Stadtwerke Bielefeld modernisieren Umspannwerk für 2,9 Millionen Euro
Arbeiten mit Hochspannung

Bielefeld (WB). Nicht alles steht still in Corona-Zeiten. Die Stadtwerke Bielefeld erneuern seit März ihr Umspannwerk (UW) Zwinger. Am Mittwoch wurden die drei ersten Schaltfelder einer neuen Hochspannungs-Schaltanlage aus dem Schweizer Werk von General Electric zum Umspannwerk in der City geliefert.

Freitag, 17.04.2020, 12:44 Uhr aktualisiert: 17.04.2020, 12:50 Uhr
2,6 Tonnen wiegen die Bauteile, die am Mittwoch angeliefert wurden. Die Montage erfolgt im laufenden Betrieb. Foto: Thomas F. Starke
2,6 Tonnen wiegen die Bauteile, die am Mittwoch angeliefert wurden. Die Montage erfolgt im laufenden Betrieb. Foto: Thomas F. Starke

Das Besondere: Während der Anlieferung und der in den kommenden Wochen folgenden Montage muss das Umspannwerk in Betrieb bleiben, fließt dort Strom mit einer Spannung von bis zu 110.000 Volt. Nur so ist gewährleistet, dass die 20.000 Haushalte, 150 Betriebe und die Stadtbahn in der Bielefelder Innenstadt auch während der Arbeiten sicher mit Strom versorgt bleiben.

Die Projektleiter Hendrik Lohmann und Peter Offers aus dem Bereich Anlagenplanung der Stadtwerke haben genau überwacht, wie die je 4,2 Meter langen und 3 Meter hohen Bauteile mit einem Gewicht von jeweils rund 2,6 Tonnen angeliefert wurden. Die Ingenieure sind erleichtert, dass trotz der Corona-Krise alles nach Plan läuft – daran haben sie schließlich seit 2017 gearbeitet.

„Damit haben sie ihre technische Lebensdauer erreicht“

Das Umspannwerk Zwinger ist seit 1974 in Betrieb. Darin wird Strom mit einer Hochspannung von 110.000 Volt in Strom mit 10.000 Volt Mittelspannung umgewandelt. Anschließend fließt die elektrische Energie über Kabel in die umliegenden Innenstadtstraßen, um schließlich mit nochmals verringerter Spannung in den Betrieben, Wohnungen und bei der Stadtbahn anzukommen. Hierzu verfügt das Umspannwerk neben zwei Transformatoren auch über Hoch- und Mittelspannungs-Schaltanlagen.

Die Hochspannungsanlagen werden jetzt in zwei Bauabschnitten bis November erneuert. Außerdem wird das UW mit einem zusätzlichen Schaltfeld ausgestattet, das in einigen Jahren für den Anschluss eines neuen Hochspannungskabels zum Umspannwerk an der Universität benötigt wird. 2,9 Millionen Euro wenden die Stadtwerke Bielefeld auf, damit die Versorgung der Kunden auch in Zukunft gesichert ist.

„Die Schaltanlagen hier im UW Zwinger sind seit 1982 in Betrieb“, erklärt Hendrik Lohmann. „Damit haben sie ihre technische Lebensdauer erreicht. Wir müssen jetzt erneuern, um einen ungeplanten Ausfall zu vermeiden.“ Erneuert wird auch die Schutz- und Leittechnik, die für die Überwachung und die Steuerung des Umspannwerks benötigt wird.

Das Bielefelder Stromnetz hat 19 Umspannwerke

Die Modernisierung erfolgt schrittweise und ist minutiös geplant. „Ein Umspannwerk wie dieses ist in der Regel redundant ausgelegt. Das heißt, wenn ein Anlagenteil ausfällt, muss die Versorgung trotzdem noch gesichert sein. Dieses Prinzip gilt auch während der Bauphase. Wir mussten also im Vorfeld genau überlegen und berechnen, welche Anlagenteile wir wann und wie austauschen“, erklärt Peter Offers.

Gründlich geplant haben die Experten auch, wo genau die einzelnen Schaltfeldern montiert werden sollen. Denn in dem Gebäude des Umspannwerks ist nicht viel Platz. „Die elektrischen Bauteile im Innern der Schaltfelder sind von einem speziellen Gas umschlossen, das gut isoliert ist. Nur mit dieser Technik ist es uns möglich, auf dem engen Raum, der uns zur Verfügung steht, sicher mit Hochspannung von 110.000 Volt zu arbeiten“, erklärt Offers.

Das Bielefelder Stromnetz hat 19 Umspannwerke, davon 16 mit Hochspannungstrafo. Seine Gesamtlänge beträgt 5251 Kilometer, davon sind 166 Kilometer Hochspannungsleitungen, 1426 Kilometer Mittelspannungsleitungen und 3659 Kilometer Niederspannungsleitungen.

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