Trotz der Forderung der Politik legt Mobiel die Entwürfe zum Ausbau nicht vor
Ältere Pläne zur Linie 1 bleiben geheim

Bielefeld (WB). Viel Kritik aus der örtlichen Politik und von Bürgern hat die im Dezember vorgelegte Planung für die Verlängerung der Linie 1 auf sich geladen. Eine bislang unter Verschluss gehaltene ältere Planung von 2018 versprach, die Stadtbahn mit nur geringen Konflikten nach Sennestadt zu bringen.

Samstag, 14.03.2020, 04:00 Uhr aktualisiert: 14.03.2020, 05:00 Uhr
Bislang endet die Linie 1 in Senne. Durch den Ausbau soll die Strecke bis nach Sennestadt verlängert werden. Foto: Peter Bollig
Bislang endet die Linie 1 in Senne. Durch den Ausbau soll die Strecke bis nach Sennestadt verlängert werden. Foto: Peter Bollig

Sennes Bezirksvertretung hatte im Januar beantragt, diese ältere Planung vorgestellt zu bekommen. Cornelia Christian, Leiterin des Mobiel-Kundenmanagements, kam zwar am Donnerstag in die Bezirksvertretersitzung. Die Ursprungsplanung brachte sie aber nicht mit.

Die ursprüngliche Planung zur Verlängerung der Linie 1

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  • Die Ursprungsplanung zur Verlängerung der Linie 1 nach Sennestadt. Hier der Bereich der bisherigen Endhaltestelle gegenüber der Friedhofstraße.

    Foto: Peter Bollig
  • Die Ursprungsplanung zur Verlängerung der Linie 1 nach Sennestadt mit den darin geplanten Querschnitten. Die fallen geringer aus als in der aktuell verfolgten Planung.

    Foto: Peter Bollig
  • Die Ursprungsplanung zur Verlängerung der Linie 1 nach Sennestadt. Das Linksabbiegen in die Bretonische Straße mit dem Netto-Markt (unten) bliebe hier möglich.

    Foto: Peter Bollig
  • Die Ursprungsplanung zur Verlängerung der Linie 1 nach Sennestadt mit den darin geplanten Querschnitten. Die fallen geringer aus als in der aktuell verfolgten Planung.

    Foto: Peter Bollig
  • Die Ursprungsplanung zur Verlängerung der Linie 1 nach Sennestadt. Die Grundstücke nördlich der Haltestelle und die Tankstelle blieben unangetastet, das Linksabbiegen in den Hafnerweg (unten) mit Anbindung an das Lebensmittelgeschäft Buschmann blieben möglich.

    Foto: Peter Bollig
  • Die Ursprungsplanung zur Verlängerung der Linie 1 nach Sennestadt. Hier die Buschkampkreuzung.

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  • Die Ursprungsplanung zur Verlängerung der Linie 1 nach Sennestadt. Hier die Eikelmannkreuzung.

    Foto: Peter Bollig
  • Die Ursprungsplanung zur Verlängerung der Linie 1 nach Sennestadt mit den darin geplanten Querschnitten. Die fallen geringer aus als in der aktuell verfolgten Planung.

    Foto: Peter Bollig
  • Die Ursprungsplanung zur Verlängerung der Linie 1 nach Sennestadt. Vor der hans-Christian-Andersen-Schule ist eine Haltestelle geplant, daneben ein begrünter Übergang über die Paderborner Straße.

    Foto: Peter Bollig
  • Die Ursprungsplanung zur Verlängerung der Linie 1 nach Sennestadt. Eine Ansicht der Ortslage in Sennestadt.

    Foto: Peter Bollig
  • Die Ursprungsplanung zur Verlängerung der Linie 1 nach Sennestadt. Eine Ansicht der Ortslage in Sennestadt.

    Foto: Peter Bollig
  • Die Ursprungsplanung zur Verlängerung der Linie 1 nach Sennestadt. Eine Ansicht der Ortslage in Sennestadt.

    Foto: Peter Bollig

Statt dessen stellte Cornelia Christian noch einmal den Stand der aktuellen Planung vor – bis die Bezirksvertreter erbost einschritten: „Wir wollen etwas Neues hören. Wir hatten Anträge gestellt, die abzuarbeiten sind“, sagte etwa Heiko Rohde (Grüne), der die Einsicht in die alte Planung beantragt hatte, die bei der Paprika-Mehrheit offensichtlich als brisant gehandelt wird.

Die Planung, die dem WESTFALEN-BLATT vorliegt, lässt private Grundstücke weitestgehend unangetastet, erlaubt auch wie bisher das Abbiegen in Nebenstraßen, während die aktuell verfolgte Planung in rund 70 Grundstücke eingreift, zusätzlichen Verkehr vor Schulen und Kitas in Nebenstraßen verlagert.

Stadt will keine falschen Erwartungen wecken

Die Verwaltung und Mobiel halten die alte Planung für nicht realisierbar, weil OB Pit Clausen mit Straßen NRW die neuere Planung ausgehandelt hat. „Nur die ist mit dem Landesbetrieb abgestimmt“, sagt Cornelia Christian. Schon nach der Ursprungsplanung von 2018 kritisch zu fragen, hat bei den Rats-Grünen offenbar für Wirbel gesorgt. Heiko Rohde ließ durchblicken, dass er intern als „Nestbeschmutzer“ bezeichnet worden sei.

Dass die Planung nicht vorgelegt werde, sei mit Baudezernent Gregor Moss abgestimmt. Der Grund: Man wolle keine falschen Erwartungen oder Hoffnungen wecken, die nicht zu erfüllen seien. Die alte Planung wäre nicht realisierbar und müsste an heutige Erfordernisse angepasst werden – und wäre dann auch nicht mit Straßen NRW abgestimmt. „Es stellt sich doch die Frage: Wollen wir weiter nach hinten schauen oder endlich nach vorne gehen,“ sagte Cornelia Christian.

Die Bezirksvertreter brachte das in Rage. Ilona Neumann (SPD): „Wir wollen abwägen können.“ Alexander von Spiegel (UBF) beklagte, dass Mobiel und Stadt auch bei anderen Gelegenheiten immer fertige Konzepte, aber keine Alternativplanungen zur Diskussion vorgelegt hätten, etwa zur Niederflurtechnik oder zu Oberleitungsbussen. Für Joscha Conze (CDU) hängt vor allem die Akzeptanz der Bürger davon ab. Nur wenn die Alternativplanung vorgelegt und plausibel gezeigt werde, warum sie nicht funktioniere, könne es Zustimmung zu der von Mobiel bevorzugten Planung geben.

Kommentare

Wolfgang Haase  schrieb: 15.03.2020 08:59
Straßenbahnverlängerung Linie
Wieso kann die Verwaltung der Stadt Bielefeld der Bezirksvertretung Senne die Einsicht in die alten Pläne für die Verlängerung der Straßenbahn Linie 1 verweigern? Leben wir in einem demokratischen Staat oder in einer Diktatur von Betonklötzen, die jede Kritik an ihren Plänen verhindern und eine offene Diskussion über Alternativen unterbinden wollen. Es passt zu den Vorstellungen der linksorientierten Parteien, dass privates Eigentum nicht zu schützen und zu enteignen ist.

Dabei gibt es viele Alternativen:
1. Straßenbahn in der Mitte der Straße unter Beibehaltung der 4 Kfz-Fahrspuren wie in der Detmolder Straße realisiert. Abbiegemöglichkeiten bleiben erhalten. Der Bahnsteig in der Mitte der Straßenbahnfahrspuren ist wegen der geringen Benutzung auf ein Minimum zu begrenzen.
2. Erweiterung durch den Bau einer U-Bahn (auch in Brackwede) - Geld spielt in Deutschland keine Rolle und ist reichlich vorhanden.
3. Integration der Sennebahn in die Verkehrsplanung mit der Errichtung von Busbahnhöfen an deren Haltestelle. Durch Nutzung der Sennebahn werden die Fahrzeiten erheblich reduziert. Auch bei der geplanten Straßenbahnverlängerung muss ein Busverkehr eingerichtet werden.
4. Umstellung auf Elektrobusse, die an den Endhaltestellen aufgeladen werden können.

Es ist zu erkennen, dass Mobiel, Stadtverwaltung und Rat Änderungen an ihren Vorstellungen nicht akzeptieren werden. Deshalb fordere ich die Bewohner in der Senne und Sennestadt auf, eine Bürgerinitiative zu gründen. Insbesondere aufgerufen sind die von der Enteignung betroffen Grundstückseigentümer. Nur gemeinsam können diese ihre Interessen vertreten.
Als Ansprechpartner steht Herr Wolfgang Haase, Senner Hellweg 73, 33659 Bielefeld zur Verfügung.
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