100 Mitarbeiter der Verwaltung sollen Kontaktsperre in Bielefeld kontrollieren
Die Stadt leert sich

Bielefeld (WB). Um die Einhaltung der vom Land verordneten Kontaktsperre zu kontrollieren, will die Stadt Bielefeld deutlich mehr Personal einsetzen. „Das Ziel ist, mit knapp 100 Leuten im Stadtgebiet im Schichtdienst unterwegs zu sein“, teilte die Stadt gestern nach der Sitzung des Krisenstabes mit.

Dienstag, 24.03.2020, 05:00 Uhr
Bereits am Montag zeigten sich die Folgen der Kontaktsperre. Auf dem Jahnplatz waren kaum Menschen unterwegs. Foto: Bernhard Pierel
Bereits am Montag zeigten sich die Folgen der Kontaktsperre. Auf dem Jahnplatz waren kaum Menschen unterwegs. Foto: Bernhard Pierel

Und schon am Montag waren in der Innenstadt vielerorts immer wieder Streifen der Polizei und des Ordnungsamtes zu sehen, während immer weniger Menschen unterwegs waren.

Derzeit sind 30 Mitarbeiter des Ordnungsamts im Einsatz, darunter auch Quartiershelfer. Schon ab Mittwoch soll diese Zahl durch den Außendienst der Zentralen Ausländerbehörde auf 40 aufgestockt werden. „Diese haben Erfahrung im Außendienst und verfügen über Fahrzeuge. Das hilft uns enorm,“ sagt Stadt-Sprecherin Gisela Bockermann. Denn natürlich würde die Kontaktsperre auch in den Außenbezirken kontrolliert. „Die Regeln betreffen alle Bereiche der Stadt“, betonte Bockermann.

Kunden warten auf der Straße

Oberbürgermeister Pit Clausen forderte die Bielefelder auf, sich an die Regeln zu halten und kündigte deren Durchsetzung an. „Das ist unsere einzige Chance, die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen“, erklärt Clausen in einer Videobotschaft.

In der Bielefelder Innenstadt schienen die neuen Regelungen bereits am Montag von den allermeisten Menschen angenommen zu werden. In der Fußgängerzone waren deutlich weniger Menschen unterwegs, bei manchen Bäckereien warteten die Kunden lieber auf der Straße als im Geschäft. Und überall – ob in der Innenstadt oder in den Außenbezirken – die Menschen gehen auf Abstand. „Es ist alles ganz entspannt, sowohl in der Innenstadt als auch in den Außenbezirken“, hieß es am Montagvormittag von einer Ordnungsamts-Streife auf dem Alten Markt.

Auch am vergangenen Wochenende hielten sich die meisten Menschen an den Hinweis, Abstand zu halten. In zwei Fällen registrierten die Streifen Verstöße gegen die Versammlungs- und Betretungsverbote, auf einem Spielplatz erteilten sie drei Menschen einen Platzverweis.

Die Lage hat sich entspannt

Da angesichts des sonnigen Wetters besonders die Parkanlagen im Stadtgebiet gut besucht waren, mussten Ordnungsamts-Mitarbeiter dort häufiger auf die Abstandsregelungen hinweisen. Auf dem Kesselbrink wurden die Mitglieder der Trinkerszene, die sich dort in kleineren Gruppen versammelt hatten, auf diese hingewiesen, auf der Skate-Anlage wurden zwei Gruppen von Jugendlichen ermahnt. Insgesamt berichteten die Streifen von leeren Straßen und abends auch leeren Parkanlagen. Ihr Fazit: Die Lage hat sich entspannt.

Im Einzelhandel stellten die Streifen des Ordnungsamts keine Verstöße fest. Eine Gaststätte in Brackwede hatte Vorder- und Hintertür geöffnet, sechs Gäste saßen am Tresen oder spielten an Automaten, ohne die Mindestabstände einzuhalten. Die Gaststätte wurde geschlossen, den Wirt erwartet nun ein Strafverfahren.

Unterdessen rücken auch die Parteien im Stadtrat enger zusammen. SPD-Fraktionsvorsitzender Georg Fortmeier zur Corona-Krise : „Wir kennen in dieser Situation keine Fraktionen und Parteien mehr.“

Der Appell des CDU-Fraktionsvorsitzenden Ralf Nettelstroth: „Haltet Euch an die Kontaktarmut.“ Das sei auch langsam in den Köpfen der jüngeren Generation angekommen, sagt Nettelstroth, Vater von zwei Teenagern.

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