Ordnungsamt Bielefeld: Treff auf Spiel- und Sportplätzen, Rommé-Runde im Vereinsheim – Ordnungsamt
Ordnungsamt: bis Ostersonntag 444 Verstöße gegen Kontaktverbot

Bielefeld (WB). Es war ein Osterfest, wie es noch nie dagewesen ist – ohne gefüllte Kirchen zu den Gottesdiensten, ohne Osterfeuer, ohne das Beisammensein mit Familie und Freunden. Zumindest der Großteil der Bielefelder hat sich – trotz des perfekten Frühlingswetters – an die Kontaktbeschränkungen gehalten. Dass es aber auch immer noch Unvernünftige gibt, zeigt die Bilanz der Kontrollen des Ordnungsamts. Täglich waren 50 bis 60 Mitarbeiter im Einsatz.

Dienstag, 14.04.2020, 06:00 Uhr aktualisiert: 14.04.2020, 14:18 Uhr
Die Streifen des Ordnungsamtes waren im ganzen Stadtgebiet im Einsatz. Foto: Hendrik Uffmann
Die Streifen des Ordnungsamtes waren im ganzen Stadtgebiet im Einsatz. Foto: Hendrik Uffmann

Insgesamt 444 Verstöße registrierten die Ordnungsamt-Teams von Gründonnerstag bis einschließlich Ostersonntag. Besonders häufig auf größere Menschengruppen trafen die Streifen auf dem Kesselbrink und in den Heeper Fichten, auf Schulhöfen sowie auf Spiel- und Sportplätzen.

Unrühmliche Beispiele gab es jedoch auch an anderen Stellen.  So hatten sich am Karfreitag in einem Vereinsheim in Brackwede zehn Menschen getroffen, um dort Rommé zu spielen, berichtet Stadt-Sprecher Daniel Steinmeier.

Die meisten Verstöße am Karfreitag

Der Karfreitag war ohnehin der Tag, an dem es die meisten Verstöße gegen die Kontaktbeschränkungen gab – insgesamt 162, der Großteil davon in den Abendstunden. Schwerpunkt waren hier vor allem die Spiel- und Sportplätze im Stadtgebiet (46 Verstöße). Im Nordpark entdeckten die Streifen des Ordnungsamtes eine zehnköpfige Gruppe, aus der acht Menschen flohen, als die Kontrolleure auftauchten.

Unbelehrbar scheint auch ein Mann zu sein, der am Karfreitag an der Stadtbahnendhaltestelle Senne zwei Grills aufgebaut hatte, um Würstchen zu verkaufen. Nachdem ihn die Ordnungsamt-Mitarbeiter weggeschickt hatten, stand er dort am Samstag erneut mit einem Bulli und einem Grill. Er erhielt einen Platzverweis, außerdem erwarten ihn nun weitere Ordnungsstrafen.

Positives Beispiel vor der Kirche

Es habe am Karfreitag aber auch positive Beispiele gegeben, so Daniel Steinmeier. Vor der katholischen St. Bonifatius-Kirche in Stieghorst hatten sich zehn Gläubige versammelt. Steinmeier: „Sie standen im vorgeschriebenen Abstand in einer Schlange, um einzeln in der Kirche die Beichte abzulegen, was erlaubt war.“

Der Samstag war mit 80 Verstößen ruhiger – auch im Vergleich zu den Samstagen der vorherigen Wochenenden, so der Stadt-Sprecher. Hotspot waren erneut die Spiel- und Sportplätze (20 Verstöße) sowie Kesselbrink (6) und Heeper Fichten (9). Auf dem Jahnplatz hatten sich neun Teilnehmer zu einer Spontan-Demonstration getroffen. Dabei hielten sie sich an die Abstandsregeln, lösten ihre Kundgebung aber auf, als Polizei und Ordnungsamt anrückten. Außerdem gab es eine Demo für den Klimaschutz mit nur zwei Teilnehmern auf dem Jahnplatz, die nach den Auflagen der Coronaschutzverordnung aber genehmigt worden war, erklärt Daniel Steinmeier.

Begrüßung mit Umarmung

In den Fußgängerzonen der Innenstadt war im Vergleich zu einem „normalen“ Samstag nur ein Bruchteil der Menschen unterwegs. Viele hielten offensichtlich ganz bewusst so großen Abstand wie möglich. Vereinzelt gab es jedoch auch andere Szenen: Auf dem Alten Markt traf sich eine Gruppe von Männern, die sich mit Handschlag und Umarmung begrüßten.

Am Ostersonntag gab es 107 Verstöße gegen die Kontakt-, Versammlungs- und Betretungsverbote, auch hier wieder meist am Abend. Deutlich größer war die Zahl der Gruppen, die sich auf Schulhöfen versammelten – hier musste das Ordnungsamt 30 Mal einschreiten.

Im Bürgerpark war am Sonntag hingegen zu beobachten, dass die Menschen, die dort die Sonne und die fast sommerliche Wärme genossen, deutlich auf Distanz gingen. Wer seine Decke ausgebreitet hatte oder einen Platz auf einer der Bänke ergattert hatte, hielt deutlichen Abstand zu den anderen Parkbesuchern.

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