Di., 18.02.2020

Nextbike von Stadt und Mobiel – 40 Standorte im ersten Testjahr geplant „Öffentlicher“ Fahrradverleih ab 1. April

Der Hochschul-Campus und die Innenstadt bekommen im ersten Jahr Standorte mit 250 Leihfahrrädern. Grafik: Nextbike

Der Hochschul-Campus und die Innenstadt bekommen im ersten Jahr Standorte mit 250 Leihfahrrädern. Grafik: Nextbike

Von Burgit Hörttrich

Bielefeld (WB). Vom 1. April an gibt es in Bielefeld ein (neues) Leihfahrrädersystem. Das Konzept wurde von der Stadt gemeinsam mit Mobiel entwickelt. Partner für die Pilotphase von einem Jahr ist das Unternehmen Nextbike . Für die zweite Phase würde eine neue Ausschreibung erfolgen.

Im ersten Jahr sollen 250 Leihfahrräder an 40 Standorten in der Innenstadt und auf dem Hochschul-Campus zur Verfügung stehen, die Hälfte davon in Mitte: Rathaus, Jahnplatz, Kesselbrink, am Rand der Fußgängerzone in Altstadt und City, am Hauptbahnhof.

Ab 2021 rund 600 Räder und 50 Pedelecs

In Phase 2 (ab 1. April 2021) soll die Zahl der Leihfahrräder auf 600 plus 50 Pedelecs aufgestockt werden. Die jährlichen Kosten lägen dann, so das städtische Amt für Verkehr, bei 400.000 Euro. Erlöse aus der Vermietung der Räder würden nur „einen geringen Anteil der Gesamtkosten“ decken, so die Stadt. Als weitere Einnahmemöglichkeiten gelten etwa Rahmenverträge mit zum Beispiel der Studierenden-Vertretung Asta, durch Sponsoring oder Werbung.

Bei Nextbike liegt der Verleihpreis (Basistarif) bei einem Euro pro 30 Minuten. (Berlin: drei Euro); im Monatsticket von zehn Euro sind 30 Minuten pro Ausleihe inklusive, jede weitere halbe Stunde kostet dann einen Euro.

In Bielefeld soll es feste Standorte für die Leihräder geben. Das erfordere in der Pilotphase nicht zwingend das Aufstellen von Ständern, es reichten auch „Pinsellösungen“. Die Räder selbst seien jederzeit per GPS zu orten. Das stationsbasierte System schließe sogenannte Flexzonen nicht aus, so die Stadt. Auch Teile der Politik haben sich immer für ein sogenanntes hybrides Leihsystem eingesetzt: Räder stehen an festen Stationen und werden dorthin zurück gebracht oder aber irgendwo in der zulässigen Zone abgestellt. Nextbike selbst hatte für Bielefeld sowohl feste Stationen empfohlen, an denen die Räder nach der Registrierung per App, QR-Code oder Kundenkarte entliehen werden könnten, aber eben auch „Flexible Abgabenzonen“ – etwa bestimmte Straßen. Den Bedarf in Bielefeld sieht Nextbike bei 1000 Leihfahrrädern.

Standorte nah an Haltestellen

Die festen Standorte würden zur Zeit noch zwischen Mobiel und der Stadtverwaltung abgestimmt. Wichtig sei dabei, sie möglichst nah zu Haltestellen von Bussen und Stadtbahnen anzuordnen. Erst in Phase 2 könnten auch die Stadtbezirke bedacht werden. Standorte würden dort „hinsichtlich Potenzial, Bedarf und Flächenverfügbarkeit“ abgestimmt.

Andere Anbieter sollen mit dem „öffentlichen“ Fahrradverleih nicht vom Markt gedrängt werden, versichert das Amt für Verkehr, sondern sie sollen – im Gegenteil – unterstützt werden. Sie nämlich könnten das System ergänzen, „durch Lasten- oder Sonderräder“.

Das Unternehmen Nextbike, in 200 Städte weltweit vertreten, bietet auch die Möglichkeit, ein „Bielefeld-Rad“ einzusetzen: in den Stadtfarben Rot und Weiß.

Ein öffentliches Fahrradverleihsystem zu etablieren, hat der Stadtentwicklungsausschuss im September 2019 beschlossen.

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