Alles wird anders: Ein Ausblick des Theaters Bielefeld auf die kommende Saison
Corona beendet die Spielzeit

Bielefeld (WB/uj). »Alles könnte anders sein«. Als Intendant Michael Heicks und sein Team am 4. März dieses Jahres das Motto für die kommende Spielzeit präsentierten, konnte sich kaum jemand vorstellen, wie schnell alles anders werden würde.

Sonntag, 19.04.2020, 15:46 Uhr aktualisiert: 19.04.2020, 15:48 Uhr
Die Oper „Faust“ von Charles Gounod erlebte gerade einmal zwei Aufführungen. Wie die Theaterleitung mitteilt, wird das Werk mit Dusica Bijelic und Daniel Pataky in den Hauptrollen in der kommenden Spielzeit wieder aufgenommen. Foto: Sarah Jonek/Theater Bielefeld
Die Oper „Faust“ von Charles Gounod erlebte gerade einmal zwei Aufführungen. Wie die Theaterleitung mitteilt, wird das Werk mit Dusica Bijelic und Daniel Pataky in den Hauptrollen in der kommenden Spielzeit wieder aufgenommen. Foto: Sarah Jonek/Theater Bielefeld

Seit gut einem Monat ist der Spielbetrieb der Bühnen und Orchester Bielefeld komplett ausgesetzt, auch Proben finden nicht mehr statt. Nach der ersten Lockerung der Maßnahmen gegen Corona beginnen die Künstlerinnen und Künstler jetzt mit den Vorbereitungen für die nächste Spielzeit, um nach der Sommerpause in die neue Saison starten zu können.

Probenbetrieb beginnt aum 4. Mai

Ab dem 4. Mai wird der Probenbetrieb wieder aufgenommen. Bis dahin entwickelt das Haus ein Konzept für die künstlerische Arbeit, auf Basis der aktuellen Arbeitsschutzregeln.

Theater- und Konzertaufführungen sind nach den aktuellen Beschlüssen bis zum Saisonende (2. Juli) beziehungsweise bis Ende August nicht möglich.

»Die Mitarbeiter der Bühnen und Orchester haben in den letzten Wochen alles dafür getan, aus den Nöten Tugenden zu machen. Ich bin froh und stolz darauf, dass alle Teams kreativ weitermachen, dass viele Bereiche kontinuierlich und positiv arbeiten, dass neue Arbeitsformen ausprobiert und geschaffen werden, dass wir uns in der Stadt weiter vernetzen und Sympathien gewonnen haben« – zieht Michael Heicks ein Fazit des ersten Monats mit Corona-Einschränkungen.

Produktionen werden in den nächste Spielzeit hinübergerettet

Optimistisch blickt Bielefelds größte Kulturinstitution in die Zukunft und auf die kommende Saison, die Ende August oder Anfang September beginnen soll: »Wir haben versucht, so viele Produktionen wie möglich zu behalten und die wegen Corona ausgefallenen Premieren neu anzusetzen«, berichtet Heicks. So sollen das Musical „The Black Rider“, das Schauspiel „Rose Bernd“, die Oper „A Quiet Place“ (ersetzt „Die Ausflüge des Herrn Brouček“), das Tanzstück „Puls“ (ersetzt „Chronos“), die Kammeroper „All Days for Future“ (ersetzt „Fremd“) sowie „Das Material“ und das Ensemble-Projekt „Voluptas“ in der Spielzeit 2020/21 Premiere haben. Zudem wird Charles Gounods „Faust“ wieder aufgenommen. Die für Juni 2020 geplante Opern-Neuproduktion von „Die Liebe zu den drei Orangen“ muss leider ersatzlos entfallen.

Die Premieren von Molières „Der eingebildete Kranke“ und der Komödie „Die Affäre Rue de Lourcine“ finden voraussichtlich in der Spielzeit 2021/22 statt.

Theater bittet Karteninhaber um Geduld

»Alles könnte anders sein« gilt auch für die Planung: Abhängig von aktuellen Entwicklungen und behördlichen Entscheidungen werden der Spielplan und die Terminierung jeweils angepasst werden. Die Bühnen und Orchester bitten alle Gäste, die von den Vorstellungsausfällen betroffen sind, um Geduld. Inhaber von Eintrittskarten und Abonnements für die Vorstellungen vom 1. Mai bis zum 2. Juli werden demnächst von der Theater- und Konzertkasse benachrichtigt.

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