Blitzumfragen der Industrie- und Handelskammern in Bielefeld und Detmold
Insolvenzangst in OWL-Betrieben wächst

Bielefeld/Detmold (WB). In Ostwestfalen rechnet etwa jedes zehnte Unternehmen aufgrund der Corona-Krise mit Umsatzeinbußen von mindestens 50 Prozent, in Lippe ist es sogar jedes siebte. Das ergaben Blitzumfragen, die die Industrie- und Handelskammern in Nordrhein-Westfalen durchgeführt haben. Jedes dritte der 400 lippischen Unternehmen, die nach Angaben des Detmolder Hauptgeschäftsführers Axel Martens an der IHK-Umfrage teilnahmen, befürchtet sogar, eventuell Insolvenz beantragen zu müssen. In der vorangegangenen Umfrage Ende März lag dieser Anteil bei einem Fünftel.

Samstag, 18.04.2020, 05:30 Uhr aktualisiert: 18.04.2020, 06:02 Uhr
Industrie- und Handelskammer Ostwestfalen zu Bielefeld. Foto:
Industrie- und Handelskammer Ostwestfalen zu Bielefeld.

In Ostwestfalen befürchten das aktuell nach Angaben der Bielefelder Kammer 22 Prozent, also knapp mehr als jedes fünfte. Hier beteiligten sich 283 Firmen – jedes dritte Unternehmen, das den Fragebogen erhalten hat. Es handelte sich um die dritte Umfrage, die die Kammern wegen des Coronavirus unternommen haben.

Jeder fünfte Betrieb in Ostwestfalen geht nach Angaben von IHK-Präsident Wolf Meier-Scheuven von Umsatzeinbußen zwischen 25 und 50 Prozent aus. Darüber hinaus rechnen 39 Prozent mit einem Umsatzrückgang zwischen zehn und 25 Prozent. Die Bereitschaft zur Öffnung unter der Prämisse von notwendigen Schutz- und Hygienemaßnahmen sei in den Unternehmen groß – so wie die Enttäuschung über die „eher zaghaften Lockerungen“, erklärte Meier-Scheuven am Freitag. „Damit möglichst viele der Unternehmen überleben können, muss die Politik zeitnah nachsteuern.“

Neustart ohne langen Vorlauf

Drei Viertel der Unternehmen in Ostwestfalen benötigen keinen organisatorischen Vorlauf, um den Betrieb wieder aufnehmen zu können. Die übrigen könnten nach einer Woche (13 Prozent), zwei Wochen (6 Prozent) oder einem Monat (drei Prozent) starten – abhängig von Nachfrage, Umsetzung notwendiger Schutz- und Hygienemaßnahmen und dem Funktionieren der Lieferketten.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7374740?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198387%2F2513179%2F
Lolli-Tests: 0,02 Prozent der Proben positiv
Lolli-Tests: Eine Labormitarbeiterin zeigt einen Behälter mit einem Dutzend Wattestäbchen
Nachrichten-Ticker