Mi., 18.03.2020

Viele Geschäfte schließen – Supermärkte dürfen sonntags öffnen – Verwaltung eingeschränkt Große Pause in Bielefeld

In Bielefeld gibt es mehr als 150 öffentliche Spielplätze. Auch die dürfen jetzt nicht mehr betreten werden.

In Bielefeld gibt es mehr als 150 öffentliche Spielplätze. Auch die dürfen jetzt nicht mehr betreten werden. Foto: Thomas F. Starke

Von Michael Schläger

Bielefeld (WB). Der Besuch im Supermarkt wird von diesem Donnerstag an ganz anders aussehen als bisher. Sämtliche Verkaufsstellen, die nach der neuen Verordnung von Land NRW und Stadt Bielefeld noch geöffnet haben dürfen, müssen für ausreichend Hygiene sorgen, den Zutritt steuern und Warteschlangen unterbinden.

Jetzt 49 Corona-Fälle

Das alles dient dem Schutz vor dem Corona-Virus. In Bielefeld sind, Stand Mittwoch, 12 Uhr, jetzt 49 Menschen mit dem Virus infiziert. Insgesamt 703 Bürger sind in Quarantäne, am Dienstag waren es noch 543.

Neue Verordnung

Am Nachmittag hat die Stadt die neue so genannte Allgemeinverordnung erlassen. Von diesem Donnerstag an gilt sie. Einen Shoppingbummel durch Modeläden wird es vorerst nicht mehr geben. Nur der Lebensmittelhandel, Wochenmärkte, Abhol- und Lieferdienste, Getränkemärkte, Kioske, Apotheken, Sanitätshäuser, Drogerien, Tankstellen, Banken und Sparkassen, Poststellen, Friseure, Reinigungen, Waschsalons, Bau-, Gartenbau- und Tierbedarfsmärkte und der Großhandel dürfen noch öffnen.

In Restaurants können Gäste nur zwischen 6 und 15 Uhr bedient werden – wenn für ausreichend Abstand gesorgt ist. Kneipen, Bars und Clubs sind schon dicht. Im Laufe des Mittwoch waren die sich abzeichnenden Veränderungen schon spürbar. Hatten zunächst noch eine Reihe von Fachgeschäften in der Innenstadt geöffnet, machten nach und nach immer mehr zu. Schilder an den Eingängen verwiesen auf den Schutz der Kunden und der Mitarbeiter. Von der neuen Verordnung sind neben den Grundversorgern auch die Handwerker ausgenommen. Sie können weiter ihrer Tätigkeit nachgehen. Der Klempner oder Maler kommt also noch ins Haus.

150 Spielplätze geschlossen

In Bielefeld gibt es mehr als 150 öffentliche Spielplätze. Auch die dürfen jetzt nicht mehr betreten werden, und das ist bitter für die Kinder, die schon nicht in die Schule oder die Kita können. Die Stadt will Hinweisschilder aufstellen, aber keine gesonderten Absperrungen vornehmen. Kontrolliert werden kann das Betretungsverbot nur bedingt. „Wir setzen auf die Einsicht der Eltern“, so eine Stadt-Sprecherin.

Notdienst der Verwaltung

Zum Schutz vor Corona reduziert die Stadt Bielefeld den Zugang zu ihren Dienststellen. Für persönliche Kontakte gibt es nur noch einen Notdienst nach vorheriger Terminvereinbarung. Das Alte Rathaus ist geschlossen. Das Neue Rathaus kann nur über zwei Eingänge betreten werden: Geöffnet sind der Haupteingang 1 zum Neuen Rathaus sowie der Eingang 2 zur Bürgerberatung. An den Eingängen kontrolliert Sicherheitspersonal. Ein Terminnachweis muss vorgelegt, der Ansprechpartner benannt werden. Der Sicherheitsdienst soll auch den Besucherstrom regulieren.

Rathaus-Filialen dicht

Bis auf weiteres vollständig geschlossen werden die Filialen der Bürgerberatung in Brake, Hillegossen, Schildesche, Gadderbaum, Dornberg. Auch die übrigen Verwaltungsgebäude wie zum Beispiel das Technische Rathaus werden für den Publikumsverkehr geschlossen. Dort entscheiden die Ämter nach Telefonkontakt selbst über den Einlass. Online-Terminvereinbarungen sind ab sofort nicht mehr möglich. Außerdem werden alle bis zum 3. April online vereinbarten Termine abgesagt. Mit dem Jugendamt vereinbarte Krisengespräche (Kinderschutz) finden jedoch statt.

Neue Öffnungszeiten

Teilweise reduzieren Supermärkte ihre bisherigen Öffnungszeiten. Bei Edeka Niebuhr an der Langen Straße etwa ist jetzt nur noch von 8 bis 20 Uhr geöffnet. Begründet wird das damit, dass Schichten neu organisiert werden mussten, weil Mitarbeiter sich um ihre Kinder kümmern müssen. Ähnlich verhält es sich beim Marktkauf Gadderbaum. Allerdings ermöglicht die neue Allgemeinverordnung jetzt auch Sonntagsöffnungen. Inwieweit sie genutzt werden, ist noch nicht geklärt. Auch im Shoppingcenter Loom dürfen nur die Geschäfte öffnen, die der Grundversorgung dienen. Der Zugang muss gesondert geregelt werden.

Hotline 512000

Die städtische Hotline für alle Fragen rund um das Coronavirus unter Telefon 0521/51-2000 ist zeitweise überlastet. Grundsätzlich geben montags bis freitags städtische Mitarbeiter von 8 bis 16 Uhr allgemeine Auskünfte sowie Hinweise zur Vorbeugung, unter anderem dazu, wie bei einer möglichen Infektion verfahren wird. Auf den Virus getestet wird, wer Symptome spürt und sich in einem Risikogebiet wie Italien oder Tirol aufgehalten hat oder nachweislich Kontakt mit einem Infizierten hatte. Hier gilt: Zunächst telefonisch Kontakt aufnehmen. Außerhalb der städtischen Service-Zeiten steht dafür auch die Servicestelle der Kassenärztlichen Vereinigung unter 116117 zur Verfügung.

Kommentare

Autohöuser

Dürfen Autohäuser denn öffnen? Manche haben manche nicht. Werkstätten dürfen wohl, aber die Verkaufsflächen gehören dich erzähl zum Einzelhandel. Das ist nicht wirklich geklärt.

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