Beschränkungen der Landesregierung sorgen für Verwirrung unter Bielefelder Einzelhändlern
Die Läden öffnen, fragt sich nur: Wer und wie?

Bielefeld (WB). Sicher ist: Es wird ab Montag wieder Einzelhandel in der Bielefelder Innenstadt geben. Nur wie und was, darüber herrscht große Ungewissheit. Die Erklärungen der Landesregierung am Donnerstagnachmittag sorgen für reichlich Verwirrung bei den Kaufleuten.

Freitag, 17.04.2020, 08:02 Uhr aktualisiert: 17.04.2020, 10:48 Uhr
Unter Beachtung der Abstandsregel dürfen Geschäfte am Montag wieder öffnen, doch die Verwirrung ist nach diversen Veränderungen der Beschränkungen groß. Foto: dpa
Unter Beachtung der Abstandsregel dürfen Geschäfte am Montag wieder öffnen, doch die Verwirrung ist nach diversen Veränderungen der Beschränkungen groß. Foto: dpa

„Wir warten auf die konkrete Verfügung des Landes,“ erklärt Thomas Kunz, Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes OWL. Die 800 Quadratmeter Verkaufsfläche als Gratmesser für eine Geschäftsöffnung am Montag sind gleichsam Stimmungsbarometer der Einzelhändler. „Die kleineren sind froh, wieder öffnen zu dürfen, die großen enttäuscht,“ so Kunz. Doch nahezu alle großen Läden an der Bahnhofstraße überlegten, Bereiche der Verkaufsfläche abzutrennen, um die Auflagen erfüllen zu können. „Dies ist in vielen Fällen auch problemlos möglich.“

Nachdem zunächst verkündet worden war, Shopping-Center geschlossen zu halten, zeichnete sich am Donnerstag doch eine Möglichkeit der Öffnung ab – sofern die Hygiene- und Abstandsregeln eingehalten und die jeweiligen Verkaufsflächen nicht überschritten werden. Dies beträfe nahezu alle Geschäfte im „Loom“.

Für das „Loom“ soll bis Montag ein Konzept vorliegen

Center-Manager Jan Tangerding will bis Montag ein Konzept ausgearbeitet haben, wie dies umgesetzt werden kann. „Wir stehen hier im engen und fortlaufenden Austausch mit den Behörden, müssen aber die konkreten Vorgaben abwarten, um zu prüfen, welche Geschäfte wieder öffnen können und was das für uns als Center bedeutet.“

Öffnen werden auf jeden Fall zahlreiche Händler in der Altstadt, doch auch sie warten noch auf die Details der Auflagen, unter denen die Einzelhändler am Montag wieder öffnen dürfen. „Auch wir warten auf die Verfügung des Landes“, erklärt Henner Zimmat, Sprecher der Kaufmannschaft Altstadt. Er sieht es als einen Vorteil an, dass die kleinen, zum Teil inhabergeführten Geschäfte nun einen Vorsprung gegenüber den großen Kettenläden hätten.

„Da ist so ein Hunger da, um wieder Umsatz zu machen“

„Jetzt ist Kreativität gefragt. Wir hoffen, dass sich der ein oder andere Gedanken gemacht hat“, sieht er die Geschäftsinhaber nun in der Pflicht, die Hygienevorschriften wie Spuckschutz, Abstandsmarken oder Desinfektionsmöglichkeiten sinnvoll umzusetzen. „Aber es muss auch jeder an die eigene Gesundheit denken.“

Trotz der Auflagen sieht Zimmat bei den Mitgliedern der Kaufmannschaft eine große Vorfreude. „Da ist so ein Hunger da, um wieder Umsatz zu machen, aber auch mit den Menschen wieder ins Gespräch zu kommen.“

Wie jedoch verhindert werden soll, dass es in den Fußgängerzonen zu Gedränge kommt und sich diverse Warteschlangen in die Quere kommen, wie zum Beispiel die Größen der Verkaufsflächen kontrolliert werden, das alles ist noch völlig offen.

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