abschluss anstimmen, gibt es ein Programm zum Staunen und sogar mit Tränen.

Lachtränen fließen reichlich, wenn Fritz Nieland in der Bütt über seine Erfahrungen als Mitglied der Generation „Ü60plus“ erzählt und „Oma Isolde“ alias Sigrid Wilke Schwänke preisgibt, die sie mit ihrem „Justaff“ erlebt. „Bettgeflüster“ im wahren Wortsinn präsentieren „Else und Alfred“ alias Ilona Strothmann und Andreas Walter. Ihre Szenen einer Ehe sind gespickt mit kleinen Gemeinheiten – zum großen Vergnügen des Publikums. Rudi Harazim lässt die legendäre DDR-Sängerin Helga Hahnemann wiederauferstehen und die „Quirkendörper Patthüpker“ lassen nach einer Choreografie von Ballettlehrerin Felicitas Grell die 1920er Jahre lebendig werden.

„So ein Tag, so wunderschön wie heute“, intoniert Tobias Flöthmann von den „Kronjuwelen“ zum Ausklang – und zwei Mal 250 Zuschauer stimmen gerne ein.

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