Sa., 21.03.2020

Ein Kommentar zur Hilfsbereitschaft, aber auch zum Fehlverhalten einiger Menschen Danke, liebe Bielefelder!

Die Süsterkirche in Bielefeld.

Die Süsterkirche in Bielefeld. Foto: André Best

Von André Best

Bielefeld (WB). Es war eine der denkwürdigen Begegnungen in dieser turbulenten Woche. Ich stand an der Supermarktkasse und blickte ins Gesicht der Kassiererin. Sie machte ihren Job – einfach nur ihren Job. Scannte die Produkte, kassierte, gab Geld zurück, kam in direkten Kontakt mit Kunden, lächelte. Für mich steht diese Frau stellvertretend für zahlreiche Menschen in dieser Stadt.

Sie ist eine der Heldinnen und Helden in der Corona-Krise . Und es gibt so viele, die es ihr gleich tun. Sie reden nicht viel darüber – sie tun einfach. Diese Menschen sind die Säulen der Gesellschaft in dieser für uns alle nicht ganz einfachen Zeit.

Die Schwestern, Pfleger, Ärzte und Helfer in den Bielefelder Kliniken , Praxen, Seniorenheimen und anderen sozialen Einrichtungen sind ganz vorneweg zu nennen. Sie alle bereiten sich auf das Schlimmste vor, das hoffentlich nicht eintreten wird. Diese Menschen, diese zumeist Bielefelder, machen ausgezeichnete Arbeit. Sie jammern nicht, sondern stellen sich in den Dienst der Sache. Dafür gebührt ihnen der Dank, die Anerkennung und unser aller Respekt.

In Bielefeld hat sich in dieser Woche auch auf privater Ebene eine regelrechte Welle der Hilfsbereitschaft entwickelt. Da haben Menschen nicht lange gezögert und Projekte ans Laufen gebracht – im und auch außerhalb des Internets. Da wird für die ältere Frau, die als Risikoperson Angst um ihr Leben hat, der Einkauf organisiert. Da bieten sich Helfer alleinstehenden und einsamen Mitmenschen an – zum Teil einfach nur zum Reden, Schreiben und für sie da zu sein. Selbst die Posaunenchöre machen mit und sorgen mit ihren Ständchen für einen Lichtblick. Und mancherorts sind die Kirchenglocken in der so ruhigen Stadt zu hören.

Die Solidarität ist groß. Viele Bielefelder unterstützen die Händler vor Ort, die um ihre Existenz bangen. Einige haben tolle Aktionen initiiert, verkaufen ihre Waren nun online und beraten die Kunden telefonisch. Jetzt den Handel so gut es geht zu unterstützen, das ist unsere Aufgabe. Eine gute Idee ist es auch, online Genussscheine zum Verzehr in Kneipen und Restaurants anzubieten – für später, wenn die Krise vorüber ist.

Leider verhalten sich nicht alle so vorbildlich. Wer Corona-Partys feiert, ist nicht nur dumm, sondern sollte wissen, dass er damit seine Großeltern und andere Menschen in Lebensgefahr bringt. Hoffen wir, dass es dazu nicht kommt.

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