Eine Sennerin züchtet die seltene Hunderasse Korea Jindo Dog
Treue „Schätze“ auf vier Pfoten

Bielefeld (WB). In Korea werden sie verehrt, und auch in Europa haben sie bereits Liebhaber gefunden – die Korea Jindo Dogs. Ein kleines Rudel dieser in Deutschland noch seltenen Hunderasse lebt am Fuß des Teutoburger Waldes: Die Rüden Kamdol und Hodol sowie die beiden Hündinnen Baekhui und Kong-I. Sie haben ihre Züchterin besonders stolz gemacht, denn aktuell tummeln sich gleich zwei Welpenwürfe auf dem Parkett.

Sonntag, 01.03.2020, 08:00 Uhr
Die Welpen lernen vom ersten Augenblick an das Familienleben kennen. Für die Kinder von Züchterin Siyeon-Kim Vogt, Jeannie (11 Jahre, von links), Mina (9 Jahre), Aaron (8 Jahre ) und Sui (5 Jahre) ist jeder Wurf etwas ganz Besonderes. Foto: Thomas F. Starke
Die Welpen lernen vom ersten Augenblick an das Familienleben kennen. Für die Kinder von Züchterin Siyeon-Kim Vogt, Jeannie (11 Jahre, von links), Mina (9 Jahre), Aaron (8 Jahre ) und Sui (5 Jahre) ist jeder Wurf etwas ganz Besonderes. Foto: Thomas F. Starke

Familie Vogt züchtet Jindo-Hunde

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„Sie sind echte Koreaner“, schwärmt Siyeon-Kim Vogt über ihre Hunde. „Sie sind nie aufdringlich, aber immer begeistert, wenn es etwas zu tun gibt“, weiß die 47-Jährige. „Und sie sind sauber, fast wie Katzen. Schon die Welpen versuchen, ihr Nest sauber zu halten, sobald sie die Augen geöffnet haben.“

Siyeon-Kim Vogt bekam vor vier Jahren ihren ersten Jindo-Rüden Kamdol, der völlig gelassen bleibt ob des Gewusels der zehn kleinen Fellknäule. Die Rassemerkmale der Jindos springen ins Auge: die kurzen, sehr spitzen Ohren, die an einen Spitz erinnern, das kurze dichte Fell, die Rute ist aufgerollt oder sichelförmig. Mit einer Widerristhöhe von bis zu 55 Zentimetern bei Rüden zählen Jindos zu den mittelgroßen Hunden. Der Jindo ist wasserscheu, aber ein leidenschaftlicher Jäger. Die Rasse sei sehr robust und genetisch dem Wolf sehr nah, versichert die Züchterin.

So pflegeleicht das Zusammenleben mit einem gut erzogenen Jindo ist, stellt er doch seine Besitzer auch vor Herausforderungen. „Er soll gut sozialisiert werden“, betont Siyeon-Kim Vogt. Jindos sind loyal und sehr auf den Besitzer bezogen, sie beschützen Haus und Hof. Deshalb müssen sie von Anfang an an Menschen, vor allem Kinder und zum Beispiel Haustiere gewöhnt werden. Unproblematisch ist das Zusammenleben von Hund und Mensch bei Familie Vogt: Fünf Kinder und vier Hunde leben unter einem Dach, und die Welpen sind vom ersten Tag an an Kinder gewohnt. Sogar die kleine Juna sitzt, erst 16 Monate jung, mittendrin. Bei der Vermittlung ihrer Jindo-Welpen ist der Züchterin vor allem wichtig, dass die Beziehung zwischen Hund und Mensch ein ganzes Hundeleben lang währt.

Verehrt als Nationaltier

Die Loyalität der Jindos ist in Korea berühmt-berüchtigt: Verfilmt und als Kinderbuch verfasst wurde die Geschichte der Hündin Baekgu, die von ihrer Besitzerin verkauft werden musste. In mehr als sieben Monaten soll die Hündin über 300 Kilometer zurückgelegt haben, um zu ihrer Besitzerin zurückzukehren. Ein Denkmal auf der Insel Jindo im Gelben Meer erinnert an diese Geschichte, die wohl jeder in Korea kennt.

In Südkorea wird der Jindo Dog als Nationaltier verehrt, seit 1938 ist er als 53. National Treasure (Nationaler Schatz) eingetragen. Es gelten strenge Regeln für die Zucht von Jindo Dogs in Südkorea. Die Zucht von Siyeon-Kim Vogt ist im koreanischen Zuchtverband Korean Kannel Club (KKC) eingetragen. Laut dem Verband für das Deutsche Hundewesen sind keine Züchter dieser Rasse geführt. Für die Welpen aus Senne haben sich längst Interessenten auf die Warteliste setzen lassen.

Siyeon-Kim Vogt, die seit 1996 in Deutschland lebt, freut sich, dass die Kultur ihres Heimatlandes Südkorea auf größeres Interesse stößt, nicht nur was die feine Küche angeht. Gerade erst hat der südkoreanische Film „Parasite“ mehrere Oscars erhalten. „Nach K-Pop, K-Food und K-Movie kommt jetzt vielleicht der K-Dog“, freut sich die Sennerin. Weitere Informationen gibt es hier .

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