Stadt Bielefeld legt Berechnung der Verkehrsentwicklung durch den Stadtring-Umbau vor
Kein zusätzlicher Verkehr in Wohnvierteln

Bielefeld (WB). Wenn der Stadtring in Brackwede wie geplant von derzeit vier auf dann zwei Fahrspuren zurückgebaut wird, werden die umliegenden Wohnquartiere nicht zusätzlich durch Ausweichverkehr belastete. Davon geht zumindest die Stadtverwaltung aus.

Mittwoch, 22.04.2020, 14:00 Uhr
Um breitere Fuß- und Radwege zu schaffen, soll der Stadtring von vier auf zwei Autopuren zurückgebaut werden. 1,6 Millionen Euro soll die Baumaßnahme kosten. Foto: Thomas F. Starke
Um breitere Fuß- und Radwege zu schaffen, soll der Stadtring von vier auf zwei Autopuren zurückgebaut werden. 1,6 Millionen Euro soll die Baumaßnahme kosten. Foto: Thomas F. Starke

Die Autos, die dann nicht mehr über den Stadtring fahren werden – die Stadt geht von einem Rückgang von 13 bis 16 Prozent aus – würden vor allem auf den Südring, die Brackweder Straße und die Hauptstraße ausweichen, lautet die Prognose der Verwaltung.

Sitzung am Donnerstag

Für den Südring wird von einem Plus von höchsten 700 Fahrzeugen innerhalb von 24 Stunden ausgegangen, für die Brackweder Straße von 500 zusätzlichen Autos sowie für die Hauptstraße von 250 Fahrzeugen pro Tag, die hinzu kommen. „Alle anderen Straßen im Stadtbezirk Brackwede erfahren durch den Umbau des Stadtrings keine zusätzlichen Verkehrsbelastungen“, heißt es in einer Antwort der Stadtverwaltung auf eine Anfrage der CDU-Fraktion in der Bezirksvertretung Brackwede, die eigentlich im März behandelt werden sollte und die nun in der Sitzung an diesem Donnerstag (16 Uhr, Sitzungssaal des Bezirksamtes Brackwede) auf der Tagesordnung steht.

Grundlage der Vorhersage für die Entwicklung des Verkehrs nach dem Umbau des Stadtrings sind Berechnungen mit der Verkehrssimulationssoftware Visum. Darauf basierend habe ein externes Büro 2017 das Verkehrsmodell Bielefeld aufgebaut. Mit diesem lassen sich laut Stadt nicht nur die Verkehrsmengen auf allen Bielefelder Straßen darstellen, sondern auch Berechnungen durchführen.

Eine Fahrspur

Für die Situation nach der Fertigstellung der Umbaumaßnahme Stadtring hat das Amt für Verkehr eine solche Berechnung vorgenommen. Dafür seien die entsprechenden Änderungen auf dem Stadtring durch die Reduzierung auf eine Fahrspur in jede Richtung in das Verkehrsmodell eingepflegt worden. Verglichen worden seien die so entstandenen Daten mit der Verkehrsentwicklung auf dem Stadtring ohne den Umbau.

Dass es demnach zu keinen Mehrbelastungen der angrenzenden kleineren Straßen und der umliegenden Wohnquartiere kommen soll, liegt laut Stadt vor allem daran, dass die zum Teil parallel durch die Wohngebiete verlaufenden Straßenzüge keine durchgängige Verbindung darstellen und somit unattraktiv seien.

Insgesamt werde es durch den Rückbau des Stadtrings auf durchgängig eine Fahrspur je Richtung keine wesentlichen Verlagerungen auf das umliegende Straßennetz geben, erwartet die Verwaltung. Die Straßen, die laut der Berechnung den Großteil des Ausweichverkehrs aufnehmen werden – also der Südring, die Brackweder Straße und die Hauptstraße – könnten die zusätzlichen Autos „ohne nennenswerte Auswirkungen“ aufnehmen. Das Fazit der Stadt: „Die kleinteiligen Straßen, vor allen Dingen die sensiblen Wohngebiete, bleiben hiervon unberührt.“

1,6 Millionen Euro Kosten

Auch für den Busverkehr auf dem Stadtring sieht die Stadt keine Probleme. Die vorhandenen Bushaltestellen sollen an den bisherigen Standorten bleiben. Dort soll jeweils der Radfahrstreifen unterbrochen werden. Und da die Haltestellen am Fahrbahnrand blieben, könnten auch künftig Autos die an den Haltestellen haltenden Bussen ungehindert passieren.

Wie mehrfach berichtet , soll der Stadring umgebaut werden, um Fußgängern und Fahrradfahrern mehr Platz zu verschaffen, da die Rad- und Fußwege bislang sehr schmal sind.  1,6 Millionen Euro soll die Baumaßnahme kosten, die das Land zu 90 Prozent fördert.

Kritik an diesen Plänen hatte es unter anderem von der Brackweder Werbegemeinschaft und dem Handelsverband OWL gegeben. CDU und UBF hatten in der Brackweder Bezirksvertretung im Februar einen Planungsstopp gefordert, waren aber, wie berichtet, mit einem entsprechenden Antrag gescheitert.

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