„Seekrug“-Wirt macht Öffnungs-Vorschlag für seinen Biergarten in Bielefeld-Schildesche
Schulz’ Exit-Strategie

Bielefeld (WB). Ein Osterfest, bei dem alles anders ist. „Seekrug“-Wirt Christian Schulz kann seinen Gästen Eis am Stiel an einer Eisbude anbieten. Es gibt auch Bratwürstchen und Getränke, die an einem Stand abgeholt werden müssen. Sonst nichts. Den Wirt trifft das Öffnungsverbot besonders hart.

Samstag, 11.04.2020, 10:00 Uhr aktualisiert: 11.04.2020, 14:20 Uhr
Möchte seinen Biergarten wenigstens eingeschränkt in Betrieb nehmen: „Seekrug“-Wirt Christian Schulz. Foto: Hendrik Uffmann
Möchte seinen Biergarten wenigstens eingeschränkt in Betrieb nehmen: „Seekrug“-Wirt Christian Schulz. Foto: Hendrik Uffmann

Zum traditionellen Osterfeuer am Sonntag wären sonst tausende Menschen gekommen. Bei schönem Wetter wäre der Biergarten auch an den anderen Tagen des Oster-Wochenendes bestens besucht gewesen.

„Konzept zur eingeschränkten Öffnung“

„Ich will mich gar nicht gegen die Schließungsanordnung wenden“, sagt Schulz. Die sei angesichts der Corona-Krise nachvollziehbar. Dennoch müsse es so etwas wie eine Exit-Strategie geben. Deshalb hat er ein „Konzept zur eingeschränkten Öffnung der Seekrug-Außengastronomie“ erarbeitet.

Seine Idee: eine Öffnung tagsüber mit maximal 600 Plätzen verteilt auf das 6000 Quadratmeter große Gesamtareal. „Die Abstandsregeln müssen unbedingt eingehalten werden.“ Auch das Bestellen könnte kontaktlos funktionieren, etwa über „Wayter“, ein digitales Bestellsystem, bei dem der Besucher übers Smartphone ordert und auch bezahlt. In Empfang genommen werden könnten Speisen und Getränke in einem besonderen Abhohlbereich. Ein bis zwei Mitarbeiter müssten auf dem Gelände unterwegs sein, um auf das Einhalten der Abstandsregelungen zu achten.

Dehoga reagiert reserviert

Der Hotel- und Gaststättenverband Dehoga Ostwestfalen reagiert reserviert auf den Vorschlag von Vorstandsmitglied Christian Schulz. „Das ist nicht mit uns abgestimmt“, sagt Hauptgeschäftsführein Regine Tönsing. Aktuell würden Beschränkungen für alle Gastronomen gelten. Es könne nicht um Einzelfall-Lösungen gehen. Vielmehr müsse abgewartet werden, wie die verantwortlichen Stellen entschieden. Dann könne man wieder gemeinsam an den Start gehen.

„Ich habe bei meinen Überlegungen verständlicherweise meinen Betrieb im Blick“, sagt Schulz. Vielleicht könne sein Konzept aber auch auf andere, auch kleinere Betrieb übertragen werden. Bei einem Club funktioniere es naturgemäß nicht.

Vorgelegt hat er seinen Vorschlag auch im Rathaus, ihn an Oberbürgermeister Pit Clausen und Ingo Nürnberger, den Chef des städtischen Krisenstabes übermittelt. Eine Rückmeldung habe es noch nicht gegeben.

Der „Seekrug“-Wirt denkt auch an seine Mitarbeiter. Das Ausflugslokal bietet 17 sozialversicherungspflichtige Jobs. Jetzt mussten die meisten in Kurzarbeit geschickt werden. Im Einsatz sind aber auch viele Aushilfskräfte. Bei einem Großereignis wie dem nun ausgefallenen Osterfeuer wären 45 Leute im Dienst.

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