Seeschlangen-Skulptur steht auf dem Kreisverkehr an der Voltmannstraße in Bielefeld
Schildesches „Nessie“

Bielefeld-Schildesche (WB). Die Seeschlange polarisiert. Das zeigen die ersten Reaktionen auf die Skulptur, die am Freitagmorgen auf der Mittelinsel des Kreisverkehrs an der Kreuzung Voltmannstraße/Schloßhofstraße aufgestellt wurde – und die mit ihren knalligen Farben und ihrer Höhe von fünf Metern nun schon von Weitem aus allen Richtungen zu sehen ist und die ein wenig an die Vorstellungen des vermeintlichen schottischen Seeungeheuers „Nessie“ erinnert.

Sonntag, 05.04.2020, 13:00 Uhr
Die Seeschlange ist fünf Meter hoch und dominiert nun in Blau und Orange die Mittelinsel des Kreisverkehrs. Foto: Hendrik Uffmann
Die Seeschlange ist fünf Meter hoch und dominiert nun in Blau und Orange die Mittelinsel des Kreisverkehrs. Foto: Hendrik Uffmann

Gegen 6.30 Uhr war am Freitag der Tieflader mit dem Kunstwerk angekommen. „Etwa 500 Kilogramm wiegt sie“, erklärte Sores Hüseyinoglu, der bei der Herstellerfirma Accentform mit Sitz in Nienstedt im Landkreis Hameln-Pyrmont als Projektleiter für die Seeschlange zuständig ist. Sie besteht aus Glasfaserverstärktem Kunststoff und ist – bis auf einige Verstrebungen – innen hohl.

Form aus Styropor

Um die Figur anzufertigen, sei zunächst ein Form aus Styropor gebaut werden, erläuterte Hüseyinoglu. „Dieses wurde dann mit dem Kunststoffharz ummantelt, der dann immer wieder geschliffen und gespachtelt wurde, bis alle Poren dicht waren.“ Zum Schluss wurde dann das Styropor wieder entfernt und das Kunstwerk lackiert.

Vor Ort schraubten die Techniker am Freitagmorgen zunächst das Holzgestell ab, mit dem die Seeschlange für den Transport gesichert worden war, bevor Kranfahrer Tim Heck sie an den Haken nahm und an ihren Platz im Kreisel verfrachtete. Auf der Mittelinsel wurde sie dann auf dem zuvor schon gegossenen Betonfundament sicher verschraubt – mit Blick nach Süden in die Voltmannstraße in Richtung Laborschule.

Große Mehrheit von Schülern und Lehrern für die Seeschlange

Denn entworfen hatte das Kunstwerk, wie berichtet, Laborschüler Luan Nascimento da Silva.   In einem Wettbewerb hatte sich dann eine große Mehrheit der Schüler und Lehrer für die Seeschlange entschieden, die Bezirksvertretung Schildesche hatte sich dem angeschlossen. Stehen soll die Seeschlange für Individualität, Überraschung und Kreativität.

Schulleiter Rainer Devantié machte sich am Freitag selbst ein Bild von den Aufbauarbeiten. „Ich finde es toll, dass es überhaupt geklappt hat, dieses Projekt umzusetzen“, erklärte er. Das sowohl die Schule als auch die Politik sich für die Seeschlange ausgesprochen haben, habe ihn selbst verblüfft. „Es gab ja auch durchaus konventionellere Entwürfe, die ebenfalls die Werte der Laborschule repräsentiert hätten“, so der Schulleiter.

Bei den Bielefeldern und den hunderten von Autofahrern, die jeden Tag den Kreisverkehr passieren, dürften die Meinungen jedoch geteilt sein, wie sich schon am Freitagmorgen andeutete. Lotti (8) und ihr Bruder Johannes (7), die zufällig mit ihrer Mutter vorbeikamen und dann die Aufbauarbeiten gespannt verfolgten, gefällt das Kunstwerk jedenfalls. „Ich finde die Schlange schon sehr cool. Sie hat Hörner auf dem Rücken, was Schlangen ja eigentlich nicht haben, und die Farbe finde ich auch sehr interessant“, urteilte Lotti nach dem ersten Blick auf die Skulptur in leuchtendem Blau und Orange.

Lob für die Augen

Johannes hatte sich da schon die Details angesehen. „Die Augen sehen toll aus. Und die Zunge ist ziemlich groß“, sagte der Siebenjährige.

Andere Passanten hatten hingegen ein ganz anderes Urteil. „Das lackiere ich morgen früh um“, meinte ein Spaziergänger, noch während die Seeschlange auf dem Lkw festgezurrt auf ihrer Montage wartete. Und aus dem halb geöffneten Fenster eines vorbeifahrenden Autos war dann, als die Skulptur schon auf der Mittelinsel stand zu hören: „Ist das hässlich.“

Wie auch immer die Passanten und Autofahrer zu der Seeschlange stehen werden, ob sie ihnen gefällt oder nicht, eines steht jedenfalls fest: Zu übersehen ist sie nicht.

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