Verzicht auf umstrittenen Weißmacher – Aus für vier Produkte
Oetker verbannt Titandioxid

Bielefeld (WB). Der Bielefelder Nahrungsmittelhersteller Dr. Oetker hat den umstrittenen Weißmacher Titandioxid zum Ende des ersten Quartals aus sämtlichen betroffenen Produkten verbannt. Bei zehn Dekorartikeln und einer Backmischung seien dazu die Rezepturen und Verarbeitungsprozesse umgestellt worden, teilte das Unternehmen dem WESTFALEN-BLATT mit. Bei vier Backdekorprodukten sei indes ein Austausch nicht möglich gewesen. „Diese durchaus beliebten Produkte wurden daher aus dem Sortiment genommen und deren Produktion vollständig eingestellt.“

Samstag, 18.04.2020, 03:06 Uhr aktualisiert: 18.04.2020, 05:01 Uhr
Dr. Oetker hat einige Produkte umgestellt, andere vom Markt genommen.

Zu Absatz- und Umsatzzahlen dieser vier Produkte – Streudekor Roségold sowie „Glitzerschriften“ in drei Farben – wollte eine Oetker-Sprecherin keine Angaben machen. Bei den elf anderen Produkten sei auf den auch als E171 deklarierten Farbstoff Titandioxid entweder einfach verzichtet oder er sei etwa durch Calciumcarbonat ersetzt worden. Bis zum vollständigen Abverkauf der vor der Umstellung hergestellten Produkte könnten diese noch einige Zeit im Handel erhältlich sein.

Das auch in Farben, Zahnpasta oder Süßwaren verwendete Titandioxid steht vor allem in kleinster Partikelform in Verdacht, Krebs auslösen zu können. In Frankreich ist das chemische Weißpigment in diesem Jahr in Lebensmitteln verboten. Das Gefahrenpotenzial soll weiter untersucht werden.

Oetker setzte Titandioxid ein, „um Lebensmitteln eine reinweiße Farbe bzw. einen glitzernden Effekt zu verleihen“. Mit dem Verzicht auf den Farbstoff seien diese Eigenschaften „nicht mehr in der bisherigen Ausprägung möglich“.

Foodwatch: eine gute Nachricht

Die Verbraucherorganisation Foodwatch hatte im August 2019 nach eigenen Labortests den Verzicht auf Titandioxid von Dr. Oetker gefordert. Foodwatch spricht nun von einer „guten Nachricht“ und einem „Erfolg“. Zwischenzeitlich hatte es Streit zwischen dem Bielefelder Konzern und Foodwatch um die Aussagekraft einer von Oetker veranlassten Untersuchung gegeben.

Das Unternehmen hatte seinerzeit schon angekündigt, auf Titandioxid verzichten zu wollen. Die Umstellung sei „mit einem hohen technologischen und auch administrativen Aufwand verbunden“ gewesen. Zutatenlisten, Angaben zu Nährwerten und die Allergenzusammensetzung hätten angepasst werden müssen. Zu den Kosten der Umstellung will sich Oetker nicht äußern. Eine Preisanpassung werde es aber nicht geben.

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