Mo., 23.03.2020

Zwangspause im April – Herforder Modekonzern Ahlers kippt Prognose und plant auch Kurzarbeit DMG Mori und Miele legen Produktion still

Bielefeld/Herford/Gütersloh (WB/OH). Die Corona-Krise trifft weitere OWL-Unternehmen. – darunter DMG Mori, Miele und Ahlers.

Europas größter Werkzeugmaschinenbauer, die DMG Mori AG (früher Gildemeister) in Bielefeld, legt wegen der Corona-Krise alle sieben europäischen Produktionswerke vorübergehend still. Betroffen seien auch ein Teil der Vertriebs- und Servicegesellschaften, teilte das Unternehmen mit.

Die vorübergehende Unterbrechung diene dem Schutz der Gesundheit von 4500 betroffenen Mitarbeitern, Kunden, Partnern und Lieferanten sowie der Sicherung von Beschäftigung. Die „Betriebsruhe“ – so nennt der Konzern den vorübergehenden Produktionsstopp – gelte vom 1. bis 30. April. „Die aktuelle Situation erfordert eine starke Gemeinschaftsleistung. Wir arbeiten alle gemeinsam daran, diese bisher nie dagewesene Situation zu meistern. Unsere Vereinbarung zur Kurzarbeit ermöglicht dabei ein geordnetes Vorgehen.” DMG Mori setzte 2019 mit 7000 Mitarbeitern 2,7 Milliarden Euro um.

Bei Miele spricht man von Engpässen bei Zulieferteilen

Der Hausgerätehersteller Miele legt die Produktion in allen inländischen Werken vom 1. April bis zum Ende der Osterferien am 19. April still. Als Begründung nennt das Unternehmen Engpässe bei Zulieferteilen. „Hinzu kommt, dass vor dem Hintergrund der angeordneten Geschäftsschließungen, von denen auch der Fachhandel betroffen ist, der Absatz in erheblichem Maß gestört ist“, heißt es in der Mitteilung weiter.

Kurzarbeit werde ebenfalls für den Zeitraum vom 1. April bis zum Ende der Osterferien vorbereitet. Der Zeitraum könne aber „in Abhängigkeit von der weiteren Entwicklung des Coronavirus auch verlängert werden“. Miele hat mehr als 5000 Mitarbeiter in Gütersloh und 1800 in Bielefeld.

Der Vertrieb werde weiterhin aufrechterhalten. Zudem würden Reparaturarbeiten durch den Kundendienst ausgeführt, sowohl im privaten als auch im gewerblichen Bereich, etwa in Krankenhäusern.

Ahlers nimmt Prognose zurück

Der Bekleidungshersteller Ahlers in Herford nimmt derweil seine Prognose für das Geschäftsjahr 2019/20 zurück. Erwartet würden deutliche Belastungen, die Umsatz und Ergebnis verringern werden. Eine Vorhersage sei derzeit nicht möglich. Der Vorstand habe Maßnahmen zur Kostensenkung sowie Liquiditätssicherung eingeleitet, für fast alle Mitarbeiter – mit Ausnahme des Onlinehandels – solle Kurzarbeit beantragt werden. Zudem solle über Mietreduzierungen verhandelt werden. Im ersten Quartal sei das operative Ergebnis aufgrund von Auslieferverschiebungen um mehr als die Hälfte auf 1,5 Millionen Euro gefallen. Die für den 22. April geplante Hauptversammlung sei wegen der Versammlungsverbote auf unbestimmte Zeit verschoben.

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