Mi., 25.03.2020

Shoppingcenter-Betreiber ECE berät mit Investoren über finanzielles Entgegenkommen Hilfen für Loom-Mieter?

In normalen Zeiten kommen im Schnitt täglich 35.000 Besucher ins Shoppingcenter Loom.

In normalen Zeiten kommen im Schnitt täglich 35.000 Besucher ins Shoppingcenter Loom. Foto: Thomas F. Starke

Von Oliver Horst

Bielefeld (WB). Im Bielefelder Shoppingcenter Loom wird das ganze Dilemma der Corona-Krise für den stationären Einzelhandel sichtbar. Nur noch vier von 110 Läden im Einkaufszentrum dürfen derzeit öffnen.

Sie gelten als relevant für die Grundversorgung und sind daher von der behördlichen Verfügung zur Schließung von Geschäften ausgenommen. Allen anderen fehlen Tag für Tag die Einnahmen, während zumindest ein Teil der Kosten weiter anfällt. Dazu zählen vor allem die Mieten. Bundesweit kommen aus dem Handel Rufe nach einem Entgegenkommen der Vermieter.

Im Fall des Shoppingcenters Loom prüft der zum Otto-Konzern gehörende Betreiber ECE Möglichkeiten zur Entlastung der Mieter. „Wir verstehen die Sorgen der Mieter sehr gut“, teilt die ECE auf Anfrage mit. „Daher stehen wir aktuell im engen Austausch mit den Eigentümern der von uns betriebenen Center, um gemeinsam Lösungen zu finden, wie die Mieter unterstützt werden können.“ Das Loom ist Teil eines ECE-Fonds, an dem neben der Unternehmerfamilie Otto weitere Investoren Anteile halten. 135 Millionen Euro waren in das 2017 eröffnete Einkaufscenter in Bielefeld investiert worden.

Intensität der Reinigung deutlich erhöht

Unabhängig von der Entscheidung der Investoren senke ECE „die Betriebskosten in den Centern kurzfristig auf das notwendige Minimum, um die Nebenkosten für die Mieter zu reduzieren und sie so auf der Kostenseite zu entlasten“. ECE nennt reduzierte Beleuchtung und Klimatisierung sowie weniger Bewachungspersonal.

Als erster Großvermieter hat der zum Ikea-Konzern gehörende Centerbetreiber Ingka Centres seinen Kunden in Europa mitgeteilt, für die Dauer behördlicher Schließungsanordnungen auf Mieten und Nebenkosten zu verzichten.

Nach Angaben der ECE sind in allen Centern, also auch im Loom, frühzeitig eine Reihe von präventiven Maßnahmen umgesetzt worden. So sei die Frequenz und Intensität der Reinigung und Desinfektion deutlich erhöht worden. Insbesondere hochfrequentierte Punkte im Center, zum Beispiel Rolltreppenhandläufe oder Türgriffe, würden seither noch häufiger und intensiver gereinigt.

„Zudem haben wir an allen Ein- und Ausgängen Desinfektionsspender für die Besucher aufgestellt“, so die ECE. Im Center seien Hinweise und Informationen mit den allgemeinen Handlungsempfehlungen und zum Einhalten des Mindestabstands platziert worden.

Kommentare

Zusätzlich sollte am einzigen verbliebenen Eingang eine zweite Türe geöffnet werden. Das verhindert den lästigen Engpass beim Rein- und Rausgehen und lüftet mehr durch.

Statt der Augenwischerei mit den Nebenkosten sollten sich die Investoren ihrer sozialen Verantwortung stellen. Kapital verpflichtet - in diesen Zeiten umso mehr. Dann fällt die Rendite dieses Jahr halt geringer aus.

Weshalb nicht mehr als nur die eine Türe beim letzten verbliebenen Eingang des Loom geöffnet wird, ist mir ein Rätsel. Statt des Engpasses könnte es so einen Ein- und Ausgang geben (ähnlich wie bei Müller bspw).

Ein Mietverzicht der Investoren wäre wünschenswert. Das Argumente der niedrigeren Nebenkosten ist reine Augenwischerei. Kapital verpflichtet. Dann muss die Rendite eben dieses mal geringer ausfallen.

2 Kommentare

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