Do., 26.03.2020

Werkstätten geöffnet, Kfz-Zulassungsbehörde in Bielefeld geschlossen – Appell der Innung Verkauf von Autos ist eingestellt

Rüdiger Schlomm, Obermeister der Kfz-Innung Bielefeld, ruft dazu auf, jetzt Werkstatt-Termine zu vereinbaren.

Rüdiger Schlomm, Obermeister der Kfz-Innung Bielefeld, ruft dazu auf, jetzt Werkstatt-Termine zu vereinbaren. Foto: Bernhard Pierel

Von Jens Heinze

Bielefeld (WB). Die Zulassung und Ummeldung von Autos ist wegen der Coronavirus-Krise weitgehend eingestellt. „Wir haben grundsätzlich geschlossen. Wir wollen den Publikumsverkehr so gering wie möglich halten”, sagt Jens Middeldorf, Leiter der städtischen Kfz-Zulassungsbehörde.

Nur noch „Notfälle” könnten sich bei der Zulassungsbehörde melden und müssten das Anliegen begründen, unterstreicht Middeldorf. Kontakt sei möglich unter Tel. 0521/513323 oder per Mail an kfz.zulassungsbehoerde@bielefeld.de. Die „Notfälle” zur Zulassung oder Ummelden von Autos sind eng gefasst. Melden kann sich praktisch nur noch, wer in lebenswichtigen Bereichen arbeit. Darunter fallen in der Kfz-Zulassungsbehörde etwa Mitarbeiter aus medizinischen Berufen oder Lebensmittellieferanten. „Eben alles, was wichtig ist zur Aufrechterhaltung der Versorgung der Bielefelder Bürger”, sagt Middeldorf. Und äußert noch eine Bitte: Wer einen festen Termin in der Kfz-Zulassungsbehörde vereinbart habe, der möge auch kommen.

Hol- und Bringservice

Der Autoverkauf ruht per Erlass der NRW-Landesregierung zur Aussetzung des Einzelhandels komplett . In den Kfz-Werkstätten wird dagegen weiter gearbeitet. „Die Innungsbetriebe haben fast alle geöffnet”, sagt Rüdiger Schlomm, Obermeister der Kfz-Innung Bielefeld. Er ruft dazu auf, jetzt Werkstatt-Termine zu vereinbaren, um beispielsweise Winter- gegen Sommerreifen zu tauschen, notwendige Reparaturen oder Inspektionen erledigen zu lassen oder den TÜV verlängert zu bekommen. Wenn alle nach Ende der Ausgangsbeschränkungen auf einmal kommen würden, gebe es lange Wartezeiten.

Der Obermeister hat, wie eigentlich alle anderen Betriebe der Innung, auf die Viruskrise längst reagiert. Das Büro zur Auftragsannahme ist wegen des Abstandgebotes mit einer Kette halbiert, die Werkstatt für Kundenbesuche gesperrt. Andere Betriebe wie Frank Powilleit vom gleichnamigen Kfz-Betrieb an der Herforder Straße bieten inzwischen der Kundschaft einen Hol- und Bringservice für deren Autos inklusive Leihwagen auf Wunsch an.

Betriebe haben Kurzarbeit angemeldet

Die Zukunftsprognosen für die Kfz-Branche sehen Schlomm und Powilleit mit stark gemischten Gefühlen. „Das sind zurzeit Verluste ohne Ende. Für Betriebe, die nur vom Autoverkauf leben, ist das eine Katastrophe. Ich versuche so lange wie möglich ohne Kurzarbeit durchzuhalten”, sagt Powilleit, der seit 18 Jahren selbstständig ist. „In naher Zukunft werden wir alle Probleme bekommen, wenn der Autoverkauf ruht”, sagt Obermeister Schlomm. Er schätzt, das aktuell mehr als die Hälfte der Bielefelder Kfz-Betriebe Kurzarbeit angemeldet hat oder zeitnah anmelden wird.

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